Gute Nachrichten

Wir leben wir in einer guten Zeit. Die Gewalt nimmt weltweit tendenziell ab, der Lebensstandard steigt in den meisten Ländern. Auf dieser Seite stehen Nachrichten, die dieses optimistische Bild unterstreichen.

4. Dezember 2017

Internationale Studie zur Wirkung des Klimawandels auf das Baumwachstum

Weltweit wachsen Stadtbäume schneller

Straßenszene in Kapstadt

Straßenszene in Kapstadt. (Foto: TUM)

Logo TUM

Eine Pressemitteilung der Technischen Universität München vom 13.11.2017 berichtet von neuen Erkenntnissen zum Verhalten von Bäumen in Städten unter dem Einfluss des Klimawandels. Bäume in Metropolen wachsen weltweit seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schneller als Bäume in ländlicher Umgebung. Dies belegt erstmals eine Studie zum Einfluss des städtischen Wärmeinseleffektes auf das Baumwachstum, die unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt wurde. Die Analyse des internationalen Forscherteams zeigt zugleich, dass das Wachstum der Stadtbäume schon seit Längerem sich verändernden Klimabedingungen ausgesetzt ist, was sich für Bäume im ländlichen Umfeld gerade erst einstellt. „Während die Auswirkungen des Klimawandels auf das Baumwachstum in Wäldern umfassend untersucht wurden, gibt es für Stadtbäume bislang kaum Informationen“, sagt Professor Hans Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TUM.

Laut Berechnungen der Vereinten Nationen wird die städtische Bevölkerung bis 2030 um mehr als 60 Prozent zunehmen – mit weiterhin steigender Tendenz. Bäume in Städten gewinnen in diesem Trend zunehmend an Bedeutung, doch die Wirkungen sind wechselseitig. Die Pflanzen tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei; das wärmere Mikroklima beschleunigt das Wachstum, und zwar beträchtlich. Im Vergleich mit Landbäumen wuchsen die Stadtbäume in den ersten 50 Jahren um 25 % schneller. Nach 100 Jahren beträgt der Unterschied noch immer 20 %.

Ungeachtet des Vorsprungs der Stadtbäume kann das Team um Prof. Pretzsch mit der Studie ebenso zeigen, dass sowohl städtische als auch ländliche Bäume durch den Klimawandel seit den 1960er Jahren schneller wachsen. Diese Beobachtung spiegelt ein Muster wider, das bereits international in vergleichbaren Studien für Waldbäume berichtet wurde. „In diesem Zusammenhang werden neben der globalen Erwärmung auch Düngungseffekte durch die ansteigende atmosphärische CO2-Konzentration und vermehrte Stickstoffdepositionen als mögliche treibende Kräfte diskutiert.“

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3. Dezember 2017

Zum Welt-AIDS-Tag: Zahl der AIDS-Toten hat sich in den letzten 10 Jahren halbiert

Zahl der AIDS-Kranken und -Toten

Quelle: Our World in Data. Zum Vergrößern Bild anklicken.

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Die Grafik zeigt eine sehr erfreuliche Entwicklung der AIDS-Epidemie. Die Zahl der AIDS-Kranken steigt und steigt. Nanu? Das ist doch schlecht! Natürlich ist HIV eine sehr ernste Sache. Doch der positive Aspekt der Zunahme von Erkrankten liegt darin, dass sie nur darum zunehmen, weil sie sehr viel länger leben. Die Zahl der Toten hat sich von 2 Millionen im Jahr 2004 auf 1,1 Millionen in 2014 fast halbiert. Die Sterbekurve ist somit spiegelbildlich zur Kurve der Erkrankten. Die pharmakologische Forschung war enorm erfolgreich. AIDS ist heute zwar noch nicht heilbar, doch lässt sich die Restlebenszeit beträchtlich verlängern und die Lebensqualität erhöhen, weil wir inzwischen gute Medikamente besitzen. Am meisten freut mich aber die dritte Kurve der Grafik. Die Zahl der Neuerkrankungen geht zurück. Waren es 1997 noch 3,47 Millionen Menschen so erkranken heute nur noch 2,1 Millionen zusätzlich. Natürlich ist das immer noch sehr viel. Die Aufklärungsarbeit ist noch lange nicht beendet. Wir brauchen noch lange AIDS-Tage. Doch dürfen wir uns auch über Etappenerfolge freuen.

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15. November 2017

Die Zahl der Terroropfer sinkt weltweit

Grafik: Institute for Economics and Peace

Logo Institute fort Economics and Peace

Im Deutschlandfunk wurde heute gemeldet, dass die Zahl der Terroropfer weltweit zurückgeht. Sie versäumten nicht hinzuzufügen - bloß nicht im Westen. Gute Nachrichten sind Gift für den linken Journalismus. Er lebt vom Skandal, von der Aufmerksamkeit weckenden Angst. Linkes Denken glaubt an den Mythos von der schlechten Welt, die durch soziale Reformen oder gar Revolutionen umgekehrt werden muss. Gute Nachrichten stören das Weltbild, werden übersehen oder abgeschwächt.

Auch die beigefügte Grafik des Instituts, das einen Globalen Terrorindex herausgibt, muss kritisch hinterfragt werden. Unter Terror werden hier Tötungsdelikte in Bürgerkriegen mit solchen von vereinzelten Terrorakten in Nichtbürgerkriegsländern zusammengefasst. Doch handelt es sich um zwei unterschiedliche Phänomene. Bürgerkriege brechen in Ländern mit einer geschwächten staatlichen Macht auf. Syrien, der Irak oder Afghanistan mangelt es aus historischen Gründen an starken Rechtsstaaten und einem allgemein anerkannten Gewaltmonopol. Konkurrierende Parteien religiöser und ethnischer Gruppen kämpfen um die Hegemonie in ihrem Herrschaftsbereich und im ganzen Land. Der Konflikt wird militärisch und paramilitärisch ausgetragen. Doch die Terroranschläge von Separatisten, Nationalisten oder radikalen politischen Ideologen in der Türkei oder in Frankreich zielen auf eine Destabilisierung der Machtverhältnisse. Sie sollen zum Ausbruch eines Bürgerkriegs führen und auf diese Weise eine Machtübernahme einleiten. Und auch zwischen der Türkei und Ländern wie Frankreich oder Deutschland muss differenziert werden. Der kurdische Kampf um Autonomie richtet sich gegen den türkischen Staat, der von kurdischer Selbstbestimmung nichts hält. Schauen wir uns die Terrorzahlen in den westlichen Demokratien daher gesondert an.

Terroropfer in westlichen Ländern

Die obige Grafik ist einem Artikel des Schweizer Blogs Watson entnommen. Das Abflauen der Opferzahlen lässt sich mit einem Blick zu erfassen. Die Türkei leidet sehr viel stärker als die westlichen Länder unter Terroranschlägen, doch auch dort hat sich die Lage im größeren zeitlichen Rahmen tendenziell positiv entwickelt. Die folgende Grafik veröffentlichte die Welt im Juni 2016:

Die ideologischen Motive der Terroristen hat sich von politischen zu religiösen Färbungen verschoben. Die Zeit der Idolisierung marxistisch inspirierter Gewalttäter wie Che Guevara oder Ho Chi-Minh neigt sich dem Ende zu. Die heutigen Gruppen sprechen weniger von Befreiung oder sozialer Revolution als in den 1960er- und 1970er-Jahren. Obwohl sie die Verachtung der westlichen Demokratien und liberaler Lebensweise eint, streiten die religiösen Fanatiker mit ihresgleichen. Die Blutspur zieht sich durch die unterentwickelten Länder. Die größte Gruppe unter den Opfern sind die Moslems.

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24. September 2017

Niederschläge weltweit trotz leichter Erwärmung im Trend stabil

Logo Kalte Sonne

Inzwischen ist die leichte Erwärmung der Erdatmosphäre in den beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts kaum noch ein Streitpunkt in der Klimawissenschaft. Sie begründet allerdings keineswegs die Annahme, dass sich hier ein Trend herausgebildet hat, der zu einer Überhitzung in wenigen Jahrzehnten führen wird. Tatsache ist eine entschleunigung des Anstiegs in den vergangenen 20 Jahren. Strittig ist weiterhin, ob es sich um einen Slowdown (Verlangsamung) oder einen Hiatus (Pause) handelt. Die Temperaturen in 2016 waren extrem hoch, doch sie fallen in eine El Nino-Phase, wie übrigens auch das Jahr 1998. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich der Trend nach oben oder nach unten in der Temperaturskala bewegt. die Klimalarmisten prophezeihten uns nicht nur eine Überhitzung, sondern Extremwetter: Überschwemmungen, Stürme und Dürren. Zu diesen sekundären Kampffeldern einer instrumentalisierten Wissenschaft liegen immer mehr Studien vor, die Licht ins Dunkel bringen. Der Wissenschaftsblog "Kalte Sonne" fasste die Ergebnisse zusammen in den letzten Tagen zusammen.

Die Niederschläge sind weltweit im Durchschnitt seit 100 Jahren gleich geblieben. Eine Studie spricht von einer Erhöhung der Niederschlagsmenge in Höhe von 1 %. Das ist unter der Schwelle für eine signifikante Veränderung. Eine andere beziffert eine Erhöhung der Niederschlagsmenge auf 0,024 mm in 100 Jahren. (Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland beträgt 798 mm.) In einer weiteren Studie werden verschiedene Regionen der Erde für die Zeit von 1979 bis 2000 verglichen. Einige Kontinente wurden feuchter, andere trockener. Einen einheitlichen globalen Trend fanden die Forscher nicht.

Schon 2015 wurde eine Studie veröffentlicht, die die Dürreperioden statistisch untersucht. Fazit: Die Dürre-Häufigkeit hat sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert. Andere Forscher konnten einen Zusammenhang von Niederschlags- und Dürreentwicklungen mit den Ozeanzyklen nachweisen. Auch die Behauptung, dass zunehmende Dürren zu zunehmenden Waldbränden führten, konnte nicht statistisch erhärtet werden. Zwar gab es in der Tat Dürreschäden bei den Wäldern, allerdings konnte kein global einheitlicher Trend festgestellt werden. Zudem waren Dürren wohl nur in einem Drittel aller Fälle der wahre Auslöser der Waldschäden.

Es ist ein ermutigendes Zeichen der Robustheit des Rationalismus und der Wissenschaftstradition, dass alarmistische Übertreibungen oder gar Lügen von einer tatsachenbasierten Forschung richtig gestellt werden. Allerdings haben Lügen keine kurzen Beine. Es dauerte Jahrzehnte, bis eine große Zahl von Forschern - auch durch die Temperaturanstiegsentschleunigung befördert - die Daten aufgearbeitet und empirisch erhärtetes Wissen an die Stelle von Ideologien stellte. Meiner Ansicht nach ist der gegenwärtige Erwärmungstrend überwiegend natürlichen Ursprungs. Er ragt nicht signifikant aus früheren Wärmeperioden heraus. Die Einflüsse der menschlichen Zivilisation lassen sich kaum isolieren und dürften unerheblich sein. Die Folgen des Klimawandels sind nicht dramatisch und nicht sehr bedrohlich. Teilweise sind sie sogar erfreulich. Denken wir nur an die wärmeren Sommer, die wir vor Jahren genossen, und die Qualitätsverbesserung des deutschen Weins.

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23. August 2017

Ökologischer Zustand der Weltmeere in den letzten fünf Jahren stabil

Logo science daily

An der University of California in Santa Barbara trug ein Forscherteam um Benjamin Halpern Daten zum Zustand der Weltmeere zusammen, die es zu einem neuen Index bündelte, dem Ocean Health Index. Science daily berichtet darüber. Er berücksichtigt Faktoren wie Biodiversität, Küstenschutz und sauberes Wasser in 220 Ländern. Die im Juli 2017 veröffentlichten ersten Ergebnisse spiegeln das Bild einer stabilen Lage wider.

Die Autoren halten den Zeitraum von fünf Jahren, die in die Datensammlung eingingen, für zu gering, als dass nennenswerte Trends im globalen Maßstab erkennbar wären. Gleichzeitig sehen sie in den polaren Gebieten Verschlechterungen. Der Rückgang von eisbedeckten Küstenflächen geht mit einem erhöhten Bedarf an Küstenschutzmaßnahmen einher, der noch nicht befriedigend gedeckt wurde.

Der Ocean Health Index kann zur Versachlichung der Diskussion ökologischer Fragen beitragen, wenn die Debatte nicht faktenresistent geführt wird. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Naturwissenschaft nach Jahren der linken ideologischen Beeinflussung immer noch an ihren Prinzipien festhält und daher Urteile auf der Grundlage von Tatsachen und nicht von erwünschten Kampagnenzielen fällt.

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8. August 2017

Trinkwasserqualität verbesserte sich in Deutschland Jahr um Jahr

Stickstoffkreislauf

Der Stickstoffkreislauf im Boden. Graik: Wikipedia

Logo novo argumente

Thematisch passend zu dem von den Ökologisten und der E-Car-Lobby gehypten Dieselskandal wird nun wieder einmal ein Trinkwasseralarm wegen anggeblich überhöhter Nitratwerte im Grundwasser ausgelöst. Die obige Grafik zeigt den Stickstoffkreislauf (Nitrate sind Stickstoffverbindungen), den Pflanzen und Kleinstlebewesen im Boden antreiben. Ohne ihn gäbe es kein pflanzliches Leben und folglich auch kein tierisches. Durch die Zufuhr von künstlichen Stickstoffverbindungen kann der landwirtschaftliche Ertrag gesteigert werden. Man nennt dies düngen. Die moderne Landwirtschaft verwendet dazu genau dosierbare Körnchen, die mit computergesteuerten Präzisionsmaschinen ausgebracht werden, während die antiquierte Bio-Landwirtschaft einfach Gülle verspritzt. Natürlich belasten die Teile der Düngemittel, die von den Pflanzen nicht aufgenommen werden, die also zuviel ausgebracht wurden, den Boden. Ein kleiner Teil, der nicht in entsprechender Zeit von den Bakterien aufgenommen werden kann, gelangt in das Grundwasser. Auch die Biogas-Anlagen verlieren viel Nitrate in den Boden. Es sind hochgiftige und auch lebensgefährliche Einrichtungen, die völlig zu Unrecht in gutem Ansehen stehen. Doch eine Trinkwasserkatastrophe verursacht das alles noch lange nicht.

Ein Bericht in Novo Argumente zerlegt die Angst erzeugenden Warnungen mit Tatsachenargumenten. Die Nitratgehalte im Trinkwasser gehen laufend zurück. Überschreitungen des zulässigen Nitrat-Grenzwerts tendieren nach Angaben des UBA gegen Null: „Im Jahr 1999 gab es 1,1 Prozent (%) Überschreitungen des Grenzwerts, im Jahr 2004 0,13 %, im Jahr 2007 noch 0,08 % und ab dem Jahr 2010 keine mehr.“ (Quelle Umweltministerium)

Schon einmal geisterte die Nitrat-im-Trinkwasser-Angst durch die Medien und spukte in den Köpfen der Deutschen. Ein Katastrophenszenario steigender Nitratwerte und explodierender Wasserpreise im Stern von 1983 stützte sich auf Prognosen von Professor Karl Aurand, damals im Bundesgesundheitsamt (BGA) Leiter des Institutes für Wasser-, Boden- und Lufthygiene, das 1994 in das Umweltbundesamt eingegliedert wurde. Der Stern zur Nitratbelastung: „‚Der Boden ist voll davon‘, sagt Karl Aurand, ‚selbst wenn Sie das morgen verbieten, wird es noch lange dauern, bis das Zeug im Trinkwasserbrunnen ankommt. Bis zu zwanzig Jahre braucht die Chemikalie für die Reise vom Mutterboden bis in tiefe Grundwasserströme.‘“ Die extrem langen 20 Jahre „Einsickerungszeit“ des Professors Aurand waren 2003 vorüber. Die durchschnittlichen Trinkwasser-Nitratwerte sind seitdem allerdings kontinuierlich besser statt schlechter geworden.

Es ist nützlich, sich solche Geschichten in Erinnerung zu rufen, weil wir dadurch die alarmistischen Methoden studieren können. Wenn Wissenschaftler vor Gefahren warnen, spekulieren sie auf erhöhte Forschungsgelder. Klappern gehört zu deren Geschäft. Die Widerlegung ihrer Katastrophenszenarien kann oft erst nach Jahrzehnten gelingen. Bis dahin sind die Wissenschaftler oft schon emeritiert und kein Mensch erinnert sich mehr an den Skandal, bis auf wenige seriöse und sachkundige Journalisten.

Die Verbesserung der Trinkwasserqualität wurde durch die kontrollierte Düngung und auch durch tiefere Teufungen erreicht. Natürlich nimmt der Nitratgehalt des Grundwasssers in der Tiefe ab. Simpel.

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7. August 2017

DIHK-Analyse: Gute Finanzierungsbedigungen für Unternehmen, Konjunktur hält an

dlf24

Wie der Deutschlandfunk meldet, entwickelt haben sich die Bedingungen für Unternehmen in Deutschland verbessert, Investitionskredite zu erhalten. Das geht aus einer Umfrage unter 20-tausend Unternehmen hervor, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag veröffentlichte. Danach bewerten 59 Prozent der Firmen ihre Finanzierungsbedingungen als gut. Rund ein Drittel der Unternehmen ist zudem gar nicht auf Fremdkapital angewiesen. Lediglich elf Prozent klagen über fehlende oder mangelnde Kreditvergaben. Hier mangele es häufig an den notwendigen Sicherheiten, erklärte der DIHK. Die größten Probleme bei der Finanzierung hätten erwartungsgemäß kleine Unternehmen. Sie seien vorwiegend auf Kredite ihrer Hausbanken angewiesen. Auch die Konjunktur hält an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kletterten die Orders im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat um 1 Prozent.

Aus meiner Sicht wirkt sich die Niedrigzinspolitik hier aus. Wenn mit Staatsanleihen kaum noch Gewinne erzielt werden können, werden die riskanteren Geschäfte mit Unternehmenskrediten attraktiver für die Geschäftsbanken.

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4. August 2017

Das Korallensterben in den Medien ist vorerst beendet

Steinkoralle

Schnitt durch eine Steinkoralle mit Einfärbungen zur Kennzeichnung des Wuchses. Bild: Wikipedia

Logo scientific reports

In dem Nature-Ableger scientific reports wurde schon im April 2017 ein Artikel von Emma F. Camp u.a. veröffentlicht, in dem davon berichtet wird, dass Korallen sich auch unter den veränderten Bedingungen entwickeln können. Im Unterschied zu früher nahmen zahlreiche Medien diese Nachricht auf und verbreiteten sie mit reißerischen Überschriften wie "Sensationsfund: Korallen trotzen der Bleiche" (ORF) oder "Mit Superkorallen dem Klimawandel trotzen" (Handelsblatt). Selbst in der Tagesschau fand sich ein Niederschlag. Die Kalte Sonne reiht diese Meldungen auf.

Die Forscher fanden heraus, dass und wie sich Korallen an erhöhte Wassertemperaturen anpassen können, und zwar durch eine veränderte Symbiontenwahl. Jungtiere hätten deutlich bessere Chancen als ihre Eltern. Ich habe schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass sich die Korallen über Tausende von Jahren den fallenden und steigenden Meeresspiegeln und mithin sich verändernden Temperaturen anpassen konnten, können mussten, einfach deshalb, weil diese Spezies sehr alt ist und das Fallen und Steigen der Meeresspiegel im Rhythmus der Eis- und Warmzeiten in ihre Lebensspanne fällt. Ansonsten wären sie schon lange ausgestorben. Sehr alte Lebewesen sind eben Überlebenskünbstler. Wer sich auf gymnasialem Niveau mit diesen Fragen befasst, findet in Wikipedia alle notwendigen Informationen. Nun also hatten auch die Journalisten der Leitmedien eine Erleuchtung. Sie reichten diese Nachricht herum wie eine staunenswerte Trophäe.

Ich schlage vor, dass wir uns für verstärkten naturwissenschaftlichen Unterricht einsetzen und neben Wirtschaftslehre zwei der drei Naturwissenschaften obligatorisch im Abitur festlegen.

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27. Juli 2017

Zahl der Geburten in Deutschland steigt seit 2011

Geburten in Deutschland

Daten nach statista, eigene Grafik

Logo dlf24

Im Deutschlandfunk wird von den steigenden Geburtenzahlen in Deutschland berichtet. Am niedrigsten lagen sie 2011 mit 662.685. Seither stiegen sie auf 737.575. Dem Anstieg liegt tatsächlich eine höhere Fertilität zugrunde. Die Anzahl der Kinder pro Frau stieg von 1,26 im Jahr 2003 auf 1,56 im Jahr 2015. Das ist immer noch nicht nachhaltig (hier kann man diesen Modebegriff einmal korrekt anwenden), aber doch auf dem Weg dahin. Wirklich?

Der Bericht gibt an, dass es vor allem Akademikerinnen seien, die wieder mehr Kinder bekommen. Ein wirksamer Anreiz sei mit dem Elterngeld geschaffen worden. Da die Zahl der weiblichen Akademiker zunimmt und diese immer höhere Abschlüsse anstreben (der weibliche Anteil der Doktoranten steig laut destasis von 22 % im Jahr 2006 auf 30 % im Jahr 2016), nehmen die Probleme der Familiengründung zu. Die Ehen werden später geschlossen und die Kinder kommen später zur Welt. Viele Frauen verzichten nolens volens auf Familie und Kinder. Noch immer sind Kinder karriereschädlich. Hier griff das Elterngeld und erhöhte die Chancengerechtigkeit.

Zurecht weist die Autorin Katharina Hamberger auf weiter bestehende Defizite hin. Das beginnt schon damit, dass eine Frau, egal, ob sie nun auf dem bayerischen Land oder in Prenzlauer Berg in Berlin wohnt, lange suchen muss, um eine Hebamme zu finden. Der Hebammenmangel führt auch dazu, dass die Kliniken Frauen in den Wehen wegschicken müssen, weil sie nicht genug Kapazitäten haben. In manchen Orten sind die Geburtsstationen sogar ganz geschlossen worden. Weiter geht es mit den Kita-Plätzen. In deren Ausbau wurde in den vergangenen Jahren tatsächlich viel Geld gesteckt, aber das Angebot reicht noch nicht aus. Ebenso fehlt es an Erzieherinnen.

Der Ausbau der Kleinkinderbetreuung hinkt weit hinter den Versprechungen her. Zwar haben alle Kinder Anspruch auf einen Platz, doch nicht passend zu den Arbeitsbedingungen der Eltern. Die Synchronisierung der Betreuungs- mit den Arbeitszeiten ist noch immer nicht ausreichend. Hier sind die einzelnen Familien überfordert. Auch die Einstellung der Arbeitgeber zur Familienbindung der weiblichen Mitarbeiter bessert sich. Doch es reicht noch lange nicht. Die Produktivität von Müttern ist durchschnittlich geringer als die von kinderlosen Frauen oder Vätern, die weniger stark in die familiären Pflichten eingebunden sind. Ein gesellschaftliches Umdenken muss weiter geführt werden, das nicht nur die Väter stärker in die Familienarbeit einbindet, sondern auch die beruflichen Chancen der Mütter verbessert. Wenn es allgemein üblich ist, Müttern Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen und sie nach der Kinderphase an die Karrieren heranzuführen z.B. durch Fortbildungen, verteilen sich die wirtschaftlichen Nachteile der Arbeitgeber und gleichen sich aus. Es wäre für alle ein Freiheitsgewinn.

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23. Juli 2017

Anteil untergewichtiger Kleinkinder sinkt weltweit

Grafik über untergewichtige Kleinkinder

Quelle: ourworldindata.org

Die neueste Grafik von Our World in Data befasst sich mit dem Anteil untergewichtiger Kleinkinder (bis zu 5 Jahren) und damit indirekt mit Unterernährung. 1990 betrug der Anteil noch fast 25 %. Er liegt heute bei 14 %. Die Situation in den bevölkerungsreichsten Ländern China, Indien, Bangladesh aber auch in Nigeria gleicht dieser Tendenz. Betrug der Anteil in Indien im Jahr 1970 noch etwa 65 %, so liegt er heute bei 30 %.

Diese erfreuliche Entwicklung geht auf die zunehmend bessere Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln zurück. Noch ist die Ernährungslage nicht überall ausreichend, doch schon jetzt ist der Kampf gegen den Hunger in weiten Teilen der Welt gewonnen oder wenigstens auf dem Weg dorthin.

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21. Juli 2017

China stimmt Reisimporten aus den USA zu

Logo dlf 24

Der Deutschlandfunk meldet heute, dass China Reisimporten aus den USA zugestimmt habe. Damit erhielten amerikanische Produzenten Zugang zum größten Reis-Markt der Welt. China hat im vergangenen Jahr fünf Millionen Tonnen Reis importiert. Das Land öffnete seinen Markt bereits mit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation 2001. Die Einfuhr von Reis aus den USA scheiterte aber an fehlenden Protokollen zum Pflanzenschutz.

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19. Juli 2017

Umweltschonendes Verfahren zur Aufbereitung von kontaminiertem Abwasser zu Trinkwasser entwickelt

Abwasser

Foto: NoCamels

Logo NoCamels

Die israelische Zeitschrift für Innovationen NoCamels informiert über einen Durchbruch bei der Abwasseraufbereitung.

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge wird 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung in Regionen leben, die von Wasserknappheit betroffen sind. Darüber hinaus sind gegenwärtig weltweit schätzungsweise ca. 1,8 Milliarden Menschen von verseuchtem Wasser betroffen. Deshalb haben israelische, deutsche und US-amerikanische Forscher jetzt zusammen eine Filtrationsmembran entwickelt, welche Abwasser von Viren und Bakterien klärt und dann in Trinkwasser umwandelt. Die „zwitterionische Polymer-Hydrogel-Membran“ wurde von Forschern der Ben-Gurion-Universität, der Universität Duisburg-Essen und der Universität Illinois erarbeitet. Der Ben-Gurion-Universität zufolge ist sie effizienter und effektiver als jede ihrer Konkurrenten, da es durch die Verwendung von Abwasser umweltschonender und energiefreundlicher ist, als die sonst verwendeten Methoden, wie etwa Entsalzung oder Aerifizieren. Die neue Filtrationsmethode kommt ohne Chemikalien aus.

Diese Nachricht ist ein weiterer Beleg gegen die ökologistische Theorie von der Überbevölkerung. Wir leben nicht von diesem Planeten, sondern auf ihm. Er fasst noch einige Milliarden Menschen mehr, ohne Schaden zu nehmen. Der menschliche Erfindungsgeist kennt keine Schranken. Wie heißt es in einem der Gedichte Hölderlins (Patmos), die unter Ökos einen Kultstatus haben doch? "Wo Gefahr ist, wächst ein Rettendes auch."

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17. Juli 2017

Kleine Kernkraftwerke vom Fließband

Reaktor NuScalePower

Querschnitt-Zeichnung eines modularen Kleinreaktors der amerikanischen Firma NuScale. Die Systeme kommen ohne Pumpen und Verbindungsrohre aus. Die Kühlung wird durch Konvektionsströme gewährleistet. Quelle: NuScale Power, LLC (Zum Vergrößern anklicken)

Logo Deutschlandfunk

Zwei Vorteile bieten die Kernreaktoren der vierten Generation: Sie lassen sich als Kleinkraftwerke modular konstruieren und sie können im Fall eines Defektes keine Kernschmelze erzeugen. Bei einem Unglück klingt die Reaktion von selbst ab. In einem Bericht des Deutschlandfunks werden die Vorzüge ausführlich dargestellt, gespickt mit Statements der professionellen Bedenkenträger, die immer ein Haar in der Suppe finden, wenn es darum geht, sich die unwahrscheinlichsten und schrecklichsten Unglücke auszudenken. Die modulare Bauweise ermöglicht es, bei laufendem Betrieb die Reaktoren der Reihe nach zu warten und sogar ggf. auszutauschen, wenn Materialermüdungen es erforderlich machen. Die modulare Architektur erlaubt auch eine Anpassung der Leistung an die Erfordernisse eines volatilen Netzes, das durch die sog. erneuerbaren Kraftwerke verursacht wird. Damit ist langer Sicht eine Perspektive denkbar, die ganz ohne Kohlekraftwerke auskommt. Man könnte den gesamten Strombedarf mit Nukleartechnologie erzeugen, auch die Spitzenlasten, und sowohl auf die Verbrennungsanlagen als auch auf die teuren und unrentablen Wind- und Solaranlagen verzichten.

Natürlich lassen sich diese Reaktortypen auch groß skalieren und somit zur Versorgung von Ballungszentren einsetzen. Die Vorräte an spaltbarem Material reichen bei Einsatz der Bruttechnologie trotz des steigenden Bedarfs 300.000 Jahre. Derzeit sind ca. 450 Kernreaktoren weltweit in Betrieb und 60 in Bau. Sie erzeugen knapp 5 % der Energie weltweit. (Siehe ourworldindata.org)

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12. Juli 2017

These vom langfristigen Abschwächen des Golfstroms aufgrund menschlicher Technologie nicht haltbar

Buchcover our threatened oceans

Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung verbreitete die Schreckensnachricht, dass langfristig der wärmende Golfstrom durch die menschenverursachte Klimaerwärmung zusammenbrechen würde. Coverfoto: PIK

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Im Januar 2016 bereits veröffentlichte das Journal of Ocean Engineering and Science den Aufsatz There is no real evidence for a diminishing trend of the Atlantic meridional overturning circulation. Mit Atlantic overturning circulaton (AMOC) ist der Golfstrom gemeint. Dieser transportiert warmes Meerwasser von der Karibik zur Westküste Europas. Unsere Breiten wären viel kälter ohne den Golfstrom, vergleichbar mit Kanada. London liegt nördlicher als Montreal. In dem Artikel der Fachzeitschrift wird die These des PIK zurückgewiesen, dass aufgrund der industriell bedingten gestiegenen CO2-Emmisionen der Golfstrom zum Erliegen käme. Wörtlich heißt es:

The Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC) is part of the great ocean “conveyor belt” that circulates heat around the globe. Since the early 2000s, ocean sensors have started to monitor the AMOC, but the measurements are still far from accurate and the time window does not permit the separation of short term variability from a longer term trend. Other works have claimed that global warming is slowing down the AMOC, based on models and proxies of temperatures. Some other observations demonstrate a stable circulation of the oceans. By using tide gauge data complementing recent satellite and ocean sensor observations, the stability of the AMOC is shown to go back to 1860. It is concluded that no available information has the due accuracy and time coverage to show a clear trend outside the inter-annual and multi-decadal variability in the direction of increasing or decreasing strength over the last decades.

Mit anderen Worten: Die starke These ist reine Spekulation. Tatsächlich wurden beträchtliche Schwankungen der Wassermenge beobachtet. Eine Verursachung durch den Klimawandel und insbesondere durch den anthropogenen Anteil ist natürlich grundsätzlich nicht beobachtbar. Um diese Frage zu klären müssten aufwändige Berechnungen unter Berücksichtigung aller Faktoren vorliegen, was nicht der Fall ist. Es handelt sich um einen Alarm, mit dem die interessierte Öffentlickeit geängstigt werden soll.

Das PIK steht mehr und mehr allein mit seiner steilen These. Zu den beobachteten Schwankungen geht Monika Rhein vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen davon aus, dass sie natürliche Ursachen haben. Das größte Problem sieht Jochen Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie darin, dass zuverlässige direkte Messungen noch nicht weit genug in die Vergangenheit zurückreichen. Schwierig sei auch, dass Messungen ausschließlich eines Abschnittes ein unvollständiges Bild ergeben. Grundsätzlich fehle es an einem Gesamtbild der Situation und an einer feinmaschigen Messreihe, die weit genug in die Vergangenheit zurückreicht.

Stefen Rahmsdorf forderte auf einer Podiumsveranstaltung zu diesem Thema die Aufstockung von Forschungsmitteln zur Klimaforschung von derzeit 3 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro. Da ist die Katze aus dem Sack. Das Alarmschlagen gehört zum Geschäftsmodell, bei dem Steuermittel in die eigenen Institute gelenkt werden. Und wenn bei der eigenen Forschung nur Mist herauskommt, dann sollen die Mittel verzehnfacht werden. Wir sollten lieber die Gelder für die Forschung erhöhen, die tatsächliche Probleme betrifft, z.B. in die Herstellung von billigen Medikamenten gegen Seuchen in Afrika.

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10. Juli 2017

Die Rückkehr des Dorschs in der Ostsee

Dorsch-Fang in der Ostsee

Foto: Deutschlandradio / Silke Hasselmann

Logo Deutschlandfunk

Dem Dorsch in der Ostsee ging es lange schlecht. Die Fischer konnten nicht die erlaubten Quoten erreichen. Als Grund gelten Nachwuchsprobleme. Doch nun hat sich die Lage deutlich gebessert. "Nun, in diesem Jahr stellen wir fest, dass ... wunderbarerweise der 2016er Jahrgang weit überdurchschnittlich ist. Die Erholung dieses Bestandes kann viel schneller erfolgen, aufgrund dieses einen starken Jahrgangs; und wenn alles wirklich gut geht, dann kann der Bestand 2019 zum Jahresanfang wieder im grünen Bereich sein.", kommentiert der Fischereibiologe Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock.

Die Gründe sind nicht klar. Die Fangzeit wurde eingeschränkt. Off-shore-Windparks werden nicht befischt und bieten Rückzugsräume. Noch sind die Jungtiere nicht groß genug. Sie wachsen erstaunlich schnell. In zwei Jahren können sie gefangen werden.

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7. Juli 2017

EU und Japan einigen sich auf Freihandelsabkommen

Außenhandelsanteile

Die EU ist der größte Wirtschaftsraum beim Außenhandel. Grafik: bpd

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Der größte Handelsraum der Erde vereinbart mit der drittgrößten Volkswirtschaft, Japan, ein Freihandelsabkommen, berichtet Die Welt. Gut so.

Dies ist das Ergebnis eines Gipfeltreffens von Ministerpräsident Shinzo Abe mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel. ... Der seit 2013 vorbereitete Freihandelspakt zwischen den beiden mächtigen Wirtschaftsräumen soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um Wachstum und neue Jobs zu schaffen. Allerdings ist der äußerst komplizierte Vertrag noch nicht vollständig ausverhandelt. Das dürfte nach Einschätzung von EU-Beamten noch Monate dauern. Mit der Grundsatzeinigung wollten beide Seiten kurz vor dem G-20-Gipfel vor allem ein politisches Signal gegen Protektionismus setzen.

Merkel und andere Politiker wollen den Vertrag mit den USA wieder ins Gespräch bringen. Die politische Klasse scheint aufgewacht zu sein.

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28. Juni 2017

Müttersterblichkeit in 20 Jahren weltweit halbiert

Müttersterblichkeit

Quelle: Our World in Data

In einer neuen Darstellung zeigt Max Roser die positive Entwicklung im Bereich der Müttersterblichkeit. Weltweit sank die Rate in den letzten 20 Jahren von 400 auf 200 pro 100.000 Lebendgeburten. Die Sub-Sahara-Staaten lagen 1990 bei ca. 1000 Müttern und 2015 bei ca. 550. Das ist noch immer viel zu viel (Deutschland liegt bei 6), doch die Tendenz spricht von den Fortschritten der UNO-Programme und der nationalen Anstrengungen.

Kindbettfieber ist die Hauptursache für Müttersterblichkeit. Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die bei der Geburtshilfe übertragen werden kann, aber antibiotisch behandelbar ist. Das Wissen über diese Zusammenhänge und die Erfolge der pharmazeutischen Industrie senkten im 19. und 20. Jahrhundert in den hochentwickelten Ländern die Müttersterblichkeit von ca. 200 auf unter 10. Heute beträgt die Rate der ärztlich betreuten, meist stationären Geburten annähernd 100 Prozent; in den Subsahara-Staaten immerhin schon nahe 50 Prozent.


21. Juni 2017

Vom Rückgang des amerikanischen Rassismus

Schwarze Polizeibeamte

Mitglieder der "National Black Police Association" aus San Diego (Kalifornien) stellen ihr Gruppenfoto in ihrer Website öffentlich. Ihr Ziel ist es unter anderem, farbigen Nachwuchs zur Polizeiarbeit zu ermuntern. Foto: http://sandiegobpoa.org/our-purpose/

Logo Novo Argumente

Obwohl der Rassismus in den USA stetig abnimmt, behaupten deutsche Medien das Gegenteil. Eine empirische Spurensuche von Lukas Mihr in Novo Argumente:

Einige Fakten: Spiegel Online berichtete, dass Minderheiten unter den Facebook-Angestellten unterrepräsentiert seien. Nur 4 Prozent von ihnen seien hispanisch und 2 Prozent schwarz. Dass aber 38 Prozent aller Angestellten Asiaten sind, erfuhr der Leser nicht. 2015 und 2016 wurden 491 Schwarze von Polizisten erschossen. Wir lesen aber selten von den 960 Weißen, die im gleichen Zeitraum dasselbe Schicksal erlitten. Die Zahlenverhältnisse entsprechen den Kriminalitätsraten. Die meisten beider Gruppen waren Schwerkriminelle.

Von einer rassistischen Benachteiligung bei Neueinstellungen kann auch keine Rede sein. Seit 1987 stieg die Zahl der Schwarzen im Polizeidienst von 9 Prozent auf 12 Prozent, die der „Hispanics“ Bevölkerung von 4 Prozent auf 12 Prozent und die der Asiaten von 1 Prozent auf 3.5 Prozent. Dieser Trend ist nicht auf den Streifendienst beschränkt, wie der Blick auf die fünf größten US-Städte zeigt: New York und Los Angeles hatten jeweils zwei schwarze Polizeipräsidenten, Chicago sogar vier, Houston einen und Philadelphia drei.

Bei der letzten Oscar-Verleihung wurde in den Medien die Benachteiligung von Schwarzen bei der Preisverleihung beklagt. Genauer gesagt, es wurde von den Klagen schwarzer Künstler wegen angeblicher Benachteiligung aus rassistischen Gründen berichtet. Tatsächlich aber waren 22 Prozent der US-amerikanischen Oscar-Gewinner der letzten 20 Jahren schwarz – während nur 12 Prozent der US-Bevölkerung schwarz sind. Filme, die Rassismus und Sklaverei anprangern, wurden ausgezeichnet. 2008 und 2012 zählten Hollywoods Studiobosse zu Obamas wichtigsten Wahlkampfspendern.

Zeitgleich zu den Präsidentschaftswahlen fanden auch die Kongresswahlen statt (Abgeordnetenhaus und Senat). Dabei wurden 106 nicht-weiße Parlamentarier gewählt. Bei den Kongresswahlen 2012 hatte diese Zahl noch bei 82 gelegen. Der 1980 gewählte US-Kongress war zu 6 Prozent nicht-weiß, der derzeitige ist es zu 19 Prozent.

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26. Mai 2017

Das Seidenstraßenprojekt Chinas

Logo The African Executive

The African Executive ist eine Publikation des liberalen Think Tanks IREN Kenya. Dieser arbeitet mit der Friedrich-Naumann-Stiftung zusammen. Die Publikation veröffentlichte einen Artikel (hier) des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping über die Pläne, die Seidenstraße wiederzubeleben. In unserer Presse fand diese Initiative wenig Beachtung. Wir sind mit den Terroranschlägen, Trumps neueste Zumutungen und den Parlamentswahlen in verschiedenen Länder befasst. Doch aus afrikanischer Sicht handelt es sich um eine hoffungsvolles Vorhaben.

Wie die obenstehende Grafik zeigt, plant die chinesische Führung nicht einfach eine Neuauflage der historischen Seidenstraße in Zentralasien, sondern den Ausbau komplexer Verkehrswege zu Land und zu Wasser, die Fernasien mit Europa und Afrika verbinden zum Zweck des friedlichen Handels und des Informationsaustauschs. Der pazifische Raum als das Dreieck Ostasien, Nordamerika und Australien entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten außerordentlich dynamisch. Die meisten großen Containerhäfen und die meisten Metropolen liegen in diesem Dreieck. Die Wirtschaftsentwicklung der dortigen Länder beseitigte die extreme Massenarmut und schuf einen bescheidenen Wohlstand.

Demgegenüber verlief die Entwicklung des Handels im Seidenstraßendreiecks unter den Möglichkeiten. Es ist bezeichnend, dass Afrikaner der chinesischen Initiative eine größere Aufmerksamkeit schenken, als Europäer. Und es ist bezeichnend, dass die Initiative von China ausgeht. Wir sollten sie unterstützen.

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22. Mai 2017

Mobiles Bezahlen in Südafrika - Ein Feind von Scheinen und Münzen

snapscan Werbeschild

Foto: snapscan.co.za

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Die NZZ berichtet vom Erfolg bargeldlosen Bezahlens per Handy in Afrika. Lange vor den amerikanischen Großunternehmen machte Kobus Ehlers (Südafrika) seine App Snapscan popular. Bekanntlich überspringen die Afrikaner einige Technologieschritte im Kommunikationssektor, indem sie übergangslos in die Kommunikation per Funk einsteigen. Wer in Afrika telefoniert, hat ein Handy.

Mit einem Master-Abschluss in Philosophie ist Ehlers nicht der typische Silicon-Cape-Unternehmer. IT hatte ihn aber schon immer interessiert, und Gründergeist verspürte er ohnehin. Nach einigen Jahren als Dozent an der Universität Stellenbosch wechselte er zu einem Zusammenschluss diverser Startup-Unternehmen. Dort entwickelte er mit Kollegen die Snapscan-App. Zuerst experimentierten sie auf Obst- und Gemüsemärkten. Die Resonanz war überwältigend. «Auf solchen Märkten will niemand mit Bargeld hantieren, weder die Käufer noch die Verkäufer», erzählt er. Bald zogen Cafés, Restaurants, Einzelhändler nach. Auch in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg wurde man aufmerksam. «Wir haben nie Werbung gemacht, es lief auch so.»

Die Standard Bank, eine der Großbanken Südafrikas kooperierte mit dem Startup. Heute sind 30.000 Händler angeschlossen. Bargeldgeschäfte sind durch hohe Gebühren belastet und wegen der Taschendiebstähle unbeliebt. Die Handhabung ist simpel. Es genügt, den QR-Code des Händlers zu scannen.

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19. Mai 2017

Angolas Kleiderhandel mit brasilianischer Mode

Kleiderladen in Luanda

Ein Kleiderladen in Luanda, der angolanischen Metropole, in dem brasilianische Mode verkauft wird. Foto: Freedom Today

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Aufgrund der gemeinsamen Sprache entwickelt sich eine ein Handelsbeziehung zwischen Angola und Brasilien. In dem Beispiel der internationalen Internetzeitschrift Freedom Today wird von diesem Moment der Globalisierung berichtet.

Umgekehrt gibt es in Brasiliens Großstädten angolanische Viertel, in denen die afrikanischen Einwanderer Restaurants und alle möglichen legalen und illegalen Geschäfte betreiben. Wenn wir bedenken, dass die schwarzen Brasilianer dereinst als Sklaven verschleppt wurden, können wir selbst die illegalen Einwanderung als Fortschritt begreifen, geschieht sie doch aus freiem Willen. Wir denken uns Globalisierung zu einseitig als Verdichtung der Handelsbeziehungen der hochentwickelten Länder mit unterentwickelten, wobei diese die mechanische Industriearbeit übernehmen, während wir die Technologie produzieren. Aber Globalisierung ist eine multilaterale Entwicklung. Unterentwickelte Länder verbinden sich miteinander. Dies kann leicht in Branchen mit weniger anspruchsvoller Technik geschehen, wie der Mode. Doch bildet sich dadurch eigenes Kapital, das längerfristig auch in anspruchsvolleren Branchen investiert wird.

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18. Mai 2017

Kinderarbeit weltweit rückläufig

Grafik Kinderarbeit

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Kinderarbeit ist ein Symptom der Unterentwicklung. Wir müssen sie als Ursache für mangelnde Bildungschancen negativ bewerten. Doch liegt die Sache nicht so einfach. Häufig sind Kinder in armen Ländern die einzigen Verdiener ihrer Familien. Würde sie gewaltsam unterbunden, würden die Jungen in die Klein- und Bandenkriminalität und die Mädchen in die Prostitution ausweichen. Das wäre das größere Übel.

Kinderarbeit tritt unter den Bedingungen der Industrieproduktion auf, wenn es einen beträchtlichen Arbeitskräfteüberschuss gibt und die Fertigkeiten geringe Fachkenntnisse erfordern. Eine von mehreren Ursache für den Arbeitskräfteüberschuss ist eine hohe Geburtenrate. In Bangladesh betrug diese 1980 noch 6,1 (Kinder pro Frau). Sie sank bis 1996 auf 3,4 und liegt heute (2014) bei 2,1. Damit schwächt sich eine der Bedingungen für Kinderarbeit beträchtlich ab.

Die Grafik von Our World in Data zeigt die erfreuliche Tatsache, dass Kinderarbeit weltweit auf dem Rückzug ist. In Italien z.B. verschwand sie in den Jahren 1880 bis 1960 fast gänzlich (ein Rest bleibt aufgrund der bäuerlichen Bedingungen), aber auch im Weltmaßstab sank sie von 30 % auf 10 %. Die Globalisierung trägt maßgeblich zur Humanisierung der Lebensverhältnisse aller Menschen bei.

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18. April 2017

Höhere Eträge auf schrumpfenden Ackerflächen

Grafik Maisanbauflächen

Grafik: Novo Argumente

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In einer Analyse von Jesse Ausubel (Novo Argumente) wird eindrucksvoll auf die Folgen einer Entkoppelung der landwirtschaftlichen Produktion am Beispiel des Mais von der Ackerfläche hingewiesen. Während sich der Ertrag in der Zeit von 1940 bis heute etwa verfünffachte, nahm die bewirtschaftete Fläche sogar ab. Der Erfolg konnte ohne erhöhten Einsatz von Dünger oder anderen Produktionsmitteln erbracht werden. Nicht nur die Ackerfläche, auch die eingebrachten Stoffe nahmen ab: Stickstoff, Phosphate, Kali und sogar Wasser.

In einer von der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union finanzierten Metaanalyse, in der 147 Studien zu aktuellen Trends in der ertragsstarken Landwirtschaft des Soja-, Mais- und Baumwollanbaus untersucht wurden, konnten Wilhelm Klümper und Matin Qaim zeigen, dass ein Rückgang von 37 Prozent in der Nutzung von chemischen Pestiziden mit einer Ertragssteigerung von 22 Prozent in der Ernte einherging. Genauso sieht Präzisionsackerbau aus: Indem teilflächenspezifisch gearbeitet wird, braucht man weniger Energie und weniger Wasser.

Die Aufgabe kleinerer Anbauflächen und die Konzentration auf Großflächen steigert nicht nur die Erträge, sie führt auch zu einer Renaturierung der Fluren. In der ehemaligen Sowjetunion und in Osteuropa wurden inzwischen zwischen 30 und 60 Millionen Hektar Land zurückgegeben. 30 Milionen Hektar entspricht der Größe Polens oder Italiens. Ob allerdings die im Artikel erwähnte Ausbreitung von Bären in New Jersey unweit von New York und die Gefahren für Wanderer als Folge dieser Entwicklung eine gute Nachricht ist, wie die Ökos es sehen, oder eher nicht - sei dem Urteil des Lesers überlassen.

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6. April 2017

Die Zahl der Mordopfer sinkt in Deutschland weiterhin

Grafik Mordopfer in Deutschland

Quelle: statista.de

Logo statista

Betrug im Jahr 2000 die Zahl der Mordopfer in Deutschland noch 497, war sie im Jahr 2015 auf unter 300 gesunken. Das sind immerhin knapp 40 % weniger Menschen. Im Groben kann diese Kennziffer als Indikator für das Ausmaß von ziviler Gewalt gelten, weil andere Gewaltdelikte mit ihr einigermaßen gut korrelieren.

Der Rückgang vollzieht sich nicht ganz gleichförmig. Es gibt auch Rückschläge. Wenn in Bälde die Zahlen für 2016 veröffentlicht werden, werden wir wahrscheinlich über "erschreckende" Entwicklungen aufgeklärt, die einen Zusammenhang zwischen anschwellender Gewalt und Flüchtlingen herstellen. Die AfD buhlt, wenn wir den Zeitungsberichten glauben dürfen, bei jüdischen Senioren in Altersheimen um Wählerstimmen. Perfid! Natürlich haben Juden Angst vor einem anschwellenden radikalen Islamismus, doch die neurechte Bewegung, von der sich die AfD nährt, ist die eigentliche Gefahr. Sie wirbt für ein "identitäres" Denken, d. h. dafür, Menschen nach einer Gruppenzugehörigkeit zu bewerten. Die identitäre Ideologie, einst von der Linken, insbesondere den linken Feministinnen ins Leben gerufen, übernimmt heute die Funktion des in Misskredit geratenen offenen Nationalismus. Welche Folgen exzessiver Nationalismus nach sich zieht, wissen gerade Juden am besten.

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30. März 2017

Immer mehr Menschen leben in einer Demokratie

Grafik zur Verteilung der Bevölkerung auf politische Systeme

Quelle: ourworldindata.org

Entgegen der gängigen Meinung entwickelt sich unsere Welt positiv. Das trifft auf sehr viele relevante Indikatoren zu - auch auf die Freiheitsrechte und die Gesellschaftssysteme. Immer mehr Menschen leben in Demokratien. Die Ära der Diktaturen ist im globalen Maßstab vorüber. Totalitäre Systeme wurden durch unblutige Revolutionen gestürzt, wobei einige der ehemals sozialistischen Länder sich auf dem Weg in eine Restauration autoritärer Verhältnisse befinden. Doch eine differenzierte Betrachtung unterscheidet zwischen harten Diktaturen, Autokratien und autoritären Regimen. Zwischen Orban, Putin, Castro und Kim bestehen große graduelle Unterschiede.

Die Grafik der Datenbank Our World in Data behandelt in einem Kapitel Optimismus und Pessimismus der Bevölkerung. Dort findet sich die obige Grafik. Der Begriff Anocracy bezieht sich auf Länder, in denen die Gewalt nicht eindeutig zentralisiert ist. Er umfasst sog. failed states und Bürgerkriegsgebiete. Die Kolonien sind inzwischen verschwunden. Auch die Anokratien verlieren in Relation zur Weltbevölkerung und in großen Zeitfenstern betrachtet an Gewicht. Die Ordnungen tendieren zu einer Polarität zwischen Autokratien (die hier nicht differenziert werden) und Demokratien. Letztere überwiegen inzwischen und ihnen gehört die Zukunft.

Es gibt nach Amarthya Sen keine direkte Kausalität zwischen Wirtschaftswachstum und Demokratie, doch wohl aber eine zwischen Demokratie und der Vermeidung von Hungerkatastrophen. Regierungen in Demokratien sind viel unmittelbarer an die öffentliche Meinung gebunden. Sie können sich Hungerkatastrophen im eigenen Land nicht leisten.

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24. März 2017

Rückläufige Tendenzen der zivilen Gewalt

Quelle: ourworldindata.org

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Bei der Grafik handelt es sich um einen screenshot. Auf der Originalseite (hier) lassen sich viel mehr Länder auswählen und miteinander vergleichen. Den meisten gemein ist eine Tendenz zur Absenkung der zivilen Gewalt gemessen an Morden pro 100.000 Menschen. Auch in den USA, deren Mordrate auf einem vielfach höheren Niveau steht als die der europäischen Länder, ging die Gewalt unter der Obama-Administration auf die Hälfte zurück.

Die 1960er- und 1970er-Jahre waren in den europäischen Ländern, aber auch in den USA, gewalttätiger als die heutige Zeit, in der wir die Bedrohung durch den islamistischen Terror als besonders gefährlich empfinden. Die reale Gewalt der Vergangenheit überstieg die gefühlte Gewalt der heutigen Zeit.

Als Ursachen für die höhere Gewaltraten kann der Kalte Krieg aber auch die Macht organisierter Kriminalität herangezogen werden. Insbesondere die linken Guerillas in den armen Ländern und die Stadtguerillas linker und rechter Prägung in Italien und Deutschland, aber auch die separatistische Bewegung in Spanien und die irischen Nationalisten trugen einen entscheidenden Anteil zum Gewaltpegel im letzten Drittel des 20. Jahrunderts bei. Die Schwäche der Polizei in bestimmten Wohnbezirken in den USA gepaart mit der Allgegenwart von Waffen treiben die Mordraten in die Höhe.

Auch heute brechen immer wieder neue Gewaltexzesse auf, so zum Beispiel in Indien. Wir beobachten dennoch keine steigende Tendenz in globaler Sicht. Die Brennpunkte sind lokal und temporär. Für eine wirksame Befriedung sind sowohl der Ensatz der staatlichen Macht, eine entschlossene Justiz als auch Zivilcourage nötig. Die freiheitlichen Bürger dürfen sich nicht einschüchtern lassen und müssen die Ziele der Gewalttäter mit guten Gründen verwerfen. Die Ächtung von Gewalt, die Entwicklung von kommunikativen Mitteln der Konfliktbeilegung und die Verdrängung des Ehrenkodex unter den Männern sind wichtige Hilfsmittel, die staatlichen Machtmitteln erst den Ruch der äußeren Einmischung nehmen.

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20. Februar 2017

Pakistan: Die am meisten unterschätzte Ökonomie der Welt

Wirtschaftswachstum jährlich

Grafik: Welt

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Die Welt berichtet Erfreuliches: Pakistan glaubt jeder zu kennen: Ein Land, das von Terror und Korruption zerfressen ist, in dem Armut und Elend grassieren, wo Hoffnungslosigkeit und Gewalt herrschen. Dass ausgerechnet hier ein Signal des wirtschaftlichen Aufschwungs zu entdecken wäre, käme den wenigsten in den Sinn. Doch genau dies ist der Fall. Denn die Wirtschaft wächst nun bereits seit Jahren mit mehr als vier Prozent. Für dieses Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) sogar ein Plus von fünf Prozent.

Der Schub kommt von staatlichen Reformen her, die vom IWF vorgeschlagen wurden. Nein, es handelt sich nicht um Steuersenkungen, im Gegenteil: Erreicht wurde dies durch einschneidende Reformen, teilweise unterstützt durch den IWF. So wurden Energiesubventionen, die vor allem den Wohlhabenderen zugute kamen, abgeschafft, die Steuereinnahmen wurden deutlich erhöht, indem Ausnahmen beseitigt wurden, und diverse Teile der Wirtschaft, die bisher außen vor waren, werden nun ebenfalls vom Fiskus erfasst. „All das erlaubte die Ausgaben für Investitionen und für soziale Unterstützungsmaßnahmen deutlich zu erhöhen“, lobt Harald Finger, Chef der IWF-Mission für Pakistan.

Gerade die Abschaffung von Protektionen, die zur Senkung der Kosten von Unternehmen beitrugen, stimulierte die Wirtschaft. Mehr Markt und damit mehr leistungsbezogene Gerechtigkeit, höhere Staatseinnahmen und ein damit verbundener Schuldenabbau, eine stabilere Stromversorgung - das sind die Faktoren des Fortschritts. Mit einem Wort: Ein besser funktionierender und gerechter eingerichteter Staat beflügeln die Menschen zu höheren Leistungen.

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6. Februar 2017

Die Kriegszeiten verschwinden

Logo Our World in Data

In Zeiten der Wiederkehr des Kalten Krieges und des Neo-Nationalismus muss daran erinnert werden, was auf dem Spiel steht. Erstmals in der Geschichte der Menschheit ist es gelungen, den Krieg zwischen Nationen einzudämmen und zum Verschwinden zu bringen. Die Grafik von Our World In Data führt die Kriegsjahre für wichtige Länder auf in einer Gesamtschau für die letzten 500 Jahre. Wir können im oberen Teil erkennen, dass selbst ehemals sehr kriegerische Großmächte wie Großbritannien nach Ende des Zweiten Weltkrieges sich immer mehr von der Bühne der Kriege verabschiedete. Die Aggregation in 50-Jahre-Blöcken zeigt, dass wir im friedlichsten Jahrhundert aller Zeiten leben. (Die Vormoderne war um ein Vielfaches gewaltsamer als die Moderne.)

Zum Vergrößern der Grafik bitte anklicken.

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2. Februar 2017

Erstes Saatgut-Produktionsunternehmen in Afrika gegründet

Bild: Annual Report der AATF 2015

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AATF-Blog: Mit Hilfe von 8,4 Millionen USD unterstütze die Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung die Gründung eines Saatgutunternehmens mit dem Namen QualiBasic Seed in Afrika mit Sitz in Nairobi, Kenia. Wie das Unternehmen mitteilt, führt der schwierige Zugang und die Verwendung von qualitativ schlechtem Saatgut bei einigen Erzeugern zu geringen Ernteerträgen und Ernteausfällen, die eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigen und dem Kontinent eine wertvolle Entwicklungsmöglichkeit kosten. Das neue Unternehmen möchte insbesondere kleine und mittlere Unternehmen mit einem für die jeweiligen Bedingungen optimierten Saatgut beliefern. Das Projekt soll eine Lücke schließen zwischen den am Weltmarkt agierenden großen Produzenten und den in eigener Regie nachzüchtenden Kleinstbetrieben, um einerseits Produkte besser an die regionalen Bedingungen anzupassen, anderereits Skaleneffekte zu generieren.

Die AATF bietet Know-how über landwirtschaftliche Technologien an. Sie setzt sich für die Ernährungssicherheit und die Armutsbekämpfung in Afrika südlich der Sahara ein. Sie ist eine in Großbritannien eingetragene Wohltätigkeitsorganisation und hat in den USA einen steuerfreien Status. In Kenia und Nigeria wurde sie als gemeinnützige Organisation registriert.

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27. Januar 2017

Klimawandel trägt zur Vermehrung von Süßwasserflächen bei

Grafiken Oberflächenwasser Aralsee und Tibet

In Kasachstan schwindet das Oberflächenwasser des Aralsee. In Tibet nimmt es zu. Grafik: nature

Logo Nature

Eine in nature veröffentlichte Studie von Jean-François Pekel, Andrew Cottam, Noel Gorelick & Alan S. Belward vergleicht anhand von Satelitenbildern mit einer Auflösung von 30 Metern die mit Süßwasser bedeckte Erdoberfläche in den letzten 32 Jahren. Das Ergebnis: Es stehen sich schwindende und wachsende Flächen gegenüber. 90.000 qkm Fläche verschwanden und 184.000 qkm bildeten sich an anderen Orten neu. Insgesamt beobachteten sie eine Vermehrung.

Die Ursachen für diese Veränderungen sind multipel. Die Verluste gehen auf Flussbegradigungen und Dürre zurück. Die Zuwächse werden von neu angelegten Reservoirs und von klimatischen Veränderungen verursacht.

Abgesehen von der offenen Frage, ob der sich vollziehende Klimawandel menschenverursacht ist oder natürlichen Ursprungs, seine Auswirkungen auf uns und die übrige Natur sind keineswegs nur negativ. Es gibt Klimagewinner und -verlierer, wobei die Gesamtbilanz im Fall der Oberflächengewässer eher positiv zu sein scheint. Zu den Verlierern zählen die Länder des Nahen Ostens, zu den Gewinnern beispielsweise Tibet.

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12. Januar 2017

Dem Eisbär geht es gut

WWF-Kampagne zum Eisbären

Der WWF ruft auf zum Kampf (d.h. zum Spenden an den WWF) gegen das Aussterben der Eisbären. Angeblich bedrohe der Klimawandel die Art. Quelle: WWF

Logo Kalte Sonne

Mehrfach schon berichtete die Kalte Sonne über den Alarmismus der Ökoverbände wegen der angeblich gefährdeten Eisbären. Gegenwärtig erneuert der WWF seine Spendenkampagne, weshalb ich auf eine ältere Publkation vom Dezember 2014 zurückgreife.

Die Argumentation ist so simpel wie falsch. Die (menschengemachte) Klimaerwärmung sei Schuld am Rückgang des Lebensraums der Bärenart. Letztlich stehe das völlige Aussterben bevor. Unsinn. Der Eisbär (übrigens keine eigenständige Art, sondern eine Rasse, die mit den Grizzlies verwandt ist) überlebte schon wärmere Zeiten, in denen es gar keine polare Eisplatte gab. Er ist fähig, sich an die Bedingungen des Festlandes anzupassen. Daher sind Aussterbeszenarien substanzlos. Doch lässt sich noch nicht einmal die Behauptung aufrecht erhalten, dass die Zahl schwindet. Tatsächlich nimmt sie wahrscheinlich sogar zu. Das hat damit zu tun, dass ein Abschussverbot verhängt wurde. Die Hauptgefahr war nicht das Klima, sondern die Jagd der Inuits. Der Staat Alaska klagt übrigens gegen das Jagdverbot, weil es aufgrund der Bestände nicht begründet ist.

Interessant sind auch die Zahlenspiele, die von der Ökolobby betrieben werden. Durch Weglassen von großen Gebieten in den Statistiken werden schrumpfende Bestände konstruiert, damit die Öffentlichkeit im Sinne einer guten Spendenbereitschaft bedient werden kann.

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10. Januar 2017

Nie zuvor ging es der Mehrheit der Deutschen so gut

Arbeitsmarktstatistik als Grafik

Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Logo Die Welt

Dorothea Siems berichtet in der Welt auf der Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und dem Armutsbericht der Bundesregierung über die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes in Deutschland in den letzten Jahren. Während die Öffentlichkeit den Eindruck hat, nicht zuletzt aufgrund der verzerrten Information von Politikern und Medien, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffne und die Armut zunehmen, verhält es sich genau gegenteilig. Die Arbeitslosigkeit nimmt ab, die Löhne nehmen zu und in der Folge schließt sich die Schere. Das Volkseinkommen nahm gegenüber dem Jahr 2012 um 10 % zu. Das weist auf den Zusammenhang der Einkommensverteilung mit der Arbeitslosigkeit hin. Sie wird nur teilweise durch die Höhe der Einkommen und ihre Staffelung verursacht. Wenn einige Hunderttausend Menschen ins Erwerbsleben einrücken, verschieben sich die Gesamteinkommen beträchtlich, ohne dass die Einkommensstaffelung verändert wurde. Es ist folglich wirksamer, die Arbeitslosigkeit zu mindern, als Spitzengehälter zu deckeln, um das Ziel einer Nivellierung der Einkommensunterschiede zu erreichen.

Besonders Jugendliche profitierten von der positiven Arbeitsmarktentwicklung. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 5,3 % die niedrigste der EU. Auch im Bereich der Vermögen kann von einer sich öffnenden Schere nicht die Rede sein. Die Summe aller privaten und staatlichen Vermögensgüter stieg von 1999 (zehn Billionen Euro) bis 2015 auf 16 Billionen Euro. 78 % der Deutschen gehören zur Mittelschicht. Unsere Gesellschaft ist nicht polarisiert. Die Einkommensverteilung ähnelt einem Tropfen. Die meisten Einwohner leben im breiten Mittelstandsbauch, wenige in einer nach unten begrenzten Schicht, während die Reichen naturgemäß nach oben immer weniger werden.

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9. Januar 2017

Entlassungsrisiko in Deutschland auf Niveau von 1990

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So sicher wie heute waren die Arbeitsplätze schon lange nicht mehr. „Das Entlassungsrisiko ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung“, sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg der „Welt am Sonntag“.

Die Welt fasst zusammen: Unter Zugangsrisiko versteht man die Wahrscheinlichkeit, ohne regulären Job dazustehen. Laut der Bundesagentur für Arbeit betrug das Zugangsrisiko zu Beginn der Erfassung, im Januar 2008, 0,92 Prozent im Monat. Im Zuge der Finanzkrise stieg es merklich an, bis auf 1,08 Prozent. Seit nunmehr sieben Jahren jedoch geht das Zugangsrisiko stetig zurück. Zuletzt wurde ein Tiefststand von 0,72 Prozent erreicht. Wie groß diese Unterschiede sind, wird ersichtlich, wenn man errechnet, wie häufig sich ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Deutschland arbeitslos melden muss. Alle sieben Jahre und neun Monate, so lautet die Antwort für den November 2009. Zuletzt betrug die Zeitspanne nur noch elf Jahre und sieben Monate.

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8. Januar 2017

Bangladesh: Zweite gentechnisch veränderte Fruchtsorte erhält Freigabe

Logo The Daily Star

The Daily Star berichtet: Nach einer Auberginensorte wird in diesem Jahr eine zweite gentechnisch veränderte Pflanze, eine Kartoffelsorte, zur nichtkommerziellen Aussaat in Bangladesh freigegeben. Sie ist gegen Kartoffelfäule resistent. Die Landwirte spritzen in Bangladesh derzeit 500 Tonnen Fungizide, die durch die neue Sorte eingespart werden können. Dies schont die Umwelt und spart Kosten und Mühen.

Mit einer jährlichen Produktion von neun Millionen Tonnen nimmmt Bangladesch den siebten Platz beim Kartoffelexport ein. Neben Bangladesch entwickeln Indien, Indonesien und Uganda knollenfäule-resistente gv-Kartoffeln. Die Kartoffel ist nach Angaben des Internationalen Kartoffelzentrums (CIP) die drittwichtigste Nahrungspflanze der Welt nach Reis und Weizen. Mehr als eine Milliarde Menschen essen Kartoffeln. Weltweit werden mehr als 300 Millionen Tonnen jährlich produziert. Die Kraut- und Knollenfäule war im 19. Jahrhundert Ursache der irischen Hungersnot, die einer Million Menschen das Leben kostete. Noch immer sind mehr als 3 Millionen Hektar von der Krankheit befallen.

Trotz des großen Drucks der EU auf die ärmeren Länder, kein gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden, anderfalls die Importe nach Europa verboten würden, wagen einige von ihnen nun Freisetzungen. Der Weltmarkt verlagert sich in die sich entwickelnden Gebiete wie China, wodurch die Abhängigkeit des Agrarexports von der EU schwindet. Es zeichnet sich ab, dass der Öko-Imperialismus ins Hintertreffen gerät.

Bei keiner gv-Sorte konnte bisher der Nachweis irgendwelcher Risiken für Mensch und Umwelt erbracht werden.

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3. Januar 2017

Immer weniger Unfälle in der Luftfahrt

Statistik Unfälle in der Luftfahrt

Quelle: aviation-safety.net

Logo Die Welt

Die Welt berichtet immer wieder von positiven Ereignissen. In der Ausgabe vom 2. Januar 2017 erfahren wir, dass die Luftfahrt immer sicherer wird. Die beigefügte Statistik zeigt die sinkende Zahl von Flugzeugunfällen. Für 2016 stieg die Zahl nur leicht, was aber am Trend nichts ändert. Nicht nur die Zahl der Unglücke, auch die Zahl der Todesopfer sank.

Nach einer Statistik der Organisation Aviation Safety Network kamen 2016 bei 19 schweren Unfällen mit Zivil-Flugzeugen über 14 Sitzplätzen insgesamt 325 Menschen ums Leben. Nur 2013 lag die Zahl der Todesopfer mit 265 noch niedriger. ... Um das Risiko des Fliegens einzuordnen, genügt ein Blick auf den Straßenverkehr. Allein in Deutschland starben 2016 durchschnittlich pro Tag fast zehn Menschen. Im Gesamtjahr sollen es etwa 3280 gewesen sein. In fünf Wochen sterben also allein im deutschen Straßenverkehr so viele Menschen wie weltweit im Gesamtjahr in der zivilen Luftfahrt. Die Flugzeugindustrie entwickelt immer bessere Sicherheitssysteme.

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2. Januar 2017

Der Trend der Entwaldung kehrt sich um

Grafik Deforestation

Quelle: ourworldindata.org

Logo Our World in Data

Ein zentrales Thema des ökologistischen Alarmismus ist die Entwicklung der bewaldeten Landflächen. Wo Holz nicht nur ein industrieller Rohstoff, sondern ein Primärenergieträger war, fanden in der Vergangenheit großräumige Rodungen statt. Ebenso trug die Urbarmachung von Wäldern zur Verringerung der Flächen bei. Doch mit der Gewinnung von Kohle kehrte sich der Trend zur Entwaldung in den Industriestaaten um. Die Rodungen gingen zurück. Heute sind die Forste (und es handelt sich inzwischen mit Ausnahme der Naturparks nicht mehr um Urwälder, sondern um Forste) stabil. Die nachhaltige Beforstung gab dem Lieblingsbegriff unserer Zeit ihren Sinn. In den Entwicklungsländern und den ärmsten Staaten sieht die Situation noch anders aus. Doch auch hier hat sich inzwischen der Trend umgekehrt. Die Waldverluste verlieren an Tempo. Mit dem Übergang zu anderen Primärenergieträgern, d.h. vor allem zu Kohle und zur Kernenergie, werden die Wälder entlastet und der Übergang zur nachhaltigen Beforstung setzt sich allmählich durch.

Die Grafik von Max Roser in Our World in Data zeigt diese Entwicklung in anschaulicher Weise. Die zweite Grafik zeigt die Umkehrung während der Industrialisierung in den USA. Von 1860 bis 1920 öffnete sich die Schere zwischen Nutzung (feine Linie) und Wachstum (fette Linie), anschließend schloss sie sich wieder bis 1940. Seither entwickelt sich der Wald übernachhaltig. Die nachwachsenden Volumina übersteigen die des geschlagenen Holzes bei weitem. Dieser Trend setzt sich durch, je stärker Holz als häusliches Brennmaterial durch Zentralheizungen auf der Basis von Kohle, Öl und Gas in die Häuser ersetzt wird.

Waldnutzung in den USA

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22. Dezember 2016

Obamas Förderverbot: Schutz für Arktis und Atlantik

Landkarte Arktis

Die Arktis. Karte: Wikipedia

Logo Tagesschau

Präsident Obama hat als eine seiner letzten Amtshandlungen gemeinsam mit der Kanadischen Regierung ein Förderverbot für Erdöl für weite Teile des Nordpolargebietes und des nördlichen Atlantiks erlassen. Die tagesschau berichtet: Gesperrt bleiben die Tschuktensee und die Beaufort See auf der US-Seite und die kompletten Arktis-Gewässer vor Kanada. ... Das Risiko von Ölverschmutzungen durch riskante Bohrvorhaben in technisch schwer beherrschbaren Gefilden solle minimiert werden. Obama werde auch große Teile der atlantischen Küstenregion im Osten der USA von Neu-England bis Virginia für Ölvorhaben sperren.

Es wird darüber spekuliert, dass Obama in Sorge über die geplante Ernennung des Exxon-Mobile-Managers Tillerson zum Außenminister den Akt noch in seiner Amtszeit verabschieden wolte. In meinen Augen ist die Entscheidung richtig. Die USA und die Weltökonomie ist nicht auf die Ölvorräte des hohen Nordens angewiesen. Durch das Frackingverfahren werden Vorkommen ausbeutbar, die die konventionellen Resourcen beträchtlich erweitern. Es besteht kein Engpass beim Erdöl. Die Reserven sind für die nächsten 50 Jahre gesichert und weitere Resourcen für viele Jahrzehnte bekannt. Erst jüngst wurde in London ein Vorkommen entdeckt, das dem Umfang der gesamten Nordseevorräte hat. Vor Brasiliens Küste wurde das größte Ölfeld weltweit erst jüngst erschlossen.

Dagegen nimmt der Lebensraum des hohen Nordens und insbesondere der Arktis für die Weltmeere eine Schlüsselstellung ein. Aufgrund der Kälte ist das Wasser sehr sauerstoffreich, und durch die Eisbildung reich an Mineralien. Es ist - gemeinsam mit der Antarktis - von zentraler Bedeutung für das maritime Leben. In den kalten Zonen befinden sich sozusagen die Kinderstuben der Meerestiere. Eine Verschmutzung durch Erdöl würde sich aber gerade wegen der Kälte viel langsamer von selbst reinigen als dies im Mexikanischen Golf in den letzten Jahren der Fall war. Wie erinnern uns an das Leck der BP-Plattform. In der Abwägung des Zielkonflikts wirtschaftliche Energie und Umweltschutz muss hier letzterem der Vorrang eingeräumt werden.

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12. Dezember 2016

Deutschland: Zahl der Vergewaltigungen sinkt seit zehn Jahren

Grafik Vergewaltigungen in Deutschland

Grafik: Helmut Krebs

Die Kriminalstatistik (nach Wikipedia auf der Grundlage von statista) weist rückläufige Zahlen für polizeilich gemeldete Vergewaltigungen aus. Waren es 2012 noch 8031 Fälle, so sank die Ziffer seither auf 7408 (2013), 7345 (2014) und 7011 in 2015. Das ist bemerkenswert, da die öffentliche Debatte im allgemeinen davon ausgeht, dass durch die vielen Flüchtlinge die Gefahr von Sexualdelikten zunimmt. Das Gegenteil ist der Fall. Der langfristige Trend der letzten zehn Jahre weist ein Minus von 20 % auf, teilt der Kriminalexperte Christian Pfeiffer in der WAS vom 11.12.2016 mit. Auch Mord und Totschlag haben laut Pfeiffer seit 2000 um 40 Prozent abgenommen. Es ist richtig, dass unter den Migranten eine höhere Quote an Sexualdelikten auftritt, man müsse aber auch bedenken, dass die Zusammensetzung dieser Gruppe - es handelt sich mehrheitlich um junge Männer - kein anderes Ergebnis erwarten lässt. Das verzerrt die Statistik. Vergleicht man die Ausländer mit den Deutschen der gleichen Gruppe, relativiert sich der Befund. Kriminalität sei eine soziale Frage. Arbeitslosigkeit und Gewalterfahrung in Kindheit und Jugend fördern Gewaltbereitschaft. Damit erklären sich auch die sinkenden Zahlen: die elterliche Gewalt wurde unter Strafe gestellt und die Jugendarbeitslosigkeit ist in Deutschland gesunken. Übrigens lernen die Einwanderer überraschend schnell und nehmen unsere Werte an. Die Gewaltrate unter jungen türkischen Männern ist drastisch gesunken. Nur noch zehn Prozent (gegenüber 25 bis 30 Prozent in den 1980er-Jahren) befürworten die Anwendung von väterlicher Gewalt in der Familie.

Die aktuelle Kriminalstatisktik ist hier verlinkt.

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11. Dezember 2016

Dürreperiode in der Sahelzone überwunden

Grafik Niederschläge in Burkina Faso

Jährliche Niederschläge in der meteorologischen Station Ouahigoya, Burkina Faso, 1922–2011. Die Kurve zeigt die Veränderungen des Fünfjahresdurchschnitts. Nach den Dürren der 1970er- und 1980er-Jahre scheinen die Niederschläge wieder an die nahe der Vordürreperiode zu liegen. Grafik: Science Direct

Logo Stockholm Universität

In einer Pressemitteilung der Universität Stockholm wird das Ergebnis einer in science direct veröffentlichten Studie referiert, nach der die Dürreperiode der Sahelzone zu Ende gegangen ist. Die größten Profiteure des wieder feuchteren Klimas sind diejenigen Organismen, die sich an die Dürrebedingungen besonders gut angepasst haben. Die Dürre der vergangenen Jahrzehnte hat Hungersnöte in der Sahelzone verursacht. Die Diskussion kreiste um Ängste einer sich immer weiter ausdehnenden Sahara, was als Folge des wärmeren globalen Klimas gedeutet wurde. Nun zeigt es sich, dass die Sahelzone wieder ergrünt, die Niederschläge zurückkommen und die Natur sich den Bedingungen angepasst hat.

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) berichtet davon, dass im Rahmen eines Entwicklungsprojekts in Burkina Faso 20.000 Hektar Land urbar gemacht wurde. Mehr als 25.000 Produzenten sowie Verarbeiter und Vermarkter von Sesam, Cashewnüssen, Maniok, sowie Reis, darunter rund ein Drittel Frauen, wurden durch die Förderung des Programms erreicht. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Marktbeteiligten konnte zwischen 2004 und 2013 um durchschnittlich 60 Prozent gesteigert werden.

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12. Dezember 2016

Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre verstärkt Photosynthese um ein Drittel

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veröffentlichte eine Studie in "nature", nach der zunehmende CO2-Konzentration das Pflanzenwachstum steigert.

Pflanzenwelt und Erdreich verlangsamen derzeit die globale Erwärmung, indem sie rund ein Viertel der vom Menschen verursachten Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aufnehmen. Diese Kohlenstoffsenke wird teilweise auf die zunehmende Photosyntheserate zurückgeführt. Eine neue Studie im Journal Nature zeigt: Bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre, nimmt die Effektivität der Pflanzen Kohlenstoff über Photosynthese aufzunehmen um etwa ein Drittel zu. Dies haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität von Exeter aus Großbritannien im Rahmen des von der EU geförderten Kooperationsprojekts CRESCENDO (Coordinated Research in Earth Systems and Climate: Experiments, Knowledge, Dissemination and Outreach) herausgefunden. Bekannt ist, dass der vom Menschen verursachte CO2-Anstieg einen "Düngungseffekt" bewirkt und die Photosyntheserate der Pflanzen damit zunimmt, solange es keinen Nährstoffmangel gibt. Globale Erdsystemmodelle stimmen darin überein, dass die globale Photosynthese mit steigendem CO2 zunimmt. Allerdings unterscheiden sich die Modelle um einen Faktor drei in der Berechnung der Größenordnung dieses CO2-Düngungseffekts. In der aktuellen Studie zeigen die Wissenschaftler nun, dass die Größenordnung des CO2-Düngungseffekts aus dem Jahresverlauf der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre abgeleitet werden kann. Damit sind deutlich verbesserte Abschätzungen möglich.

Die Autoren versäumen nicht, aus den Befunden zu schließen, dass die Dekarbonisierung noch entschiedener betrieben werden müsse. Aus Sicht der Nahrungsmittelversorgung gibt er aber Hoffnung auf steigende Erträge in der Landwirtschaft.

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28. November 2016

Europa: Rückgang von Kälte-Toten durch wärmere Winter

Korrelation von Wintertemperaturen mit Totesraten

Grafik: nature climate change

Logo nature climate change

Wenn die Wintertemperaturen steigen, sinken die Kältetoten. Bisher war diese These umstritten. Eine neue Studie, veröffentlicht in nature climate change, weist die direkte Korrelation nach. Die Karte zeigt, dass der Zusammenhang für viele europäische Länder mit insgesamt 400 Millionen Menschen gilt. Die leichte klimatische Erwärmung unserer Zeit ist für viele Gebiete nützlich, auch für Europa.

Recent studies have vividly emphasized the lack of consensus on the degree of vulnerability (see ref. 1) of European societies to current and future winter temperatures. Here we consider several climate factors, influenza incidence and daily numbers of deaths to characterize the relationship between winter temperature and mortality in a very large ensemble of European regions representing more than 400 million people. Analyses highlight the strong association between the year-to-year fluctuations in winter mean temperature and mortality, with higher seasonal cases during harsh winters, in all of the countries except the United Kingdom, the Netherlands and Belgium. This spatial distribution contrasts with the well-documented latitudinal orientation of the dependency between daily temperature and mortality within the season. A theoretical framework is proposed to reconcile the apparent contradictions between recent studies, offering an interpretation to regional differences in the vulnerability to daily, seasonal and long-term winter temperature variability. Despite the lack of a strong year-to-year association between winter mean values in some countries, it can be concluded that warmer winters will contribute to the decrease in winter mortality everywhere in Europe.

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23. November 2016

USA: Weniger demenzkranke Senioren

Logo SZ

Die Süddeutsche berichtet: In den USA ist der Anteil der Senioren mit Demenz um 2,8 Prozentpunkte zurückgegangen. Ärzte um Kenneth Langa berichten im Fachmagazin JAMA Internal Medicine von dieser Entwicklung. Die Mediziner der University of Michigan in Ann Arbor haben Daten aus einer landesweiten Erhebung analysiert und insgesamt mehr als 21.000 ältere Menschen in ihre Untersuchung einbezogen. Dabei stellten sie fest, dass 2012 nur noch 8,8 Prozent der über 65-Jährigen dement waren. Im Jahr 2000 waren noch 11,6 Prozent betroffen.

In den kommenden Jahren werden die Babyboomer das Seniorenalter erreichen, die im Durchschnitt über eine bessere Ausbildung verfügen als vorherige Generationen. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 nahmen in der repräsentativen Stichprobe der Senioren jedoch auch drei Risikofaktoren für Demenz zu, nämlich Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Womöglich hat sich das aufgrund besserer Therapiemöglichkeiten jedoch nicht so stark auf das Demenzrisiko ausgewirkt.

Eine mögliche Erklärung für den hoffnungsvollen Trend sehen die Ärzte darin, dass unter den Patienten von 2012 ein höherer Anteil eine ausgiebige Schulbildung oder Hochschulabschluss hatte. Geistige Regsamkeit und höherer Bildungsgrad scheinen Demenz-Erkrankungen vorzubeugen - nicht nur, weil das Gehirn in Übung bleibt, sondern auch weil sich Menschen mit höherer Bildung zumeist gesundheitsbewusster verhalten.

Im Wikipedia-Artikel wird der übliche Alarmismus betrieben. Die Krankenkassen rechnen mit drastisch steigenden Zahlen. Das Interesse leitet hier wohl die "Erkenntnis".

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21. November 2016

Deutschland: Scheidungsrate nimmt seit 12 Jahren ab

Grafik Scheidungsrate in Deutschland seit 1960

Grafik: Wikipedia

Logo Die Welt

Bei einer Recherche über die Entwicklung der Scheidungsraten stieß ich auf einen Artikel der Welt vom 15. Juli 2016. Er ist ein typischer Vertreter der Alarmindustrie, des Sektors der Wirtschaft, der damit Geld verdient, dass er vor einer Gefahr oder einem Missstand warnt und dadurch Aufmerksamkeit auf sich zieht. Beachtung aber ist das Wirtschaftsgut, auf dem die Einnnahmen von Werbemitteln fußen.

Die Tatsache, dass 2015 die niedrigste Scheidungsrate aufwies, ist schnell übergangen. Wir erfahren in dem Artikel hauptsächlich, in welchen Bundesländern die höchsten Scheidungsraten auftreten. Das Eigentliche sind die Negativrekorde. Falls es interessiert: Bremen hat die höchste Quote, gefolgt von Berlin. Es ist wie bei der Pisa-Studie. Tatsächlich ist das Ereignis, über das zu berichten gewesen wäre, die seit über zehn Jahre anhaltende Abnahme der Scheidungsrate, einem Trend, der durch die neuesten statistischen Zahlen bestätigt wurde. Hurra! Es gibt schon wieder relativ weniger Scheidungen. Das ist gut, weil Scheidungen die Beteiligten sehr belasten und auch die gesamte Wirtschaftsleistung der Gesellschaft schmälern. So wäre das Allgemeininteresse angesprochen worden. Es wäre die Frage aufzuwerfen gewesen, woran die positive Entwicklung liegt. Sind die Beziehungen krisenfester? Haben wir es besser gelernt, stabile Beziehungen zu führen. Oder vermeiden wir es geschickter, den falschen Partner zu wählen. Stattdessen: Negativranking: Häme über die anderen oder Kränkung über die eigene Inferiorität.

Die Grafik ist aus Wikipedia. Das ist oft die spannendere Lektüre. Dort heißt es: 2007 betrug die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung 13,9 Jahre. 2006 waren die Partner in Durchschnitt 13,7 Jahre verheiratet gewesen und 1990 11,5 Jahre. Somit setzt sich die Tendenz der vergangenen Jahre zu einer längeren Ehedauer bis zur Scheidung fort. Von den im Jahr 2007 geschiedenen Ehepaaren hatten knapp die Hälfte Kinder unter 18 Jahren. Gegenüber 2006 hat die Zahl der von der Scheidung ihrer Eltern betroffenen minderjährigen Kinder von 148.600 auf 145.000 und damit um 2,5 % abgenommen.

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19. November 2016

Äthiopien: Schwere Dürren sind seltener geworden, höhere Niederschläge für die Zukunft werden erwartet

Wasserfall des Blauen Nils in Äthiopien

Der Blaue Nil in Äthiopien. Foto: Virginia Tech

Logo Virginia Tech

Die steigenden Temperaturen werden vom Klimalarmismus als Gefahr betrachtet. Dürren, Flutwellen, Hochwasser, Stürme und andere apokalyptische Prophezeiungen treiben die Menschen um und dienen zur Rechtfertigung von energiepolitischen Eingriffen, die die Verbraucher belasten und die heimische Industrie aus dem Land treiben. Doch bedeuten steigende Temperaturen für viele Gebiete Verbesserungen. Insbesondere der hohe Norden freut sich über weniger eisige Wintermonate. Interessant ist bei der Studie, die ich hier vorstelle, dass auch heiße Länder Klimaprofiteure sein können.

Wissenschaftler der Virginia Tech University prognostizieren, dass es im Bereich des Bauen-Nil-Beckens in Äthiopien im Zuge des Klimawandels zu vermehrten Niederschlägen kommen wird. Dies wird wahrscheinlich die Getreideerträge verbessern, die Wasserkraftgewinnung steigern und die Bewässerung der Gebiete begünstigen.

In der Presseerklärung der Universität spricht die Autorin von Äthiopien als einem Lebensmittelexportland der Zukunft. “For all the catastrophic impacts of climate change, there are some silver linings," said Zach Easton, associate professor of biological systems engineering. “The sad irony is that climate change may be the catalyst Ethiopia needs to become a food-exporting country.”

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15. November 2016

Afrikanische Forscher entwickeln dürretolerante GVO-Maissorte

Foto von CIAT / Wikimedia

Der Blog Genetic Literacy Project berichtet von der Arbeit afrikanischer Forscher.

Mais ist ein Grundnahrungsmittel für Millionen von Afrikanern. Trotz dieser Tatsache erzielen die afrikanischen Bauern durchschnittliche Getreideerträge von nicht mehr als 2 t/ha, während es ein Potential von mehr als 10 t/ha gibt. Dürre ist eine der wichtigsten Ursachen dieser geringen Produktivität. Die Ergebnisse von Gewächshausversuchen sind vielversprechend. Der Kornertrag konnte deutlich gesteigert werden.

Das ipt-Gen kodiert ein Enzym, das die Biosynthese beeinflusst. Die Maiszuchtlinie CML216 wurde mit dem Gen verändert. Es gelang, die Toleranz gegen Trockenheit zu erhöhen und den Fruchtertrag deutlich zu steigern.

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14. November 2016

Der Säuregehalt der Atmosphäre sank wieder auf das Niveau der 1930er-Jahre

Grafik Säuregehalt

Eis wird in Grönland und in der Antarktis gebohrt und ins Laboratorium verbacht, wo es für die Messungen zubereitet wird. Die Grafik zeigt den Säuregehalt im Grönlandeis.

Logo University of Copenhagen

Die Universität von Kopenhagen berichtet, dass die anthropogene Verschmutzung der Atmosphäre mit Aerosolen auf ein Niveau gesunken ist, das dem vorindustriellen von 1930 entspricht. Dies ergaben Eisbohrkernuntersuchungen in Grönland und in der Antarktis, die mit Hilfe eines speziellen Messverfahrens in den Laboratorien der Universität ausgewertet wurden.

Der Säuregehalt der Atmosphäre kommt von Vulkanen und der industriellen Produktion. Es ist nicht schwer, ihn bis zu 125.000 Jahre zurückzuverfolgen. Doch bei der jährlichen Differenzierung und der Unterscheidung zwischen den Ursachen versagten die herkömmlichen Verfahren. Wie die beigefügte Grafik zeigt, ist dieses Problem nun gelöst. Die jährlichen Schwankungen der letzten 110 Jahre werden von rechts nach links dargestellt. Von 1950 bis 1970 wird es saurer, seither sinkt der Säuregehalt und befindet sich auf dem früheren Niveau.

Der Rückgang der Versauerung ist auf Umweltschutzmaßnahmen in den USA und Europa sowie auf eine teilweise Ablösung des Primärenergieträgers Kohle durch Öl, Gas und Kernenergie zurückzuführen. In Deutschland wurde das Bundesimmissionsgesetz ursprünglich 1964 erlassen und fortwährend weiter entwickelt, in der Regel verschärft. Maßgebend ist die TA Luft, die Technische Anleitung für den Bereich Luft, dessen letzte Fassung 2002 erfolgte. Es handelt sich, wie der Bericht über den sinkenden Säuregehalt zeigt, um eine Erfolgsgeschichte des Umweltschutzes.

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8. November 2016

Israel: Möglicherweise Heilung für HIV entdeckt

Medikament Gammora

Das Anti-HIV-Medikament Gammora. Foto: y-netnews.com

Logo x-netnews.com

Im Blog der israelischen Botschaft wird berichtet: Israelische Forscher haben möglicherweise eine Methode entdeckt, um eine HIV-Infektion zu heilen. Die Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem haben ein Protein namens Gammora identifiziert, das das Virenvorkommen bei HIV-infizierten Patienten um 97% reduzieren kann.

Im Gegensatz zu anderen Viren, die mehrere Kopien ihrer selbst in eine Zelle integrieren, inkorporiert das HI-Virus nur eine oder zwei Kopien seiner selbst in die CD4-Zellen. Dies erlaubt es dem Virus, diese Zelle effektiv zu übernehmen und sie als „Fabrik“ zu nutzen, die weitere Viren produziert.

Gammora verursacht in der Zelle eine Überproduktion der HIV-DNA und damit einen „Selbstmord“ der Zelle, so Professor Zev Sthoeger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Kaplan Medical Center in Rechovot.

Gegenwärtig zielen die Therapien für HIV darauf ab, den Ausbruch der Krankheit AIDS bei infizierten Patienten herauszuzögern. Eine Heilung im Sinne einer Auslöschung des Virus‘ im infizierten Körper ist jedoch nicht möglich. Dies ist mit der Entdeckung der Forscher in greifbare Nähe gerückt.

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7. November 2016

Ägypten: Kampf gegen die Frauenbeschneidung erfolgreich

Logo Deutschlandfunk

Der Deutschlandfunk berichtet: In Ägypten sind offiziellen Zahlen zufolge 90 Prozent der 15- bis 49-jährigen Frauen beschnitten. Nun sollen die weibliche Genitalverstümmelung und die Verantwortung dafür als Verbrechen mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden - ein Etappensieg. Denn das Ritual ist tief historisch verankert und der Kampf dagegen mit vielen Rückschlägen verbunden.

Fortan steht unter harter Strafe, was Frauen und Mädchen in Ägypten angetan wird: die Beschneidung beziehungsweise Verstümmelung ihrer äußeren Geschlechtsorgane. Der Akt wird nicht mehr als Vergehen betrachtet – so hatte es das alte Gesetz festgeschrieben. Nein, er ist fortan ein Verbrechen mit einem Strafmaß bis zu 15 Jahren Gefängnis, wenn das Opfer dabei zu Tode kommt. Und bestraft werden nicht nur die Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Barbiere, also die, die die Tat begehen, sondern fortan auch die Familienangehörigen, die die Verstümmelung ihrer Töchter zu verantworten haben. Der Gesetzentwurf ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, Ergebnis des Engagements des ägyptischen Staates und der Zivilgesellschaft – unterstützt von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union. Dabei gab es immer wieder herbe Rückschläge.

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31. Oktober 2016

Halbierung der Malaria weltweit seit 2000

Grafik: Our World in Data

Anfang des 21. Jahrhunderts legte die Weltgesundheitsorganisation ein Programm zur Bekämpfung der Malaria auf. In den letzten 15 Jahren halbierte sich die Zahl der Toten von ursprünglich 839.000 auf 438.000 im Jahr 2015.

Afrika ist die am stärksten betroffene Region. Gerade hier sind die Zahlen beeindruckend. Anfangs waren 90 % aller Bewohner erkrankt. Die Zahl der Toten hat sich von 764.000 auf 395.000 verringert.

Schon in den 1950er-Jahren wurden Kampagnen eingeleitet. Damals verwendete man DDT, mit denen die Innenwände von Wohnräumen besprüht wurden. Doch die Umweltschutzverbände erreichten, dass DDT weltweit verboten wurde. Es ist bei unsachgemäßem Einsatz in der Landwirtschaft gesundheitsschädlich. Bei der Malariabekämpfung werden sehr viel geringere Dosen eingesetzt, die nicht in den Körper gelangen. Dennoch wurde es verboten. Dieser Rigorismus kostete Millionen Menschen das Leben. Die Malaria wird heute mit Artemisinin bekämpft. Die Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung engagiert sich mit hohen Summen. Sie gab über 2 Milliarden Dollar dafür aus.

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30. Oktober 2016

Bangladesh: Golden Rice wird nun Wirklichkeit

Vitamin-A-Mangel weltweit

Die Verbreitung des Vitamin-A-Mangels weltweit. Die roten Gebiete sind am stärksten betroffen. Quelle: Wikipedia

Logo The Daily Star

Die ostpakistanische Zeitung The Daily Star freut sich über den ersten Feldversuch mit Golden Rice in Bangladesh, der vielversprechende Resultate zeitigte. Golden Rice wird eine gentechnisch veränderte Reissorte genannt, die einen hohen Gehalt an Provitamin A besitzt, das dem in Indien verbreiteten Vitamin-A-Mangel abhelfen kann. Er entsteht durch eine Unterversorgung mit Proteinen, also mit fleischlicher Kost. Die Folge des Vitaminmangels sind Erblindung und frühzeitiger Tod. Die Pflanze ist seit dem Jahr 2000 entwickelt. Ihrer Aussaat wird von ökologistischen NGOs wie Greenpeace ein erbitterter Widerstand entgegengesetzt. Studien errechneten laut Wikipedia, dass die Verhinderung allein in Indien seit 2002 1,4 Millionen Menschenleben gekostet hat. Unter einem Mangel an proteinreicher Nahrung leiden die ärmsten Bevölkerungsschichten.

Der Widerstand war jahrelang erfolgreich. Doch nun endlich wurde in Banladesh ein Durchbruch erzielt. Hilfreich war die Unterstützung der Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung, die mit dem Hersteller Syngenta aushandelte, dass die Sorte patentfrei zugänglich ist. Sie ist für die Nachzüchtung von Saatgut geeignet und bleibt im Rahmen der üblichen Kosten für die Erzeuger.

Es gibt keinerlei Nachweise für gesundheitliche Risiken. Greenpeace geht es ums Prinzip, um die Verhinderung der Gentechnik überhaupt. Dass sie dabei über Leichen geht, zeigt, das die Weltanschauung des Ökologismus nicht in der Tradition des Humanismus steht, sondern in der Nachfolge elitaristischer Ideologien. Die Position von Greenpeace und Co. ist doktrinär und menschenverachtend.

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26. Oktober 2016

Deutschland: Nettolöhne seit 2008 spürbar gestiegen und Einkommensungleichheit gesunken

Grafik Nettolohnentwicklung

Grafik: Die Welt

Logo Die Welt

Dem oft beschworenen Bild von der „Schere, die sich zunehmend öffnet“, widersprechen ... Wirtschaftsexperten, berichtet Die Welt. „Die pauschale These, die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen würde in Deutschland immer mehr zunehmen, ist ebenso verbreitet wie falsch“, sagte Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts in München, gegenüber der „Welt“. „Entscheidend ist, dass die These der steigenden Einkommensungleichheit mit Zahlen gestützt wird, bei denen ausgeblendet wird, dass in den letzten zehn Jahren Millionen von Arbeitslosen in Deutschland Arbeit gefunden haben“, so Fuest.

„Wenn man das berücksichtigt, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Ungleichheit der Bruttoeinkommen zwischen 1995 und bis 2005 gestiegen und seitdem massiv gesunken ist.“ Aussagen zur Vermögensungleichheit seien dagegen aufgrund der Datengrundlage schwieriger zu treffen. Die Studie hält fest, dass die durchschnittliche Lohnentwicklung in den vergangenen 25 Jahren insgesamt hinter dem Wirtschaftswachstum zurückgeblieben ist. Das liegt an der abnehmenden Tarifbindung und der Tatsache, dass zwar viele neue, zusätzliche Arbeitsplätze entstanden sind, die aber zu einem großen Teil von Frauen besetzt wurden – und die verdienen weiterhin im Schnitt weniger als Männer.

Zudem überwiegen bei den neuen Jobs sogenannte atypische Beschäftigungen, also Arbeit in befristeter oder geringfügiger Beschäftigung oder Teilzeit. Ein Höchststand atypischer Beschäftigungsverhältnisse sei im Jahr 2010 mit rund 7,9 Millionen erreicht worden, seither ist die Zahl rückläufig. Die Zahl der regulär Beschäftigten betrug 24,9 Mio.

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25. Oktober 2016

Kenia: Präsident wandelt alle Todesurteile in lebenslänglich um

Logo Deutschlandfunk

Der Deutschlandfunk meldet: Kenias Präsident Kenyatta hat alle Todesurteile im Land in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Betroffen seien rund 2.750 Insassen von Todeszellen, teilte sein Büro mit. Kenyatta begnadigte per Unterschrift zudem mehr als 100 langjährige Häftlinge. Die Todesstrafe wird in Kenia seit 1987 nicht mehr vollzogen. In den Verfassungen vieler afrikanischer Länder hält sie sich noch als Überbleibsel der Kolonialherrschaft.

Laut Wikipedia ist heute in 102 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft. Das sind mehr als 50 % aller 198 gelisteten Staaten. In 6 Staaten existiert sie in Sonderstrafverfahren (z. B. Kriegsrecht). In 34 Staaten besteht ein Hinrichtungsstopp und in 56 Staaten wird sie auch im gewöhnlichen Strafrecht angewendendet. In ihrer Resolution 32/61 vom 8. Dezember 1977 erklärte die UN-Generalversammlung, die Todesstrafe abzuschaffen sei wünschenswert. Die VR China, der Iran und Saudi Arabien vollstreckten die meisten Todesurteilen.

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21. Oktober 2016

Wohnungsnot? Wohnfläche pro Person auf Rekordniveau

Grafik Wohnfläche pro Person

Zum Vergrößern hier klicken.

Logo IREF

Alarmierende Berichte über "Wohnungsmangel" oder gar "Wohnungsnot" können beim Leser den Eindruck entstehen lassen, pro Person sei der Wohnraum in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten geschrumpft. Daten des Statistischen Bundesamts sprechen eine andere Sprache. Die Wohnfläche pro Einwohner ist vor allem in den neuen Bundesländern, aber auch im früheren Bundesgebiet in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen und befindet sich derzeit auf Rekordniveau, berichtet IREF. Auf dem heutigen Gebiet der BRD standen Ende 1987 in 33 Millionen Wohnungen pro Person durchschnittlich etwas weniger als 35 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Zum Jahresende 2015 waren es bei einer um etwa 4 Millionen Personen gewachsenen Bevölkerung von 82 Millionen durchschnittlich etwas mehr als 46 Quadratmeter in 41,5 Millionen Wohnungen. Der Anstieg der Wohnfläche pro Person um etwa ein Drittel lässt bereits vermuten, dass die Situation auf dem Wohnungsmarkt heute im Vergleich zur Vergangenheit nicht allzu prekär ist.

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20. Oktober 2016

Russland erzielt Rekord-Getreideernte seit dem Ende der UdSSR

Getreideernte in Russland mit John-Deere-Landmaschinen

Mähdrescher von John Deere auf Getreidefeldern in Russland. Betriebe mit mehr als 100.000 Hektar Fläche sind dort keine Seltenheit. Foto: morgenweb

Logo agrarheute

Schon seit Jahren wächst die Getreideernte in Russland. Der Temperaturanstieg um etwa 1°C seit den 1980er-Jahren verbunden mit einer zunehmenden CO2-Konzentration ist vermutlich eine der wichtigsten Ursachen dieses Trends. Seit 1987 hat sich die Weizenproduktion praktisch verdoppelt. Sie beträgt im laufenden Jahr ca. 70 Mio Tonnen, schreibt agrar heute. Die gesamte Getreidernte beträgt 110 Mio t. Russland ist längst ein Getreideexporteur. Betrug der Export von Weizen im Jahr 2000 noch 0,7 Mio t. liegt er gegenwärtig bei 30 Mio.

Das Bild zeigt John-Deer-Maschinen, die in Mannheim gefertigt wurden, bei der Arbeit auf russischen Feldern. Handel bringt beiden Seiten Vorteile. Die russische Landwirtschaft kann billiger und mehr Nahrungsmittel erzeugen und diese nach Deutschland exportieren. Die deutsche Maschinenindustrie exportiert ihre Produkte, wobei sie mit den Exporterlösen bezahlt wird. Die Lebenshaltungskosten sinken, der Handel schafft Arbeitsplätze auf beiden Seiten. Allerdings verdrängt diese Optimierung unrentable Wirtschaftszweige. Getreideproduzenten, deren Kosten höher liegen, müssen sich umstellen. Tendeziell nimmt die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten ab. Das ist ein Prozess, der in Deutschland zum Schrumpfen der Bauernschaft von ehemals 80 % auf heute noch 3 % geführt hat.

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19. Oktober 2016

Positiver Trend in der Gründerszene

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Der Deutschlandfunk berichtet: Die Start-up-Szene in Deutschland ist auf einem gutem Weg: Allein in diesem Jahr sammelten die Unternehmen rund eine Milliarde externes Kapital ein - Tendenz steigend. Der Deutsche Start-up-Verband fordert deswegen von der Politik noch mehr Unterstützung. Besonders für ausländische Gründer und Mitarbeiter seien die Rahmenbedingungen noch nicht optimal.

Die Gründer können bis zu einem Drittel Fremdkapital vom Staat erhalten. Im Schnitt beschäftigen sie 15 Mitarbeiter. Auffällig ist - die deutsche Start-up-Szene wird immer internationaler. In Berlin beispielsweise kommen 42 Prozent der Mitarbeiter aus dem EU-Ausland, im Bundesdurchschnitt sind es rund 30 Prozent. Und über 80 Prozent der jungen Unternehmen sehen ihre Zukunft vor allem in der Internationalisierung des Geschäfts. Der weibliche Anteil stieg in denletzten zwei Jahren von 11 % auf 14 %.

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12. Oktober 2016

Welthunger-Index 2016: Hunger sinkt um 29%

Grafik Hungerentwicklung nach Regionen

Grafik: Welthungerhilfe. Link zur Kurzfassung des Berichts.

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Die gute Nachricht steht in der Überschrift: Seit dem Jahr 2000 ist der Hungerindex um 29 % gesunken. Dies meldet die Organisation Welthungerhilfe in ihrem neuesten Bericht. Aus der beigefügten Grafik entnehmen wir die detaillierte Entwicklung nach Weltregionen gegliedert. In allen Regionen wurden spürbare Fortschritte erzielt. Am stärksten verbreitet ist der Hunger in Schwarzafrika und Südasien. Doch auch hier sank die Quote von 48 % (46 %) auf 30 % (29 %). Der Anteil der Unterernährten liegt deutlich unter 10 %. Die Zahlen dürfen uns noch lange nicht zufrieden stellen, doch sie ermutigen uns, weiter an der Überwindung des Hungers zu arbeiten. Noch immer sind 795 Millionen Menschen von Hunger betroffen, ungefähr eines von vier Kindern leidet unter Wachstumsverzögerung und acht Prozent der Kinder sind ausgezehrt.

Wer sich über die einzelnen Länder informieren will, kann auf eine interaktive Karte zurückgreifen. Wir bekommen ein genaueres Bild, das Rückschlüsse auf die Ursachen des Hungers zulässt. Die Länder mit den schwerwiegendsten Hungerproblemen sind: die Zentralafrikanische Republik (1,49), Tschad (1,50), Sambia (6,39), Haiti (3,82), Madagaskar (4,42), Jemen (2,79), Sierra Leone (4,56), gefolgt von Afghanisatan (2,77), Osttimor (7,24), Niger (4,02), Pakistan (4,64), Äthiopien (3,72), Angola (3,35), Dschibuti (2,99) und Mosambik (4,66). Die Zahlen hinter den Ländern drücken den Demokratieindex aus (Höchstwert: 10). Über Syrien gibt es keine Zahlen. In diesen Ländern herrschen autoritäre Regimes, toben Bürgerkriege und sind die Verwaltungen korrupt. Osttimor wurde von Naturkatastrophen heimgesucht. In Sambia ist AIDS sehr weit verbreitet, wodurch eine sehr hohe Quote an Kinderarbeit verursacht wird. Hunger gibt es auf der Welt nicht deswegen, weil die Erde übervölkert ist. Die Gesamtmenge der erzeugten Nahrungsmittel deckt den Bedarf auch der Hungernden. Nur gelangen diese nicht an die Vorräte, weil sie sie nicht kaufen können. Ursache sind Armut und defekte Gesellschaftssysteme.

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11. Oktober 2016

Mehr Sicherheit für Mali

Logo Deutschlandfunk

Angela Merkel hält sich zu einem Staatsbesuch in Mali auf. Es ist eines der ärmsten Länder der Erde. Die wirtschaftlich bedeutendsten Wirtschaftszweige, von dem auch die Regierung und ihre Beamten leben, sind der Schmuggel von Drogen und Menschen. Um an diese Einnahmequelle zu gelangen, kämpfen Rebellen gegen die Regierung. Viele Flüchtlinge aus Schwarzafrika fallen in die Hände der Banden. Diejenigen, die die Reise durch die Sahara tatsächlich machen können, ohne vorher von Rebellen oder Polizisten umgebracht zu werden, landen in Tripolis in Gefängnissen, wo sie ohne Nahrung und Wasser verschmachten, es sei denn, ihre Familien lösen sie gegen horrende Summen aus.

Das Ziel Merkels und der EU ist es, den malischen Staat zu stärken. Deutsche Hilfsmittel für Ausbildungseinrichtungen, Landwirtschaft und Infrastruktur sollen aufgestockt werden. Von der EU winken weitere Millionen im Rahmen der Migrationspartnerschaft. Bei allen Hilfen geht es in Mali zunächst darum, die einfachsten Funktionen von Staatlichkeit zu sichern. Zur Sicherheit der Maßnahmen sind derzeit 600 deutsche Soldaten in Mali stationiert. Merkel reiste weiter nach Niger, das sich in einer vergleichbaren Lage befindet.

Das ist ein lobenswertes Unterfangen. Ohne zentralisierte Gewalt, ohne funktionsfähige Verwaltung und ohne Rechtssicherheit können sich keine unternehmerischen Aktivitäten entfalten, die zum Aufbau einer zivilisierten Wirtschaft führen. Stattdessen blüht der frühkapitalistische Zustand des Raubens, der Sklaverei und des Schmuggels. Allerdings wird es auch bei einer erfolgreichen Entwicklungspolitik nicht automatisch bessere wirtschaftliche Anreize geben können. Was zur Wirtschaftsentwicklung unverzichtbar gehört, sind Bildungseinrichtungen, eine Warenbörse, Transportwege und die dazugehörige Energieversorgung. Hier sind in erster Linie Investoren gefordert. Wo bleiben die deutschen Versorgungsunternehmen, wo Siemens und Alstom, wo die Baufirmen? Außerdem müssen die Landwirte in armen Ländern die Chance bekommen, ihre Produkte auch in der EU abzusetzen, was durch Zölle und restriktive Einfuhrbeschränkungen (insbesondere von gentechnisch veränderten Pflanzen) verhindert wird. Die Senkung des Migrationsdrucks muss in Afrika geschehen. Dreh- und Angelpunkt sind Auslandsinvestitionen in Verbindung mit der Entwicklung von differenzierten gesellschaftlichen Einrichtungen.

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9. Oktober 2016

Löhne in Deutschland steigen wieder kräftig an

Grafik Gehaltssteigerungen

Grafik: Die Welt

Logo Die Welt

Die Reallöhne und -gehälter stagnieren in Deutschland seit Jahrzehnten. Wer erinnert sich noch an die Sorgen der 1980er-Jahre, als Deutschland wegen zu hoher Lohnstückkosten im internationalen Wettbewerb unter Druck geriet. Es war ein Erbe der 1960er- und 1970er-Jahre, in denen die Gewerkschaften versuchten, mittels Lohnpolitik (Stichwort: 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich) gesellschaftsverändernde Reformen durchzudrücken. Es folgte eine Phase verantwortungsvoller Lohnzurückhaltung, gepaart mit Reallohnverlusten und eine Wiedererstarkung im Export. Dass sich die Teuerungsraten der Konsumgüter verringerten, kann als logische Folge diesser Zurückhaltung begriffen werden.

Nun scheint sich eine neue Periode der Tarifpolitik zu entwickeln. 2016 ist, wie die obige Grafik aus Der Welt zeigt, für Arbeitnehmer ein gutes Jahr. Die Reallöhne in Deutschland waren im ersten Quartal des Jahres um 2,6 Prozent, im zweiten Quartal um 2,3 Prozent gewachsen. Auch 2017 soll es Steigerungen geben, 2,7 % werden erwartet. Ins Bild passt, dass die Arbeitslosenquote auf einem Tiefpunkt unter 6 % angelangt ist. Es gibt 690.000 offene Stellen, 15 % mehr als im Vorjahr. Die tarifpolitische Vernunft hat sich ausgezahlt. Die Arbeitsmarktreformen wirken. Es ist nun wichtig, die Lehren nicht zuvergessen, denn wirtschaftlich gute Zeiten wecken Begehrlichkeiten. Insbesondere die Sozialdemokratie wird ihre "Interessenvertretungsmaschine" wieder anwerfen, um Haushaltsmittel an Klientele auszuschütten und den Mehrertrag der Produzenten über Steuern abzuschöpfen.

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4. Oktober 2016

Hurrikanflaute an der US-Ostküste setzt sich vermutlich noch mindestens zwei Jahrzehnte fort

Grafik kumulierte Hurrican-Energie

Grafik: Nordatlantische Hurrikanaktivität laut ACE-Kurve (“ACE = Accumulated Cyclone Energy). Daten: NOAA, Graphik: Greg Goodman/Judth Curry Blog.

Logo Kalte Sonne

Einer der apokalyptischen Reiter der Klimalarmisten ist die Prophezeiung zunehmender Stürme durch die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Wir sind nun in der Lage, dieses Gespenst auszuleuchten und zu verscheuchen. Die Kalte Sonne fasst einige neuere Forschungsergebnisse zur Sturmentwicklung im Nordatlantik zusammen. Die obenstehende Grafik zeigt die Gesamtsumme der Energie, die in den Stürmen des Nordatlantiks (Hurricans) jährlich freigesetzt werden, in dem Zeitraum von 1840 bis heute. Es ist die hellblaue Kurve mit der Bezeichnung Anual cyclone energy. Wir erkennen enorme jährliche Unterschiede. Es wechseln sich Zeitabschnitte höherer mit solcher niedriger Intensität ab. Die Spitzenwerte verteilen sich über den gesamten Zeitraum. Es lässt sich kein deutlicher Zusammenhang mit der CO2-Konzentration erkennen, die linear zunimmt. Damit ist die Prophezeihung zusammengebrochen.

Grafik ACE AMO

Die erwähnten Studien konnten dagegen einen anderen Zusammenhang verdeutlichen: die Schwankungen der Ozeantemperaturen stimmen mit denen der Hurrican-Energie überein. Dies zeigt die nebenstehende Grafik: Die grüne Kurve gibt die Hurricane-Energie wieder, die blaue die Ozeanzyklen. Aus diesem Zusammenhang lässt sich eine Voraussage ableiten, dass die Hurrican-Flaute noch lange anhalten wird, weil die Dauer der Ozeanzyklen ziemlich gut bekannt ist. Eine kausale Verknüpfung dieser beiden Phönomene liegt viel näher als eine der CO2-Konzentration mit der Hurricane-Intensität. Hurricans bilden sich im Wechselspiel von kalten und warmen Luftbereichen. Die Erwärmung geht vom Meerwasser insbesondere der Karibik aus. Insofern müssen Schwankungen der Wassertemperaturen sich auf die Hurricanentstehung auswirken. Die globale Erwärmung der Atmosphäre verteilt sich aber ungleich über den Globus. Sie betrifft die nördlichen Breiten stärker als die tropischen und die Winterzeit mehr als die Sommerzeit. Ihre Auswirkung des steigenden Kohlendioxidanteils lässt sich, wie die obenstehende Grafik zeigt, nicht aus den Messdaten extrahieren. Sie sind anscheinend zu vernachlässigen.

Es wurde nun ein weiterer apokalyptischer Reiter als Papiertiger entlarvt, wie zuvor die prophezeiten Hungerkatastrophen durch Dürren (ergrünende Sahelzone) und die Überflutung von bewohntem Land durch den steigenden Meeresspiegel (30 cm in 100 Jahren bei wachsender Landmasse). Das Gespenst des Artensterbens, gerne am Beispiel des Eisbären thematisiert, wurde durch die Beobachtung von Mischlingen aus Eis- und Graubär ad absurdum geführt. Lebewesen sind eben anpassungsfähig, Bär wie Mensch.

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30. September 2016

Deutschland erlebt Jobboom wie zu Adenauers Zeiten

Grafik Arbeitslosigkeit

Grafik: Die Welt auf der Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit

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Würden Bundeskanzler daran gemessen, wie sich die Jobsituation während ihrer Amtszeit entwickelt, müsste Angela Merkel (CDU) die beliebteste Regierungschefin der Nachkriegszeit sein. Seit dem Wirtschaftswunder der Fünfziger- und Sechzigerjahre ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht mehr so stark gesunken wie in den knapp elf Jahren ihrer Regierungszeit, schreibt Die Welt. „Die deutsche Wirtschaft plant, verstärkt zusätzliches Personal einzustellen“, verkündete Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe. Das von dem Institut ermittelte Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im September auf 110,1 Indexpunkte, ein Plus von 1,5 Punkten zum Vormonat. Es ist der dritte Anstieg in Folge. „Nahezu alle Branchen sind auf Mitarbeitersuche“, erklärte Wohlrabe.

Im Kontrast zu diesen positiven Zahlen steht die "gefühlte Arbeitslosigkeit" in den öffentlichen Debatten. Zur Diskrepanz zwischen den objektiven Tatsachen und ihrer Wahrnehmung tragen verschiedene Faktoren bei. Da sind die linken Interessengruppen und Sozialverbände, die die Lage dramatisieren und die Fakten verzerren. Da ist eine Presselandschaft, in der nur die negativen Meldungen der Rede Wert sind, weil das eigentliche Produkt nicht Information sondern Sensation ist. (Die Welt ist eine der seltenen Beispiele, in der wenigstens hin und wieder gute Nachrichten der Rede wert sind.) Da sind drittens aber auch die sich vollziehenden strukturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes. Durch die weltweite Vernetzung wandern Branchen wie die Textil-, Bekleidungs- und Möbelindustrie ab nach Asien und Osteuropa. Einige Arbeitskräfte müssen sich nach neuen Erwerbsquellen umtun, während die Masse der Konsumenten von der relativen Verbilligung der Importwaren profitieren. Es entstehen viele neuartige Beschäftigungsverhältnisse, die sich außerhalb der durch die herkömmlichen Tarife und Gesetze gesicherten Kernbereiche ansiedeln. Die Angst vor sozialem Abstieg wächst infolge dieses Paradigmenwechsels der Wirtschaft, denn die Probleme von Minderheiten wird bewusster wahrgenommen als die allmähliche allgemeine Wohlstandsentwicklung.

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26. September 2016

Der Meeresspiegelanstieg beschleunigt sich nicht

Grafik Meeresspiegelanstieg

Zum Vergrößern bitte anklicken. Grafik: Ole Humlum

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Die Kalte Sonne referiert eine Untersuchung von Ole Humlum, in der die Daten der University of Colorado zum Meeresspiegel zusammengestellt werden. Der Meeresspiegel steigt – seit 10.000 Jahren. Daran ist nicht zu rütteln. Seit etwa hundert Jahren gibt es Küstenpegelmessungen. Sie zeigen einen schwachen Anstieg während der Kleinen Eiszeit, der sich im Übergang zur Modernen Wärmephase dann beschleunigte. Seit etwa 1940 ist der Anstieg konstant geblieben, eine Beschleunigung ist nicht festzustellen. ... Seit 1993 wird der Meeresspiegel auch von Satelliten vermessen. Auch hier das gleiche Phänomen: Ein konstanter Anstieg von 3 mm pro Jahr. In hundert Jahren ergäbe dies beherrschbare 30 cm Meeresspiegelanstieg. Dies ärgert die Anhänger des Klimakatastrophismus, denn sie prognostizieren eine starke Beschleunigung des Anstiegs und einen Anstieg um 70 oder 100 cm bis 2100.

Der Anstieg des Meeresspiegels von 30 cm in 100 Jahren lässt uns viel Zeit zur Erhöhung der Deiche, die in Deutschland ohnehin beschlossen ist. Kein Grund zur Sorge. Übrigens ist der Anstieg des Meeresspiegels nicht gleichzusetzen mit einer Verringerung der Landmasse. Diese nahm sogar zu. Die Küstenzonen sind nicht etwa geschrumpft, sondern es wurden in den vergangenen 30 Jahren sogar 13.565 qkm neu geschaffen - nachzurechnen bei Nature Climate Change.

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25. September 2016

Steigender CO2-Gehalt erhöht weltweit landwirtschaftliche Erträge

Face Sonderkulturen

FACE-Anlage für Sonderkulturen an der Hochschule Geisenheim. Foto: Wikipedia

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Im April 2016 hat Bruce A. Kimbal (Phoenix,USA) in der Zeitschrift „Current Opinion in Plant Biology“ die weltweiten Forschungsresultate der letzten ca. 30 Jahre zu Versuchen mit erhöhtem CO2-Gehalt der Luft zusammengefasst. Kimbal wertet dabei nur Versuche aus, die mit der sogenannten „Free-air CO2 enrichment -“ Methode (FACE,CO2 Anreicherung unter Freiland-Bedingungen) erarbeitet wurden. Diese Methode wurde erstmals in den späten 1980er Jahren entwickelt: Die Testpflanzen werden nicht in Kammern, Gewächshäusern oder Küvetten mit der erwünschten CO2-Konzentration versorgt, sondern CO2 wird unter Freilandbedingungen (meist vom Boden her) in die Pflanzenbestände eingeführt. Mit dieser Freiland-Methode bleiben alle anderen Umweltparameter (Temperatur, Lichtquantität und -qualität, Windbewegung, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit) unverändert.

Das Fazit: Die Erhöhung des CO2-Gehaltes der Luft von 350 ppm auf ca. 550 ppm führt zu folgenden Ertragserhöhungen:

C3- und C4-Pflanzen unterscheiden sich durch ihr Alter. C3-Pflanzen entstanden vor 2 Milliarden Jahren in einer Zeit mit deutlich höherer CO2-Konzentration als heute. Sie leiden unter CO2-Mangel. C4-Pflanzen (Mais, Hirsen und Zuckerrohr) sind wesentlich jünger. In der Zeit ihrer Entstehung war die CO2-Konzentration niedriger, was sie durch eine Anpassung ausglichen. Sie leiden nicht unter einem CO2-Mangel.

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24. September 2016

Klimaerwärmung könnte das Risiko des Dengue-Fiebers verringern

Dengue-Fliege

Eine der Fliegen, die die Dengue- und Zika-Viren übertragen. Foto: Oregon State University on Flickr

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In einer Presseerklärung berichtet die Australian National University über eine Studie zu der Auswirkung wärmerer Temperaturen auf die Ausbreitung von Epedemien, insbesondere des Dengue-Fiebers. Die Studie wurde finanziert von dem National Health and Medical Research Council of Australia und ihre Ergebnisse in «Epidemology and Infection» veröffentlicht.

Das Fazit lautet: Bei Annahme der vom IPCC erwarteten Erwärmung wäre eine Verringerung der Feuchtigkeit in Nordwest-Australien zu erwarten, was die Ausbreitung der Überträgerfliegen minderte. Eine Erwärmung und die damit verbundene geringere Feuchtigkeit in der tropischen Zone Südostasiens wäre für uns mit Vorteilen verbunden.

Erwärmung der Erde bringt entgegen den apokalyptischen Szenarien der Alarmisten für viele Gegenden Verbesserungen. Die Temperaturzunahme verteilt sich auch nicht gleichmäßig über den Globus, sie ereignet sich überwiegend im hohen Norden und im Winter. Die Bewohner Nordkanadas, Alaskas und Sibiriens haben gegen wärmere Winter nichts einzuwenden.

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23. September 2016

Wo die Armut verschwunden ist

Arbeiterinnen in Neu Delhi

Arbeiterinnen in einer Schuhfabrik nahe Neu Delhi. Foto: Rainer Hörig

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99 Prozent der Deutschen unterschätzen die Erfolge im Kampf gegen die Armut. Dies berichtet die FAZ über die Ergebnisse einer Studie der NGO Oxfam. Dabei sind mehr als eine Milliarde Menschen aus dem Elend entkommen. 1990, das ist das Referenzjahr der Vereinten Nationen, lebten 1,926 Milliarden Menschen auf der Welt in extremer Armut. Sie hatten also weniger als 1,25 Dollar am Tag zum Leben. Im Jahr 2015 waren es nur noch 836 Millionen Menschen. Zwei Länder stechen besonders hervor. Während hierzulande im Wochentakt vor wachsender Armut und den Gefahren der Globalisierung gewarnt wird, sind die Vorteile der wirtschaftlichen Entwicklung anderswo mit Händen zu greifen. Allen voran in den bevölkerungsreichsten Nationen China und Indien sind die Fortschritte im Kampf gegen die Armut enorm. ... Selbst in der bitterarmen Subsahara-Region gibt es Fortschritte.

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17. September 2016

NOAA-Forscher können keinen Ort auf der Erde benennen, an dem die Ozeanversauerung bereits Schäden angerichtet hätte

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Die Versauerung der Ozeane aufgrund vermehrter CO2-Einlagerung ins Meerwasser wird von den Klimaalarmisten als eine sich anbahnende Katastrophe menetekelt (Artensterben). Der Wissenschaftsblog Kalte Sonne fasst Stellungsnahmen aus der Wissenschaftsdiskussion, die diese Sichtweise entkräften. Im Februar 2016 erschien im Journal of Marine Science ein Sonderband zur Ozeanversauerung. In einem einleitenden Übersichtsartikel ruft Howard Browman die Forschergemeinde zu verstärktem Skeptizismus auf. Durch die bevorzugte Publikation von dramatisierenden Artikeln sei in der Literatur eine inhaltliche Schieflage entstanden, die es auzugleichen gilt. ... Im Oktober 2015 hatte bereits die James Cook University in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass sich das Wachstum unter saureren Bedingungen verbessert. Die NAOO (Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde, USA), wichtiger Akteuer des Klimalarmismus, musste auf Anfrage der New York Times eingestehen, dass es noch immer keinen Ort auf der Erde gäbe, wo eindeutige Schäden aufgrund der Ozeanverauerung zu beklagen wären.

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6. September 2016

Aralsee restarted: Ein Schiff wird kommen

nördlicher Aralsee mit Staudamm

Luftbildaufnahme des nördlichen Aralsees im Jahre 2006. Foto: Wikipedia

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Der Aralsee war einst das viertgrößte Binnenmeer. Seine Austrocknung seit 1960 wertet Wikipedia als eine der größten Umweltkatastrophen. Dort steht: Der Tod des Aralsees ist vor allem, aber nicht nur eine Spätfolge der sowjetischen Planwirtschaft. Er zeigt auch, wie schwierig länderübergreifende Projekte in dieser Gegend der Welt sind - und wie politisch das Wasser. Seit Anfang der 90er-Jahre gibt es einen Rettungsfonds, eine Art transnationale Behörde der fünf Anrainerstaaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Turkmenistan. Doch auf eine gemeinsame Strategie konnten sie sich nie einigen. Stattdessen streiten sie seit Jahrzehnten immer lauter um Wasserdurchflussmengen, Staustufen, Dämme. So schrumpfte der See immer weiter. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von ihrer Umkehrung. Im Jahre 2005 baute Kasachstan einen Damm an der südlichen Flanke des nördlichen Teilsees. Seither füllt er sich wieder.

In den zehn Jahren, seit es den Damm gibt, ist das Wasser um zwölf Meter gestiegen. Nicht sehr viel, aber der Aralsee war hier schon immer flach, an der tiefsten Stelle nur 25 Meter. In zehn Jahren ist die Uferlinie deshalb um bis zu 15 Kilometer landeinwärts gewandert. Der südliche Teil des ursprünglichen Sees liegt in Usbekistan. Die Bewässerung der Baumwollplantagen ist eine der Ursachen der Austrocknung. Kasachstan entschloss sich zum Bau des Damms, nachdem Verhandlungen mit Usbekistan zur Einschränkung der Baumwollproduktion und über wassersparendere Baumwollsorten gescheitert waren. Die Rettung des Nordteils besiegelt die Austrocknung des Südens. Endgültig. Jedenfalls bis der menschliche Erfindungsgeist auch dieses Problem löst.

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31. August 2016

Start-up in Amman verhilft syrischen Bürgerkriegsopfern zu Prothesen

Prothesen für einen Jungen

Links: Preisgünstige Armprothese in 3-D-Drucktechnik von 3D Life Prints and ROW’s CTO. Rechts: Zweifach amputierter Junge. Foto: ROW

Logo Popular Science

Popular Science berichtet über ein Start-up in Amman (Jordanien), das mit Hilfe der 3-D-Drucktechnik Prothesen für Bürgerkriegsopfer aus Syrien preisgünstig herstellt. Die beiden Gründer Loay Malahmeh und Dave Levin (USA) arbeiten im Rahmen einer Non-profit-Initiative, die sich Open Refugee Ware (ROW) nennt. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, an der Bewältigung der Kriegsschäden Syriens mitzuwirken. ROW wird unterstützt von vielen verschiedenen Gruppen bis hin zum jordanischen Königshaus.

ROWs weitere Aktivitäten können auf der Website unter folgendem Link nachgelesen werden.

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26. August 2016

Flächenbrände: Je mehr Mensch, desto weniger Feuer

Flächenbrände

Die zukünftige Entwicklung des Klimas und der Bevölkerung haben großen Einfluss auf das Entstehen und die Ausbreitung von Flächenbränden (Foto: Almut Arneth/KIT).

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Die Klimaalarmisten propagieren eine Zunahme von Waldbränden infolge einer Erwärmung von Klimazonen. Heute verbrennen jährlich schon etwa 350 Millionen Hektar Landoberfläche – das entspricht der Größe von Indien. Dies zu verhindern, sei einer der Gründe der Dekarbonisierungspolitik. In einer Pressemitteilung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) werden Forschungsergebnisse (veröffentlicht in Nature Climate Change) vorgestellt, die ein differenzierteres Bild zeichnen.

Zum einen sind Waldbrände aus ökologischer (nicht ökologistischer) Sicht nützlich. Feuer in Wäldern und Savannen sind für viele natürliche Ökosysteme essentiell: So tragen sie beispielsweise zur natürlichen Verjüngung und Biodiversität von Wäldern bei. Allerdings setzen sie auch große Mengen Luftschadstoffe frei, wie etwa Rußpartikel oder Ozon.

Wie sich Wald- und Savannenbrände zukünftig entwickeln und ausbreiten, haben die Umweltforscherin Almut Arneth, Professorin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung des KIT, und ihre Kollegen der schwedischen Universität Lund sowie des amerikanischen National Center for Atmospheric Research in Colorado untersucht. Dabei berücksichtigten sie nicht nur die reinen Klimadaten, sondern auch die zivilisatorischen Einflüsse der Menschen. Dabei zeigte sich ein komplexeres Bild, als die Forscher angenommen hatten: „Bisher gingen wir davon aus, dass der Klimawandel die Anzahl der Flächenbrände erhöht“, so Arneth. „In weiten Teilen der Welt hat die Größe der verbrannten Flächen über das vergangene Jahrhundert jedoch nicht zu- sondern abgenommen.“

Als wir die Modelle um demografische Faktoren erweiterten, dämpfte das die Folgen des Klimawandels stark ab“, erklärt Arneth. Das liege daran, dass der Mensch Flächenbrände weitestgehend unterdrücke, zum Beispiel durch das aktive Löschen von Bränden oder durch die „Fragmentierung“ der Landschaft: So bremsen etwa Straßen oder Felder die Ausbreitung von Waldbränden. Mit steigender Bevölkerungsdichte sinke demnach die Anzahl der Feuer. In Zukunft bremse die wachsende Bevölkerung sowie die Erschließung ländlicher Flächen als Lebensraum die Entstehung von Flächenbränden, vor allem in Afrika sowie Teilen Asiens und Südamerikas. Gleichzeitig steigt die Gefahr der Waldbrände dadurch, dass in anfälligen Regionen stärker gesiedelt wird.

Die Studie ist ein erfreuliches Beispiel wissenschaftlicher Redlichkeit. Statt die Wissenschaft in den Dienst einer einseitigen Politik zu stellen, ihre Ergebnisse zu frisieren und widersprechende Befunde zu unterdrücken oder gar Kritiker mundtot zu machen, suchen die Forscher wertfrei nach den komplexen Zusammenhängen. Ihre Resultate sind besonders nützlich, weil sie uns Hinweise für Vorsorgemaßnahmen liefern. Wälder sollten durch breite Straßen durchschnitten und Gebiete parzelliert werden. Dies widerspricht auch den Zielen der Ökologisten, die ein plattes Zurück-zur-Natur wollen: weniger Straßen, Bannwälder und die Wiederansiedlung von Wölfen.

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25. August 2016

Israelische und deutsche Forscher entschlüsseln wie Melanome Metastasen bilden

Krebszelle

Krebszelle (Foto: jscreationzs)

Logo Nature Cell Biology

In einem Beitrag in Nature Cell Biology wird von einem Durchbruch in der Krebsforschung berichet. Deutschen und israelischen Forschern haben herausgefunden, wie Hautkrebs-Melanome Metastasen bilden, und wie sich die Streuung aufhalten lässt. Melanome gelten als die aggressivste Form des Hautkrebses. Nach Angaben der Skin Cancer Foundation führen sie alle 52 Minuten zum Tod eines Menschen. Sie beginnen in den Pigmentzellen und nehmen häufig die Form dunkler Leberflecke an. Sobald der Krebs sich von der äußeren Hautschicht weiter in tiefere Schichten ausbreitet und die Blutgefäße erreicht, kann er tödlich werden. Die Krebszellen streuen über den Blutkreislauf zu lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Lungen, Leber und Knochen.

Der Blog der israelischen Botschaft in Deutschland berichtet voller Stolz über diesen Erfolg.

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11. August 2016

"Deutschland ist so friedlich wie nie zuvor"

Christian Pfeiffer

Christian Pfeiffer, seit 29 Jahren Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Foto: dpa

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In einem Interview Der Welt stellt der Kriminologe Christian Pfeiffer eine sinkende Kriminalität in Deutschland fest. Deutschland war, so Pfeiffers Botschaft, nie friedlicher als derzeit. Ob Mord, Totschlag, Kindstötung oder Kindesmisshandlung, beinahe alle Fallzahlen sind seit vielen Jahren kontinuierlich rückläufig: "Aber nicht einmal fünf Prozent der von uns Befragten ahnten, dass wir seit dem Jahr 2000 einen Rückgang der vorsätzlichen Tötungsdelikte um 44 Prozent verzeichnen, und beinahe niemand schätzt richtig ein, dass der Sexualmord seit Mitte der 80er-Jahre von 50 auf zwei Fälle zurückgegangen ist." Und in den vergangenen 20 Jahren habe sich Gewalt gegen Kinder und Kindesmissbrauch halbiert. Lediglich bei "importierten Straftaten" etwa im Internet oder Wohnungseinbrüchen steigen die Zahlen noch. Binnen 20 Jahren sank die Zahl der Kindstötungen von 176 auf 68 Fälle. Selbst wenn man die geringere Zahl der Kinder einrechnet, ist das ein Rückgang von mehr als 50 Prozent. 41 Prozent weniger Jugendgewalt seit 2007, Jugendalkoholismus ist binnen zehn Jahren um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, und die Zahl der Suizide junger Menschen ging um ein Drittel zurück. Dies ist für ihn ein Beweis für eine Gesellschaft, die immer weniger schlägt: "Das muss so sein, weil das Gros der Selbstmörder zuvor Opfer von Gewalt und Mangel an Liebe war." Und was auch hilft aus seiner Sicht: Der Anteil der Schulabbrecher hat sich halbiert und damit auch die Zahl der Jugendlichen, die keine Perspektive haben.

Pfeiffer setzt sich für ein Bildungssystem ein, in der männliche Migrantenkinder nicht in Restschulen ausrangiert werden.

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5. August 2016

Dank neuer Entsalzungstechnologie: Israel gewinnt mehr Frischwasser als es verbraucht

Die Sorek Entsalzungsanlage

Die Sorek Entsalzungsanlage. Foto: IDE Technologies.

Die Zeitschrift Scientific American meldet: Israel ist es gelungen, eine Meerwasserentsalzungsanlage zu bauen, die 1,5 Millionen Menschen versorgen kann. Mit der neuen Anlage gewinnt Israel nun 55 Prozent seines Trinkwassers aus dem Meer; insgesamt nun mehr Wasser, als es verbraucht. Durch den Einsatz von Lavagestein gelang es dem Ingenieur Bar-Zeev und seinen Kollegen, eine Schwachstelle herkömmlicher Verfahren zu beseitigen, nämlich die Verstopfung von Membranen mit Mikroorganismen. Das System arbeitet ohne chemische Mittel allein mit physikalischen Methoden.

Das Zuckerberg-Institute, das die Entwicklung der Anlage ermöglichte, arbeitet mit afrikanischen Staaten bei der Trinkwasseraufbereitung, der Tropfenbewässerung und Entsalzung zusammen. Die Leistungen der israelischen Wissenschaftler sind ein wertvoller Beitrag für den Kampf Mittelasiens gegen die Dürre. Der Erfolg beweist, dass der Mensch sich durch seine Kreativität dem Klimawandel anpassen kann.

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4. August 2016

Ölkatastrophen auf den Weltmeeren nehmen stetig ab

Zahl der Ölkatastrophen nimmt ab

Die Grafik von Our World in Data zeigt die Entwicklung der Tankerunglücke, die zu Ölverschmutzungen der Weltmeere führten. Seit 1974 geht die Umweltbelastung durch die Ölpest zurück. Der Rückgang ist nicht auf eine Verringerung des Transports zurückzuführen. Tatsächlich steig er an. folgende Tabelle zeigt den Vergleich von Zunahme der Verschiffung und Rückgang der Verschmutzungen.

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28. Juli 2016

Oberstes Gericht der Philippinen hebt das Verbot von weiteren Auberginen-Versuchsfeldern auf

Auberginenfeld

Auberginenanbau auf den Philippinen. Bild: Alliance for Science

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Der Blog Alliance for Science berichtet vom Beschluss des obersten Gerichts der Philippinen, das Verbot weiterer Versuchsfelder für gentechnisch veränderte (gv) Auberginen aufzuheben. Greenpeace kämpfte seit 2012 für das Verbot. Ein Anruf von Farmern und Wissenschaftlern hatte Erfolg. Die Sorte hat die Eigenschaften, die Früchte gegen bohrende Insekten widerstandsfähig zu machen und damit den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Sie liefert größere Erträge und Gewinne für die Bauern sowie eine höhere Verbraucherzufriedenheit. Studien haben ergeben, dass die Pflanzen unschädlich für die Umwelt sind. Das Gericht stützte sich dabei auf die Erfahrungen von drei Jahren im Versuchs-Anbau der Frucht.

Derzeit wird die gv-Aubergine in Bangladesh angebaut. Indische Farmer kämpfen für die Zulassung. Siehe: Global Farmers Network

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27. Juli 2016

Die Weltbevölkerung wird reicher, die Armut nimmt ab

Einkommensverteilung weltweit

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Our World in Data veröffentlicht eine grafische Darstellung der Einkommensverteilung in den Jahren 1820 bis 2000. Auf der Originalseite lassen sich verschiedenen Schnitte durch die Zeit einstellen und miteinander vergleichen. Die obige Grafik greift die Jahre 1820, 1970 und 2000 heraus.

Das Gesamteinkommen der Weltbevölkerung können wir uns entsprechend den Flächeninhalten der Kurven und ihrer x-Achse (Einkommen in USD-Dollar mit der Kaufkraft von 1970) vorstellen. Es nimmt zu. Die Zahl der Armen in der Welt lässt sich ablesen, wenn wir senkrechte Schnitte am linken Rand der Kurven machen und vergleichen, wie groß die Werte der y-Achse (Menschen) sind. Lebten 1820 noch 200 Millionen Menschen von 200 Dollar, sind es heute nur noch 40 Millionen. Der Reichtum nahm ebenfalls zu, was sich am rechten Rand der Kurven beobachten lässt. Er schiebt sich weiter nach rechts. Doch entscheidend ist das Wachsen des Bogens in der Mitte. Im Jahr 1820 betrug das mittlere Einkommen (höchster Punkt der Kurve) etwa 500 Dollar. Heute liegt der Hochpunkt viermal höher, bei 2.000 Dollar. Die mittleren Einkommen nahmen sowohl in der Höhe als auch in der Gesamtzahl enorm zu.

1820 lebte die Mehrheit der Welt in Armut, etwa 85 bis 95 %. Ihr Einkommen konnte mit dem der ärmsten afrikanischen Länder von heute verglichen werden ( ca. 500 Dollar). 1950 war die Ungleichheit gewachsen. Die Einkommensverteilung spaltete die Welt in zwei Teile. Man sieht es an den Kamelhöckern, die bei 500 und bei 5.000 Dollar liegen. Es gab eine erste, sich entwickelnde Welt und eine zweite, arme, stagnierende. Dreißig Jahre später hat sich die Welt erneut dramatisch verändert. Die ärmeren Länder, inssbesondere die südostasiatischen holten beträchtlich auf. Die Teilung in zwei Welten ist überwunden. Die Einkommensungleichheit hat sich gemildert. Nicht nur der Durchschnitt wurde reicher, sondern auch eine große Zahl ehemals Armer wurde viel wohlhabender.

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24. Juli 2016

Der Welthandel nimmt exponenziell zu

Welthandel in fünf Jahrhunderten

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Our World in Data veröffentlicht eine grafische Darstellung des Welthandels über 500 Jahre. Die Daten sind aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, unvollständig und nicht exakt im naturwissenschaftlichen Sinn. Was sie aber zeigen können, ist die Beschleunigung des Welthandels in mehreren Stufen. Im 16. Jahrhundert (nach der Entdeckung Amerikas und dem Paradigmenwechsel des Erdbildes von der Scheibe zur Kugel) nahm der Fernhandel einen Aufschwung. Das 17. Jahrhundert stand im Zeichen der Glaubenskriege und war ökonomisch stagnativ. Im 18. Jahrundert nimmt der Welthandel an Fahrt auf. Die Ära des Kapitalismus hat begonnen. Im 19. Jahrhundert wächst er erneut schneller. Es ist die Ära des Liberalismus. Die sozialistische Epoche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichnet einen deutlichen Rückgang. Nationalismus, Krieg, Autarkiebestrebungen und Beuteökonomie sind handels- und damit wohlstandsfeindlich. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts aber setzt neue Kräfte frei. Wir befinden uns im Zeitalter der Globalisierung. (Der Tatbestand widerlegt die libertäre Sicht auf die liberale Demokratie als Sozialismus.)

Handel bringt Wohlstand. Allein durch den Austausch von Gütern verbessert sich die Versorgung der Handelspartner. Wer mit anderen tauscht, kann sich spezialisieren. Das, was er besonders effizient leisten kann, nimmt einen breiteren Raum ein. Er produziert Überschüsse, die er exportiert, beispielsweise deutsche Automobile nach China und chinesische Elektrogeräte nach Deutschland. Dadurch erhöht sich die Effizienz der Gesamtproduktion. Der Handel treibt über die Enge des Nationalstaats hinaus. Er ist der Motor der Globalisierung. Darum sind Handelsbeschränkungen reaktionär und dem Gemeinwohl abträglich. Es wäre für die armen Länder viel gewonnen, wenn sie in vollem Maß einen unbehinderten Zugang zum Welthandel hätten. Freihandelsabkommen und die damit verbundene Aufhebung von Zöllen beflügeln den Handel.

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22. Juli 2016

Mordrate sinkt in den USA seit Jahren

Mordrate USA

Nach Daten der Weltbank kennt die Mordrate in den USA seit Jahren fast nur eine Richtung: nach unten. Seit 1995 hat sie sich praktisch halbiert. Im letzten Jahr meldeten die Nachrichtenblätter einen Anstieg der Mordrate, wiesen aber darauf hin, dass es sich vermutlich um die Folgen von Bandenkriegen der Drogenhändler handelt, die nur eine gewisse Zeit andauern, bis sich die Machtverhältnisse neu eingestellt haben. Von einem Land, das immer mehr im Sumpf der Kriminalität versinkt, kann keine Rede sein. Die Mordrate betrug im Jahr 2013 3,8 pro 100.000 EW im Jahr. In Deutschland lag sie im selben Jahr bei 0,7. Der Unterschied ist beträchtlich. Doch relativiert ein Vergleich mit den gewalttätigsten Ländern die Kennziffer.

Die USA liegen auf Platz 105. 104 Länder sind folglich gewalttätiger. Russland liegt bei 9,1. Die folgende Grafik zeigt die Top-30-Länder.

Top-30-Länder

Sie liegen alle über 10/100.000 und damit Größenordnungen über den USA. Die populistische Angstmacherei von Trump entbehrt jeder Grundlage. Die USA entwickeln sich in eine gute Richtung. (Quelle: www.factfish.com/de/)

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17. Juli 2016

Gentechnische Landwirtschaft auf über 5 Milliarden Hektar Ackerfläche

Baumwollernte

Baumwollernte in Indien. Foto: Global Farmer Network

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Balwinder Singh Kang betreibt seit 1984 Landwirtschaft. Er baut gentechnisch veränderte Baumwolle, konventionell gezüchtete Gremüsesorten, Weizen, Senf und Kichererbsen in Hanumangarh, im indischen Bundesstaat Rajasthan, an. In Global Farmer Network bekennt er sich zur Gentechnik mit der Feststellung: GM Crops have transformed my life for the better. The world needs more of them—and India’s government should approve new kinds so that farmers and consumers alike can enjoy the enormous benefits.

Vor der Anwendung der GM-Baumwolle spritzten sie fast jeden zweiten Tag Pestizide, sagt Kang, und konnten doch die Baumwolleule (einen Nachtfalter) nicht richtig beherrschen. Er zerstörte die Früchte. Im Jahr 2003 wurde Kangs Hof zur Versuchsfläche und er konnte mit eigenen Augen sehen, dass diese Sorten eine natürliche Resistenz gegen Schädlinge besitzen. Dank der GM-Baumwolle konnte er seinen beiden Kindern eine gute Bildung bezahlen. Er konnte sein Haus nach 20 Jahren erstmals renovieren. Sein Nachbar, der eine vergleichbare Fläche bebaut, übernahm GM-Baumwolle viel später. Es besteht noch ein großer Unterschied im Lebensstandard der beiden Nachbarn.

In Indien werden 95 % der Baumwollernte mit gentechnisch veränderten Sorten eingefahren. Indien ist der weltweit führende Baumwollproduzent, hat China hinter sich gelassen und liegt deutlich vor den USA. Doch auch in Indien gibt es Widerstände gegen die neue Technik. Die Regierung blockiert die Nutzung von GM-Auberginen. Konventionelle Auberginen müssen alle drei bis vier Tage gespritzt werden. Kang argumentiert: Würden wir auch GM-Auberginen zugelassen, könnten wir Kosten senken und etwas für unsere Gesundheit tun. Die Verbraucher müssten sich nicht über schlechte Früchte ärgern und nützliche Insekten könnten gedeihen. GM-Pflanzen könnten einen Beitrag zur Bekämpfung von Mangelernährung leisten, da es Sorten gibt, die mehr Vitamine und Mineralien enthalten als die konventionellen Sorten.

Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications (ISAAA) beträgt der Nutzen der biotechnischen Pflanzen in den letzten beiden Jahrzehnten in 28 Ländern über 150 Milliarden USD. Wenn Bauern die Möglichkeit erhalten, wechseln sie zu den modernen Sorten.

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16. Juli 2016

Vermehrtes Kohlendioxid in der Luft beschleunigt den Pflanzenwuchs

Schaubild Mycorrhizae

Bodenpilze können Pflanzen Stickstoff liefern. Schaubild: Northern Arizona University

Logo EurekAlert

EurekaAlert!, eine Publikation der Northern Arizona University, berichtet über Forschungen zu den Effekten der zunehmenden Kohlendioxidmengen in der Luft auf das Pflanzenwachstum. Unter dem Einfluss von Stickstoffdüngung, die auch durch Bodenpilze bereitgestellt werden kann, wirkt sich CO2 als Wachstumsbeschleuniger aus. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. CO2 wirkt wie Düngung.

Wir haben schon auf die Ausdehnung der Vegetationszonen am Rande der Sahara und im extremen Norden hingewiesen. (Siehe gute Nachricht vom 3. Juli 2016) Die Studie gibt Aufschluss über die botanischen Mechanismen, die diesem Vorgang zugrunde liegen. Die positiven Wirkungen auf die Vegetation bereichern die Nahrungsproduktion und tragen somit zur Überwindung des Hungers bei. Ihre klimatischen Wirkungen sind nicht ausreichend erforscht. Wir sollten die greifbaren und beweisbaren Wirkungen akzeptieren, die fraglichen aber mit Skepsis betrachten. Die unterentwickelten Länder benötigen zur Überwindung von Hunger und Armut Energie und Strom. Die billigste Energiequelle ist Steinkohle, die für viele Jahrhunderte in ausreichender Menge vorhanden ist. Ihre Verbrennung erhöht die CO2-Konzentration und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung der Weide- und Ackerflächen. Dagegen sind die Solarkraftanlagen nicht nur technologisch rückständig, weil sie keine dauerhafte Stromspannung erzeugen können, sondern auch unwirksam für die Verbesserung der Vegetation. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sind Solarzellen fragwürdig.

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9. Juli 2016

Extreme Armut halbiert

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In Econwatch veröffentlichten die Autoren Susanne Cassel und Tobias Thomas im Mai 2016 einen Kommentar zur Entwicklungspolitik. Die gute Nachricht: In den letzten 30 Jahren sind Entwicklungsländer wirtschaftlich schneller gewachsen als je zuvor. Damit verbunden war eine Reduktion der absoluten Armut. So ging der Anteil derjenigen, die weniger als 1,25 US$ pro Tag zum Leben haben, von 1981 bis 2015 von gut 50 Prozent auf 15 Prozent zurück. Damit wurde das Millennium Development Goal, den Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, zwischen 1990 und 2015 zu halbieren, bereits fünf Jahre früher erreicht als vereinbart.

Es bestehen jedoch beträchtliche regionale Unterschiede. Die Länder Süd- und Ostasiens, insbesondere China, Südkorea und Indonesien, verzeichneten beachtliche Fortschritte. Die Südsahara-Staaten blieben im Vergleich dazu zurück. Zu den Voraussetzungen der Entwicklung erklären die Autoren: Für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg eines Landes spielen neben der geografischen Lage institutionelle Rahmenbedingungen wie ein funktionierendes Rechtssystem, klar definierte Eigentumsrechte und faire Wettbewerbsbedingungen eine entscheidende Rolle. Entwicklungshilfe sollte daher beratend gerade an diesen Rahmenbedingungen ansetzen. Zudem sollten die Forschung und Entwicklung für relevante Medikamente und Impfstoffe sowie für Agrar- und Klimaschutztechnologien intensiviert und der Technologietransfer verstärkt werden.

Die Ineffizienz der heutigen Entwicklungshilfe wird kritisiert. Insgesamt werden 140 USD jährlich von allen Geberländern zusammen aufgebracht. Derzeit ist sie national wie auch international stark fragmentiert. So vergibt Deutschland seine ca. 6,5 Mrd. Euro bilaterale Entwicklungshilfe an 80 Länder, in denen jeweils eine Vielzahl von Projekten gefördert werden. Eine Fokussierung auf weniger Länder könnte die Effektivität der Hilfe erhöhen. Insbesondere Länder, die inzwischen nicht mehr zu den Entwicklungsländern zählen, bedürfen auch keiner weiteren Unterstützung durch Entwicklungshilfe.

Mehr noch als in einer Fokusierung von Entwicklungshilfe auf effiziente Projekte erwarten die Autoren in ökonomischen Instrumenten Chancen. Weit wichtiger ist die Integration der Entwicklungsländer in die internationale Arbeitsteilung und den internationalen Handel. Dazu sollte die Handelsliberalisierung weiter vorangetrieben und Entwicklungsländern ein besserer Marktzutritt gewährt werden. Das Ende 2013 beschlossene „Bali-Paket“ der Welthandelsorganisation, in dem sich die WTO-Mitgliedstaaten verpflichtet haben, die Zölle stark zu senken und die Zollabwicklung zu vereinfachen, war das erste nennenswerte Abkommen seit Beginn der Doha-Runde 2001. Weitere Schritte sind notwendig.

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7. Juli 2016

Terror in Europa: Warum das Gefühl trügt

Grafik Opfer von Terrorattacken in Weteuropa 1970 bis 2016

Opfer von Terrorattacken nach Ländern unterschieden. Grafik: Ringier (Zum Vergrößern anklicken!)

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Gute Nachrichten über Terrorattacken und die Zahl ihrer Opfer? Leben wir nicht in einer Zeit, in der der Terrorismus zunimmt? Die Grafik bei Yahoo zeigt für Westeuropa das Gegenteil. Wir leben in einer Zeit, in der sich die Terrorismus-Gefahr tendenziell abschwächt. Der Terorismus heute ist nur noch ein Bruchteil dessen, was in den 1970er-Jahren tobte, sowohl was die Zahl der Anschläge betrifft, als auch die Zahl der Opfer. Forscher der US-Universität in Maryland dokumentieren in ihrer Datenbank „Global Terrorism Database“ Terroranschläge weltweit. Als sie 1970 damit anfingen, zählten sie 47 Anschläge in Europa. Mit über 800 Terroranschlägen bildet das Jahr 1979 den traurigen Höhepunkt des Terrors in Europa. Die meisten davon wurden von Separatisten in Frankreich, Spanien und Großbritannien verübt. Alleine der Nordirlandkonflikt forderte rund 3500 Tote, viele davon starben bei Terroranschlägen durch die IRA, so der „Sutton Index of Death“. In den knapp 30 Jahren des Terrors wurden demnach über 10.000 Bombenattentate gezählt.

Der Terrorismus Ende des vorigen Jahrhunderts schwächte sich ab, nachdem von innen heraus die Einsicht reifte, dass er zwecklos ist. Wir erinnern uns an den Aufstand der Mütter in Nordirland. Der Niedergang des sozialistischen Lagers, das Scheitern der Guerillabewegungen in Afrika und Lateinamerika und die Beendigung der Kriege in Vietnam sowie der verdeckten Kriege der CIA schwächte den separatistischen und überwiegend linken Terrorismus. Der islamische Terror ist ein neues Phänomen. Mit 54 von insgesamt 12.593 Anschlägen in den vergangenen 45 Jahren machen islamistische Terroranschläge weniger als ein halbes Prozent aus. Die Hauptlast des Islamofaschismus in den westlichen Ländern muss Israel tragen. Doch die bei Weiten größten Opferzahlen sind in den islamischen Ländern selbst zu finden. (Vgl. Terrorindex in Wikipedia)

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3. Juli 2016

NASA Studies Details of a Greening Arctic

Arctic Greening Logo NASA

Gemeinhin werden mit dem Klimawandel zwei Ideen verbunden: Erstens ist er durch uns Menschen verursacht. Zweitens sind seine Folgen negativ, weil die Natur ohne menschliche Einflüsse in einem Gleichgewicht verharrt. Beides, bzw. alle drei Ideen sind falsch. Erstens ist Klimawandel ein natürlicher Vorgang, der durch menschliche Aktivitäten überformt wird. Zweitens befindet sich die Natur niemals in einem Gleichgewicht, sondern in einer fortwährenden Evolution. Drittens sind die Folgen der klimatischen globalen Erwärmung verbunden mit einer Erhöhung der CO2-Konzentration, die wir heute als Tatsache annehmen, nicht nur schlecht. Im Gegenteil. In vielen Regionen sind positive Veränderungen zu beobachten.

Die NASA veröffentlichte eine Langzeitstudie über die Veränderungen der Vegetation in Nordamerika. Sie stellte anhand von Satelitenbeobachtungen fest, dass sich die Pflanzen vermehren. Der hohe Norden ergrünt. Wo früher Tundra oder gar Permafrostboden vorherrschte, wachsen die Pflanzen üppiger. Dies ist aus menschlicher Sicht positiv, weil es unsere Lebensgrundlage erweitert. Die lebensfeindlichen Regionen wandern nach Norden, die lebensfreundlichen breiten sich in den ehemals lebensfeindlichen aus. Übrigens, was für den hohen Norden gilt (in Sibirien finden die gleichen Vorgänge statt), gilt auch für die Sahelzone und die Sahara: Der Klimawandel ist für uns Menschen vorteilhaft. Die Wüste schrumpft. Die Wüstenränder ergrünen.

Welche Ursache-Wirkungsmechanismen hierbei ins Spiel kommen, ist weitgehend unbekannt. Es könnten die höheren CO2-Konzentrationen sein, die wie Düngung wirken. Dieser Vorgang wird durch die NASA hier dokumentiert. Die höheren Temperaturen könnten zu einer Befeuchtung der Luft beitragen, die sich ausregnet. (Vielleicht spielen die Schwefel-Aerosole der vermehrten Kohleverbrennung eine Rolle als Kerne für die Bildung von Wassertropfen.) Auch könnten sich die Klimazonen insgesamt verschieben, weil die Temperaturdifferenzen der geografischen Breiten sich verändern, so dass die Windsysteme sich verlagern. Diese Theorie wird durch die NASA hier dokumentiert. Derartige Klimaveränderungen gibt es seit jeher. Die mediterranen Gebiete werden trockener. Das wäre dann die negative Seite der Klimazonen-Verschiebungen. NASA-Dokumentation hier.

Eine Simulation der Beobachtungen im hohen Norden als Video auf youtube findet sich hier.

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1. Juli 2016

Ozonloch über der Antarktis schließt sich

Im September 2006 erreichte das Ozonloch seine zweitgrößte Ausdehnung. Bild: Wikipedia

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1985 alarmierte eine Studie in «Nature» die Weltöffentlichkeit über eine Lücke in der Atmosphäre, das sogenannte Ozonloch. Die ausgedünnte Ozonschicht lässt mehr vom UV-B-Anteil der Sonnenstrahlung zum Erdboden durch. Ultraviolette Strahlung kann bei Lebewesen karzinogen wirken. Zwar befindet sich die Zone oberhalb der Antarktis, aber weil die Ursachen wenigstens teilweise anthropogen sind, war zu erwarten, dass sich der Prozess fortsetzt und auch menschliche Lebensbereiche erreicht. Als Hauptursache wurde die Emmision von Fluorkohlenwasserstoffen festgestellt, die als Kühlmittel in Kühlschränken und zur Herstellung von Schaumstoffen eingesetzt wurden. Neben den Emmisionen sind Vulkane für die Ausdünnung verantwortlich.

1989 wurde das Montreal-Prokoll unterzeichnet. Das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, ist ein multilaterales Umweltabkommen und damit ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag des Umweltrechts. Seither wurden die schädlichen Emmisionen gesenkt. Erstmals seit Juni 2016 beobachten Forscher eine Verringerung der Größe und zwar um 4 Millionen qkm. Die NZZ berichtet über eine Studie des MIT.

Das Montreal-Protokoll ist ein Beispiel für eine gelungene internationale Organisation der Nationalstaaten zum Schutz der Umwelt und zum Nutzen der Menschen. Ursache und Wirkung des Problemfeldes sind nicht zu komplex. Die Maßnahmen greifen unmittelbar und in überschaubaren Zeiträumen. Dagegen sind die Ziele des Kyoto-Protokolls unrealistisch, äußerst schädlich für die Menschheitsentwicklung und nutzlos im Hinblick auf die gestellten Ziele.

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30. Juni 2016

Öffentliche Unternehmen in der Staatsquote

Grafik Sttaatsquote in Deutschland

Zum Vergrößern anklicken. Grafik IREF

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Das IREF (Institute for Research in Economic and Fiscal Issues) erarbeitete eine erweiterte Staatsquote und kann damit erstmals genauere Auskunft über den Umfang der vom Staat kontrollierten Einkommen in Deutschland erteilen. Die Erweiterung schließt die öffentlichen oder öffentlich kontrollierten Unternehmen in die Betrachtungen ein. Die Staatsquote liegt in dieser Sichtweise 4 % höher als offiziell angegeben. Die gute Nachricht daran ist nicht die absolute Höhe, die im Korridor zwischen 40 und 50 % liegt, sondern dass die Quote seit 1975 tendenziell nicht steigt. Sie bewegt sich leicht auf und ab, und dabei, wenn überhaupt, eher nach unten.

Von 1960 bis 1975 wuchs die Quote von 33 % auf 49 %. Heute liegt sie bei 44 %. Eine Diskussion über die Möglichkeit, sie zu senken, wäre wünschenswert. Allerdings müsste im Detail nachgewiesen werden, dass die Streichung und Privatisierung von Sektoren im Interesse der Allgemeinheit sind und ökonomisch effizienter. Es müsste nachgewiesen werden, dass die zu privatisierenden öffentlichen Güter einen Markt finden würden und dass keine Monopolbildung zu Lasten des Verbrauchers möglich ist. Erst wenn klar benannt wird, welche Staatsausgaben gestrichen werden sollen und können, ist es möglich, die Einnahmenseite zu senken und damit die Staatsquote. Angesichts der Dauerkritik an einer Bürokratisierung der Wirtschaft und des öffentlichen Sektors ist der Befund einer nicht-steigenden Staatsquote aber eine gute Nachricht. In meinen Augen ist eine Zunahme von Verwaltung eine logische Folge der Zunahme von öffentlichen Gütern (man denke nur an den Ausbau der Universitäten). Angesichts dessen spricht der Befund für das Vorhandensein eines Moments, das der Aufblähung der Verwaltung entgegenwirkt. Er widerspricht damit der gängigen Annahme eines sich selbst mästenden Molochs Staat.

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27. Juni 2016

Zahl der kariesfreien Kinder in Deutschland nimmt zu

Grafik Karies bei Kindern

Statista meldet: Die Zahl der zwölfjährigen Kinder in Deutschland, die keine Karies haben, nimmt zu. 1997 waren es 41,8 % und 2005 70,1 %. Kinder von Eltern mit Abitur waren 2005 sogar zu 75,4 % kariesfrei. Dieser Erfolg lässt sich auf die zunehmende Bildung, die bessere Information in den Schulen und die systematische Kontrolle durch die Gesundheitsämter im Rahmen des staatlichen Schulwesens zurückführen.

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22. Juni 2016

Durchschnittlicher Schulbesuch von über Fünfzehnjährigen steigt weltweit

Our World in Data von Max Roser zeigt einen Überblick über die Dauer des Schulbesuchs in allen Ländern der Erde. Die interaktive Grafik zeigt im Abstand von jeweils fünf Jahren, wie lange Fünfzehnjährige in den einzelnen Ländern zur Schule gegangen sind. Es ist eine sehr anschauliche Darstellung des global steigenden Bildungsniveaus. Für den Ökonomen interessant ist die Tatsache, dass der Motor dieser erfreulichen Entwicklung jeweils staatliche Regelungen sind, nicht privatwirtschaftliche. Diese ergänzen den Trend. Für einige Länder liegen keine Daten vor, so zu Somalia und Nordkorea.


17. Juni 2016

Diese Fabrik revolutioniert die Gasförderung

Unterwasserfabrik zur Förderung von Öl, Gas und Kondesat. Foto: MAN

Logo Die Welt

Die Firma MAN erfand einen Kompressor, der unter Wasser arbeitet. Damit lassen sich Förderwerke für Öl und Gas im Meeresgrund installieren, mit denen zusätzliche Energiereserven erschlossen werden können. Die Welt berichtet:

Die Wirtschaftlichkeit der neuen Fördermethode begeistert vor allem die staatliche (norwegische) Energiegesellschaft Statoil. Denn weil der Kompressor jetzt unmittelbar neben den Bohrlöchern positioniert ist, entfällt künftig das Hochpumpen des Gases über Hunderte Meter hinauf zur Förderplattform. Das spart Energie, Platz, Zeit und Geld und stellt insgesamt einen enormen Effizienzgewinn dar. Denn für den nötigen Strombedarf des Kompressors war früher ein ganzes Kleinkraftwerk mit 100 Megawatt Leistung nötig. Der Subsea-Kompressor kommt heute mit einem Zehntel der Leistung aus. Es genügt, das kleine Stromaggregat auf einem Schiff zu installieren, das über dem Asgard-Feld ankert. Der Prototyp des Unterwasserkompressors dürfte deshalb bald auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Dafür sprechen allein die Kostenvorteile: Die Unterwassereinheit ist nur ein Zwanzigstel so schwer wie eine herkömmliche Förderplattform, die stets turmhoch aus dem sturmgepeitschten Wasser ragen muss. Die Kosten für die Installation betragen nur rund ein Viertel. Die Zuverlässigkeit der Anlage hat sich in den vergangenen zehn Monaten Dauerbetrieb erwiesen.

Mit Hilfe dieser neuen Technologie lassen sich Felder weiter nutzen, die bisher bei einer Ausschöpfung von nur 40 % der Lager unrentabel wurden. Sie erschließt somit die in den bekannten Lagern schlummernden immensen Reserven. Die Technik ist auch bei niedrigen Ölpreisen rentabel, man spricht von einem Grenznutzen bei 50 Dollar/Barrel.

Natürlich stemmt sich auch hier Greenpeace gegen den Fortschritt der Menschheit.

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16. Juni 2016

Das Bruttoinlandsprodukt in Afrika steigt

Grafik zum BIP in Afrika Logo Berlin-Institut

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung legte 2016 ein Discussion Paper zum Thema «Jobs in Afrika» vor. Die Autoren Franziska Woellert und Reiner Klingholz argumentieren für einen besonderen afrikanischen Entwicklungsweg über die landwirtschaftliche Produktion und dezentrale erneuerbare Energiegewinnung. Ich halte den energiepolitischen Teil für falsch, aber die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion ist sicherlich ein unverzichtbarer Teil des wirtschaftlichen Aufschwungs Afrikas.

Die Tabelle gibt die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der Subsahara-Staaten in absoluten Zahlen und in relativen pro Kopf der Bevölkerung seit 1960 wieder. Bemerkenswert finde ich zweierlei: Das absolute BIP steigt stetig, aber seit Mitte der 1990er-Jahre in einem höheren Tempo. Es ist so, als ob eine Bremse gelockert worden wäre. Die relative Entwicklung gibt die Folgen des Bevölkerungswachstums in Bezug auf das Einkommen wieder. Zwischen Anfang der 1970er-Jahre wächst die Bevölkerung schneller als die Wirtschaft, doch ab den 1990er-Jahren kehrt sich dieses Verhältnis um. Die relative Entwicklung steigt, was heißt, dass sich das Einkommen schneller entwickelt als die Bevölkerung. Noch nie ging es dem Durchschnittsafrikaner besser als heute.

Globale Zahlen müssen vorsichtig interpretiert werden. Die Lage unterscheidet sich bei den Einkommensgruppen und nach Ländern. Doch sollte uns Europäern klar werden, dass Afrika aufgewacht ist und sich in einer dynamischen Phase befindet. Wir sollten Afrika als Wirtschaftspartner wahrnehmen, uns für seine Exportgüter öffnen und direkt investieren.

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15. Juni 2016

Abtreibung: Wissen und Wohlstand rettet Leben

Tabelle über Abtreibungen Logo forsight

Forsight berichtet: Haben zwischen 1990 bis 1994 über 50 Millionen Frauen abgetrieben, ist diese Zahl zwischen 2010 bis 2014 auf über 56 Millionen angewachsen. Beachtet man bei dieser Zahl das weltweite Bevölkerungswachstum, so ist im Verhältnis die Zahl der Abtreibungen gesunken. Haben zwischen 1990/1994 40 von 1.000 Frauen abgetrieben, ist dieser Anteil 2010/2014 auf 35 Abtreibungen je 1.000 Frauen gesunken. Vergleicht man die beiden Zeiträume so hat insbesondere Europa den größten Sprung gemacht. Die Zahl der Abtreibungen wurde nahezu halbiert. 1990/1994 haben 8,2 Millionen Frauen im Alter zwischen 15 bis 44 Jahren abgetrieben. 2010/2014 waren dies nur noch 4,4 Millionen Frauen. Die Zahl der Abtreibungen in Lateinamerika, Asien und Afrika sind im Gegenzug in absoluten Zahlen gestiegen.

Von den 56,3 Millionen Abtreibungen zwischen 2010/2014 entfallen mit 49,6 Millionen Abtreibungen auf Entwicklungsländer. Die westlichen Industrienationen zählen insgesamt 6,7 Millionen Abtreibungen. Die Forscher führen als Grund nicht nur ein schlechtes Gesundheitssystem für diese hohe Zahl in den Entwicklungsländern an. In Ländern, in denen Abtreibung tabuisiert oder kriminalisiert werden, haben Frauen gleichzeitig kaum einen Zugang zu Verhütungsmitteln, zur gesundheitlicher Vorsorge, Aufklärungsmaterialien oder Beratungsstellen. Denn die Forscher sehen vor allem in ungewollten Schwangerschaften die wesentliche Ursache für Abtreibungen.

Wir können aus diesen Zahlen ablesen, dass der Rückgang der Abtreibungszahlen von der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Je höher entwickelt eine Gesellschaft, desto humaner sind die Methoden der Geburtenkontrolle, die eine Abtreibung letztlich unnötig machen. Abtreibungen sind selbst schon humanistische Fortschritte gegenüber der archaischen Kindstötung. Und fachlich einwandfreie Abtreibungen sind illegalen Engelmachereien vorzuziehen. Bessere Gesundheitsvorsorge und Beratung, die Selbstbestimmung der Frauen und die Enttabuisierung religiöser Restriktionen sind die Punkte, auf die es ankommt

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9. Juni 2016

Kriminalitätsentwicklung im Zusammenhang von Zuwanderung

Logo BMI

Das Bundeskriminalamt legte Zahlen zur Asylentwicklung und zur Kriminalität im Zusammenhang mit Asylbewerbern vor. Die Grafik zeigt die stark rückläufige Entwicklung der Asylbegehren. Die Fallzahlen Zuwanderer, sind von Januar bis März 2016 um mehr als 18 % gesunken Im ersten Quartal 2016 wurden ca. 69.000 Fälle von Straftaten begangen durch Zuwanderer (einschließlich Versuche) registriert. Die signifikantesten Rückgänge waren in den Bereichen der Vermögens und Fälschungsdelikte, der Diebstahlsdelikte und der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verzeichnen. Ein schwächerer Rückgang dagegen zeigte sich bei den Fallzahlen zu Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Der weitaus größte Anteil der Zuwanderer beging keine Straftaten. ... Gemessen am Anteil an der Zuwanderungszahl traten Algerier, Marokkaner, Georgier, Serben und Tunesier deutlich überproportional als Tatverdächtige auf. Syrer, Afghanen und Iraker weisen hohe absolute Fallzahlen auf. Jedoch war die Zahl der Tatverdächtigen dieser Nationalitäten - gemessen an ihrem Anteil an der Zuwanderungszahl - deutlich unterproportional.

Auch die Kriminalität von Einheimischen gegen Einwanderer nahm ab. Etwa die Hälfte der Kriminalfälle der Einwanderer richtet sich gegen andere Einwanderer.

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8. Juni 2016

Dauer der Altersbezüge hat sich seit 1970 fast verdoppelt

Infografik: Dauer der Altersbezüge hat sich seit 1970 fast verdoppelt | Statista

Statista berichtet: Die durchschnittliche Bezugsdauer von Renten und Pensionen im OECD-Raum hat sich seit 1970 beträchtlich verlängert: bei Frauen von 14,6 bis 22,5 Jahren, bei Männern von 10,6 bis 18,0 Jahren. Die Grafik zeigt das durchschnittliches Renten- und Pensions-Eintrittsalter sowie die durchschnittliche Lebenserwartung und damit auch die durchschnittliche Bezugszeit von Altersbezügen im OECD-Schnitt.

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7. Juni 2016

Das Märchen von der wachsenden Ungleichheit

Grafik Ungleichheit der Einkommen nimmt ab Logo Die Welt

Das ifo-Institut hat eine Studie über die Einkommensunterschiede in Deutschland vorgelegt. Es ist eine Gegenstudie zum Buch Marcel Fratzschers über die angeblich zunehmende Ungleichverteilung. Pikant daran ist, dass das ifo mit der gleichen Datenlage arbeitet wie das Buch des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Nur kommt es zu den gegenteiligen Ergebnissen. Die Welt berichtet darüber. Demnach wird die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland nicht größer, im Gegenteil: "Die Ungleichheit der Arbeitseinkommen in Deutschland ist im letzten Jahrzehnt zurückgegangen", heißt es in der Untersuchung. "Die Studie zeigt, dass die pauschale These ständig wachsender Ungleichheit in Deutschland falsch ist", sagt Ifo-Chef Clemens Fuest.

Grafik Gini-Koeffizient nach Umverteilung

Die obere Grafik zeigt die Entwicklung des Gini-Koeffizienten beim Brutto-Einkommen und die Entwicklung der Arbeitslosenquote. Beide sinken. Der Gini-Koeffizient gibt ein Maß für Ungleichheit der Einkommen. Zwischen beiden besteht ein Zusammenhang. Je mehr Menschen im Erwerbsleben stehen, statt arbeitslos zu sein, desto höher sind die Gesamteinkommen der unteren Hälfte und damit sinkt der Gini-Koeffizient. Sozial ist, was Arbeit schafft.

Die untere Grafik zeigt die Umverteilungsfunktion des Staatshaushalt. Vergleicht man den Gini-Koeffizienten des Brutto-Einkommens dem des Netto-Einkommens, so ergibt sich ein Angleichung. Der Gini-Koeffizient sinkt von 0,49 auf 0,29. Das ist beträchtlich. Es findet eine Umverteilung von Reich zu Arm statt.

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3. Juni 2016

Ein stromnetzunabhängiger Kühlschrank für Entwicklungsländer

Julia Römer

Coolar-Gründerin Julia Römer

Logo Gründerszene

Gründerszene berichtet: Coolar trägt mit seiner Innovation einen elementaren Teil zur Sicherung grundlegender Lebensqualität bei. Das Team um Gründerin Julia Römer hat eine ökologisch nachhaltige Kühlungstechnologie für Regionen in Entwicklungsländern entwickelt, in denen kein zuverlässiges Stromnetz vorhanden ist. Der Coolar-Kühlschrank benötigt keinen Strom, sondern wird komplett mit Warmwasser betrieben, das wiederum in Kälte umgewandelt wird. Coolar will damit zwei generelle Probleme lösen. Zum einen soll die Überhitzung von Lebensmitteln sowie lebensrettenden Medikamenten und Impfstoffen verhindert werden. Zum anderen sollen Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Kühlgeräte abgekoppelt von Stromversorgungsnetzen nutzen zu können. Insbesondere in heißen Gegenden ohne stabile Stromversorgung ist solch eine Technologie dringend von Nöten. „Abhängig von der Größe von Impfstoff und Kühlschrank, kann ein Coolar-System bis zu 4.000 Menschen mit lebensrettenden Impfungen versorgen“, erzählt Ingenieurin Julia Römer, die das Projekt im Frühjahr 2014 anstieß.

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31. Mai 2016

Challenge of Hunger: Is an End in Sight?

Titelseite der Broschüre

Titelseite der Broschüre: 2015 Global Hunger Index. Armed Conflict and the Challange of Hunger

 

Logo Global Hunger Index

In der aktuellen Ausgabe des Weltunger-Index, unter anderem von der Welthungerhilfe getragen, wird die Frage aufgeworfen, ob die Menschheit die Herausforderung von Hungerkatastrophen überwunden hat. Sehr aufschlussreich ist der Zusammenhang zwischen der Politik von autokratischen Regimes und dem Verhungern ihrer Bevölkerung. Hier sind die Ereignisse während der Herrschaft der KPdSU in Russland und der Ukraine und der maoistischen Ära der KPCH von besonderer Bedeutung. Die letzten durch ein kommunistisches Regime verursachte Hungerkatastrophe geschah in den 1980er-Jahren in Äthiopien. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Todesopfer bei großen Hungerkatastrophen seit 1970.

Todesopfer durch Hungerkatastrophen

Der Rückgang der Todesraten wird durch zwei Faktoren verursacht: Die Weltnahrungsproduktion steigt durch die Fortschritte der Agrarindustrie. So kam die indische Landwirtschaft im vergangenen Jahr mit der Dürre weit besser zurecht als erwartet. Die Getreide-Produktion stieg sogar leicht. Zweitens werden autoritäre Regimes seit dem Niedergang des Sozialismus zurückgedrängt. Dies lässt sich aus der obigen Grafik ablesen. Die folgende Grafik zeigt das Wachstum der Weltbevölkerung im Vergleich mit den Todesopfern von Hungerkatastrophen seit 1990.

Todesopfer durch

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25. Mai 2016

Norwegische Fichten kommen mit dem Klimawandel offenbar viel besser zurecht als zuvor angenommen

Ost-Blick vom mit hohen Fichten umstandenen Gipfel des Store Skjellingshovde (nördlich von Oslo) auf den 553,5 müM gelegenen Grevsjøen
© 2010 by Otto and Mechtild Reuber (Aufnahmedatum: 13.07.2009 )

 

Logo Kalte Sonne

Die Klimaalarmisten prophezeihten uns eine breite Palette an biblischen Plagen, die der Herr, der Wettergott, über uns hereinbrechen lassen werde, wenn wir nicht von unserer sündigen Lebensweise abließen, die ein einziger Frevel an der Gottesmutter Natur sei. Unter anderem würden die nordischen Wälder verkahlen, weil die Fichte nicht mit höheren Temperaturen zurechtkäme. Alles halb so schlimm. Nicht nur steigen die Temperaturen nicht proportional zur CO2-Emmision, seit 20 Jahren im Weltdurchschnitt gar nicht mehr. Auch die Fichten haben ein Merkmal, das bei irdischen Naturwesen ziemlich typisch ist. Sie sind anpassungsfähig.

Die Kalte Sonne berichtet von einem Forschungsbericht über die klimatische Resilienz der Fichten Norwegens. Sie haben sich nicht nur in Norwegen gegen Konkurrenten gut behauptet, die wärmeres Klima lieben. Sie gedeihen sogar auf Hawaii und in Südkalifornien, weil sie über adaptive Mechanismen verfügen. Scheinbar ein unscheinbarer Forschungsbefund. Doch trifft er den Klimaalarmismus ins Mark: Sein statisches Weltbild ist grundfalsch. Die Welt ist kein ökologisches Gleichgewicht, sondern ein ökologisches Ungleichgewicht. Daher passen sich Arten veränderten Bedingungen an, manche schwinden, andere vermehren sich, neue treten auf. Panta rhe.

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24. Mai 2016

Erwartete Lebenseinkommen: Höher denn je

Logo IREF

Ewig negative Schlagzeilen in der Presse vermitteln den Eindruck, es gehe Menschen heute schlechter als noch vor einigen Jahrzehnten. Weit gefehlt. Die derzeit in Deutschland lebende Generation ist nicht nur die reichste gemessen in Einkommen pro Kopf, sondern auch die mit der höchsten Lebenserwartung. Die Kombination aus hohen Einkommen und hoher Lebenserwartung führt dazu, dass das erwartete Lebenseinkommen heutiger Neugeborener so hoch ist wie nie zuvor.

Alexander Fink legt im Blog des IREF eine Analyse über die Entwicklung des Lebensstandards in Deutschland anhand der Faktoren Lebenseinkommen und Lebensdauer vor. Das Ergebnis lautet zusammengefasst: Die Kombination aus hohen Einkommen und hoher Lebenserwartung führt dazu, dass das erwartete Lebenseinkommen heutiger Neugeborener so hoch ist wie nie zuvor. Es beläuft sich durchschnittlich auf etwa 2,8 Millionen Euro. 1960 waren es in Westdeutschland noch knapp 700.000 Euro. Bei Geburt können heute Geborene also ein etwa viermal so hohes Lebenseinkommen erwarten wie 1960 Geborene. Das Leben in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich besser geworden, nicht schlechter.

Einige Grafiken veranschaulichen die Kontinuität des positiven Trends:

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11. Mai 2016

Weltweit starker Rückgang der Malaria-Toten

Globaler Rückgang der Malariatoten

Our World in Data dokumentiert den weltweiten Rückgang der Malaria-Toten. Insbesondere in Afrika, dem Hauptland der Krankheit, sank die Zahl der Toten beträchtlich, von 764.000 im Jahr 2000 auf 395.000 im Jahr 2015, nahezu eine Halbierung. Malaria kommt nicht nur in warmen Klimazonen vor. Die Weltkarte zeigt, dass sie bis in polare Zonen verbreitet war und heute bereits in vielen Regionen fast vollständig besiegt ist (grüne Gebiete).

Grafik: https://ourworldindata.org/malaria/

Zur Bekämpfung der Malaria wird heute ein pflanzlicher Wirkstoff, Artemisin, eingesetzt.

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9. Mai 2016

Rund um die Welt, auf der Suche nach wahrer Schönheit

Junge Syrerin in Istanbul

Eine junge Syrerin in Istanbul. Foto: Mihaela Noroc

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Die WELT berichtet: Mihaela Noroc reist mit Unterstützung zahlreicher Medien um die Welt, um einen Atlas weiblicher Schönheit zu erstellen. Die Aufnahmen werden bei der Nachbearbeitung keinem Ideal angepasst. Die Vielfalt der Schönheit unserer Erde soll für sich selbst sprechen. Ziel ihres Projekts sei es, die Diversität unseres Planeten zu zeigen, so die 30-Jährige, die fünf Sprachen beherrscht. Bei all den Kriegen, über die täglich berichtet werde, vergesse man schnell, wie bereichernd Unterschiede sein könnten. Die Frauen, die sie fotografiert, würden mit Stolz ihre Kultur, ihre Umgebung oder ihr Land repräsentieren.

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7. Mai 2016

Warum die Ungleichheit in Asien steigt

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Es mag zynisch erscheinen, dass ich diese Nachricht der FAZ unter die guten einreihe. Vor dem Hintergrund vieler Staaten, in denen die Armen chancenlos sind, während sich die Reichen weit weit oberhalb der Massen bewegen, wäre es gewiss zynisch. Doch in Asien erleben wir eine Wirtschaftsentwicklung, die dem entspricht, was Ökonomen wie Ludwig von Mises als die Segnungen des Kapitalismus priesen: Die Industrialisierung hebt den Lebensstandard der Massen weit über das Niveau ihrer herkömmlichen Armut hinaus. Dass in diesem Zusammenhang sich die Einkommensverteilung spreizt, ist notwendig und gut für alle. Warum? Der Artikel gibt eine richtige Antwort. Dadurch, dass immer mehr Menschen in die industrielle Produktion einbezogen werden, verknappt sich das Kapitalangebot und damit steigen die Renditen auf Kapital. Ich will den Sachverhalt aus einer anderen Perspektive beleuchten: Um die Produktion auszuweiten, reicht es nicht, immer mehr Menschen als Arbeiter in die Produktion einzubeziehen, die vom Land in die Stadt zogen. Es müssen auch die entsprechenden Kapitalgüter hergestellt werden, also die Maschinen und Fabrikanlagen. Doch diese sind Kapital. Je höher eine Wirtschaft kapitalisiert ist, desto produktiver ist sie und desto höher der Lebensstandard. Das gilt übrigens nicht nur für Marktwirtschaften sondern für alle Wirtschaftsformen. Dem allgemeinen Reichtum geht Kapitalbildung voraus, mit anderen Worten: Kapital schafft Reichtum. Etwas anderes haben wir in solchen Fällen, wo der Reichtum der Oberschicht nicht investiert wird, sondern für Luxusgüter oder Kriege ausgegeben wird. Hier stagniert die Wirtschaftsentwicklung und die Armen bleiben arm.

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3. Mai 2016

Visafreiheit zwischen der EU und der Türkei

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Die Nachrichten melden, dass die Visafreiheit für türkische Staatsbürger in den Ländern der EU kommen wird. Tagesschau.de berichtet: Wer Visafreiheit genießt und einen gültigen Reisepass hat, darf ohne weitere bürokratische Hürden in den sogenannten Schengenraum einreisen. Dies gilt für Geschäftsleute ebenso wie für Touristen oder einen Familienbesuch. Die Aufenthaltsdauer ist allerdings auf 90 Tage pro Halbjahr begrenzt. Die Befreiung von der Visa-Pflicht, wie sie jetzt die Türkei fordert, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Mehrere hundert Millionen Menschen aus mehr als 50 Ländern der Erde benötigen jetzt schon keine extra Erlaubnis für einen solchen Kurzaufenthalt in der EU. Die Liste reicht von den USA über Kolumbien bis nach Südkorea. Auch EU-Beitrittskandidaten wird üblicherweise dieses Recht eingeräumt, derzeit zum Beispiel Serbien, Albanien und Montenegro. Geplant sind auch Abkommen mit Georgien, der Ukraine und dem Kosovo.

Die EU erweist sich als ein freiheitlicher Faktor der internationalen Politik. Ein Teil der Vereinbarung beinhaltet die Gleichstellung Zyperns mit allen 28 EU-Länder im Rahmen der Visafreiheit. Die Türkei musste sich hier zur Anerkennung der staatlichen Souveränität des Inselstaates bewegen.

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2. Mai 2016

Steigender Kohlendioxidgehalt: Die Erde ergrünt

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Die von Blättern bedeckte Fläche hat in vielen Erdteilen stark zugenommen in den vergangenen Jahrzehnten, wie Forscher anhand von Satellitendaten rekonstruieren konnten. (Bild: Boston University/R. Myneni)

Die NZZ berichtet. Zwischen 1982 und 2009 habe die Blattfläche auf 25 bis 50 Prozent der bewachsenen Gebiete weltweit zugenommen, berichten Wissenschafter der Boston University. Am stärksten legten Pflanzen demnach im Südosten Nordamerikas sowie im Norden des Amazonasgebiets, in Europa, Zentralafrika und Südostasien zu. Das Ausmass des Ergrünens ist beträchtlich: Rechne man die übers Jahr gemittelten Blattoberflächen, die hinzugekommen seien, alle zusammen, dann ergebe das eine doppelt so grosse Fläche wie die der USA, schreiben die Autoren. Die Hauptursache sieht das Team um Ranga Myneni darin, dass der Kohlendioxidgehalt der Luft zugenommen hat, wie die Forscher im Fachjournal «Nature Climate Change» berichten. Seit 1982 ist der CO2-Gehalt um mehr als 17 Prozent angestiegen – das Gas hat das Wachstum der Blätter angekurbelt. Neben dem erhöhten CO2-Gehalt der Luft werden noch weitere Ursachen vermutet.

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29. April 2016

Die Unternehmerische Freiheit in Deutschland verbessert sich

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Gute oder schlechte Nachricht? Steigende Positionen in Rankings bedeuten, dass Konkurrenten sinken. Doch die absoluten Werte sprechen für eine Zunahme unternehmerischer Freiheit in Deutschland. Das Roman-Herzog-Institut veröffentlichte und wertete Analysen des Fraser Instituts aus. Der Gesamtindex lag zwischen 1995 bis 2000 bei 52,5 Punkten (18. Platz). Er stieg auf 57,5 Punkte im Zeitraum 2011 bis 2015 (Rang 13). Der schlechteste Rang wird trotz steigender absoluter Werte dem Arbeitsmarkt zugewiesen. Trotz Hartz-Reform sind hier noch weitere Liberalisierungen erforderlich. Wie wäre es mit der Abschaffung von Mindestlöhnen und der Angleichung des Dienstrechts an das Arbeitsrecht?

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28. April 2016

Arbeitsmarktreformen senken die Arbeitslosenquoten

Arbeitslosenquote

Quelle: Eurostat

Die Arbeitsmarktreform in Deutschland Anfang des Jahrhunderts zeigte Wirkung. Die Arbeitslosenquote senkte sich zwischen 2005 und 2015 von 11,2 % auf 4,3 %, das ist der niedrigste Wert in der EU. Die Krisenländer Griechenland, Spanien und Portugel unternehmen auf Druck des IWF, der EU und der EZB im Zusammenhang mit dem Euro-Rettungsschirm seit 2010 auch Arbeitsmarktreformen. Die Quoten sanken in Griechenland in den letzten zwei Jahren von 27,9 % auf 24 %, in Spanien von 26,3 % auf 20,5 % und in Portugal von 17,5 % auf 12,2 %.

Die internationale Organisation der Staaten wirkt sich günstig auf den Lebensstandard der Länder aus. Nationalstaaten sind aufgrund der innenpolitischen Kräfteverhältnisse oft nicht in der Lage, Reformen durchzusetzen, die anfangs schmerzhaft sind, langfristig aber segensreich. Willige Regierungen können aber Auflagen der internationalen Gremien übernehmen, den Zorn der Proteste auf diese lenken und so ohne Machtverlust reformieren. Internationale Integration ist ein liberales Ziel.

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27. April 2016

Die Jugend ist besser als ihr Ruf

Logo Wirtschaftswoche

Die Wirtschaftswoche berichtet über die Ergebnisse einer Sinus-Jugendstudie. Im Umgang mit den sozialen Medien erweisen sie sich trotz fehlender Anleitung durch Eltern und Erzieher als problembewusst und selbstbestimmt. Es scheint eine gewisse Übersättigung mit elektronischen Medien zu geben, weshalb selbstfahrende PKWs nicht der Hit sind. Umweltverschmutzung wird laut Studie von allen Befragten als eine große Herausforderung angesehen. Nur sehen sich die meisten aus Zeitgründen nicht imstande, sich für den Umweltschutz zu engagieren. Stattdessen wird häufiger das Bedenken geäußert, dass es schon zu spät sei, die Erde vor der menschgemachten Zerstörung zu retten. In Bezug auf den eigenen Konsum sind viele Jugendliche gut informiert, aber nicht bereit ihr eigenes Verhalten zu ändern. Vor allem die Kauflustigen und Modebewussten unter den Befragten sind gut über die Produktionsbedingungen in der Textilindustrie informiert. Doch fühlen sie sich durch ein begrenztes Budget nicht in der Lage auf fair produzierte Produkte zurückzugreifen. Weniger informiert sind die Jugendlichen über die Folgen des Klimawandels. Das Problem wird, außer von einigen bildungsnahen Befragten, als diffus, weit entfernt oder übertrieben angesehen. Ein Teil stimmt in ihren Vorstellungen mit einer gängigen Wirtschaftstheorie überein, dass die technologische Entwicklung Lösungen für den Klimawandel hervorbringen wird. Zur Asylpolitik bestehen klare Vorstellungen. Der Staat muss Asyl für Kriegsflüchtlinge gewährleisten, vor allem wenn die Fluchtursache unverschuldet ist. Aber Deutschland habe auch Kapazitätsgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen. In diesem Zusammenhang bewältigt Deutschland die Aufgabe gut – von EU-Mitgliedstaaten wünschen sich die Jugendlichen jedoch mehr Engagement.

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22. April 2016

Die Lebenserwartung steigt weltweit

Lebenserwartung der Bevölkerung in verschiedenen Ländern

Die Grafik von Max Roser zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung von Menschen beiderlei Geschlechts in ausgewählten Ländern. Die Lebenserwartung steigt im Weltdurchschnitt und in allen Ländern, gleich welcher Entwicklungsstufe, allerdings nicht gleich schnell. Die Daten für das Vereinigte Königreich gehen bis 1543 zurück. In dieser Zusammenstellung schneidet Somalia schlechter ab als das ebenfalls unterentwickelte Äthiopien. Indien steht besser da. In Japan stagniert die Entwicklung der Lebenswerwartung. Das dürfte mit der Überalterung zusammenhängen, weil die jüngeren Jahrgänge, die älter werden als ihre Eltern, geringer vertreten sind. Die Einschnitte bei Japan und Deutschland sind auf die Weltkriege zurückzuführen. Beeindruckend ist die Steilheit der Kurve bei Südkorea, das einen rasanten Aufstieg vom unterentwickelten zum hochentwickelten Land seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchläuft.

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21. April 2016

Haben milde Winter die Klimasorgen gekühlt?

Wissenschaftler untersuchten in den USA die Bewertung des Klimawandels durch die Menschen. Bild der Wissenschaft berichtet darüber. In den Auswertungen der Forscher zeichnete sich ab: 80 Prozent der US-Amerikaner leben in Regionen, in denen sich die klimatischen Bedingungen in den letzten 40 Jahren angenehm entwickelt haben. Die Winter sind dort deutlich milder geworden, die Sommer aber nicht viel heißer und die Luftfeuchtigkeit ist eher gesunken. Konkret: Typischerweise haben die US-Bürger eine durchschnittliche Zunahme der maximalen Januartemperaturen um 0,58 Grad Celsius pro Jahrzehnt erlebt. Die entsprechenden Juli-Werte sind hingegen nur um 0,07 Grad gestiegen und seit der Mitte der 1990er Jahre ist die durchschnittliche Luftfeuchte im Sommer etwas gefallen. Abgesehen von vermehrten Wetterextremen scheint der Klimawandel den US-Bürgern demnach bisher nicht geschadet, sondern durchschnittlich sogar eher genützt zu haben. Die Wissenschaftler machen sich darüber Sorgen, dass die Menschen das bessere Wetter eher genießen könnten, als sich vom angsterzeugenden Alarmismus anstecken zu lassen.

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20. April 2016

Integrationskurse für Flüchtlinge: Vom irakischen Hirten bis zum syrischen Hochschulabsolventen

Foto Abaaoud

Syrische Flüchtlinge während eines Deutschkurses. (dpa / picture-alliance / Jens Wolf)

In einem Feature des Deutschlandfunks von heute wurde die Arbeit einer Einrichtung vorgestellt, die in Koblenz Sprachkurse für syrische, irakische und eritreische Einwanderer durchführt. Im Vorgriff auf das zur Diskussion stehende Integrationsgesetz dürfen bzw. müssen die im Asylverfahren stehenden Einwanderer deutsche Sprachkurse belegen. Das ist bemerkenswert, weil die bisherige Praxis der Asylverfahren den Beginn des Spracherwerbs erst nach einem positiven Bescheid erlaubte, also oft nach Jahren. Damit wird die Möglichkeit einer beruflichen Integration deutlich beschleunigt und verbessert. Ungeschmälert ist die große Bereitschaft der Unternehmen zur Einstellung. Die oft traumatisierten Menschen werden individuell betreut, was insbesondere wichtig ist, wenn sie die Prüfungen nicht bestehen. Die Willkommenskultur ist ein Gewinn für beide Seiten, für die Einwanderer und uns. Sie trägt dazu bei, das Leben menschlicher zu gestalten. Dass der irakische Hirte zum deutschen Hochschulabsolventen werden kann, wie es die Headline suggeriert, ist wohl eher Wunschdenken. Die Vorbildung vieler Kursteilnehmer liegt auch in den meisten Fällen weit über der von Hirten.

Genauere Hinweise auf die Bestimmungen finden sich hier. Die Willkommensbereitschaft der deutschen Unternehmer spiegelt sich zum Beispiel hier.

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19. April 2016

Natur-Katastrophen: Erschreckende Statistik mit positivem Hintergrund

Dagmar Röhrlich berichtet im Deutschlandfunk von einer Big-Data-Analyse von 35.000 Naturkatastrophen in den Jahren 1900 bis 2015, die auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union am 18.04.2016 zum Umfang und den Kosten von Naturkatastrophen vorgestellt wurde. : 50.000 - so viele Menschen sterben in einem durchschnittlichen Jahr an den direkten Folgen von Naturkatastrophen. Das Interessante an dieser Zahl: Sie hat sich seit 100 Jahren praktisch kaum verändert, obwohl sich die Weltbevölkerung seitdem mehr als vervierfacht hat. Mit anderen Worten: Die Rate der Todesopfer durch Naturkatastrophen bezogen auf die Weltbevölkerung hat sich auf ein Viertel verringert.

Die Menschheit hat gelernt, durch Präventivmaßnahmen die Schäden von Naturkatastrophen immer weiter zu mildern. Beispiele hierfür sind die Bauvorschriften in erdbebengefährtenden Gebieten. Das jüngste Ereignis in Equador verlief vergleichsweise glimpflich, wenn wir einen Blick auf die Ereignisse in Haiti werfen. In Equador stürzten Gebäude mit älteren Bauweisen ein, doch die nach dem neuesten Stand der Technik errichteten hielten Stand. Ein wichtiges Gebiet sind die Vorsorgemaßnahmen gegen Flutkatastrophen. Zwar waren über den gesamten Zeitraum betrachtet Flutkatastrophen am tödlichsten und forderten rund die Hälfte der acht Millionen Menschenleben. 1931 gab es in China bei einer einzigen Überschwemmung 2,5 Millionen Tote. Seit 1960 jedoch haben - als Folge des verbesserten Hochwasserschutzes - Erdbeben den Spitzenplatz übernommen. James Daniell: «Insgesamt ist die Zahl der Toten pro Jahr ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts leicht gesunken und liegt jetzt bei etwa 50.000 pro Jahr. In Relation zur Bevölkerung, die im selben Zeitraum ja stark gewachsen ist, ging die Todesrate sogar deutlich zurück.»

Vergleichen wir diese Zahlen (jährlich 50.000) mit den Todesopfern, die durch Reaktorunglücke verursacht werden (jährlich in der Regel 0), erscheint die Angst vor dieser Technik maßlos übertrieben. Laut WHO und IAEA (2006) starben beim Reaktorunglück von Tschenobyl an unmittelbarer Strahlenkrankheit 50 Menschen. (Quelle: Wikipedia) Todesfälle durch akute Strahlenerkrankungen auf Grund des Reaktorunfalls traten in Fukushima nicht auf. (Quelle: Spektrum der Wissenschaft) Dies sind die beiden größten Unglücke in Reaktoranlagen.

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18. April 2016

Dem IS bricht ein Drittel der Einnahmen weg

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Die Luftangriffe auf die Öl-Anlagen der Islamisten zum einen und die Rückeroberung von der IS kontrollierter Gebiete zum anderen hätten dazu geführt, dass die Extremisten derzeit rund ein Drittel weniger einnähmen als Mitte vergangenen Jahres, berichtet die Welt.

Die Einnahmen des IS seien von 80 Millionen Dollar pro Monat Mitte 2015 auf 56 Millionen im März zurückgegangen. Im selben Zeitraum sei die tägliche Ölförderung von 33.000 Barrel auf 21.000 Barrel eingebrochen. Die Einnahmen des IS stammten etwa zur Hälfte aus Steuern und Beschlagnahmungen, 43 Prozent komme aus Ölverkäufen und der Rest aus Spenden, dem Stromverkauf sowie dem Drogenschmuggel.

Amtsenthebungsverfahren: Brasilien erteilt der korrupten Politik-Elite eine Lektion

Nahezu alle führenden Politiker in Brasilien sind der Korruption verdächtig. Nun stimmt das Parlament für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin. Für viele Brasilianer ein Befreiungsschlag. Der überwiegende Teil der Brasilianer empfindet das Ja des Parlaments für das Amtsenthebungsverfahren als einen Befreiungsschlag. Ohrenbetäubend war der Jubel der mehr als 250.000 Menschen allein auf der Avenida Paulista in São Paulo, als der Erfolg im Parlament spät in der Nacht eingefahren war. Die Entscheidung ist zugleich eine Chance für das Land, sich endlich vom politischen Stillstand der letzten Jahre zu lösen.

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16. April 2016

Syrien-Friedensgespräche: Opposition zu Zusammenarbeit mit Assad-Technokraten bereit

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Die FAZ berichtet: Die syrische Opposition ist nach eigenen Angaben zur Zusammenarbeit in einer Übergangsregierung mit Diplomaten und Technokraten der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad bereit. Über die Zusammensetzung der Übergangsregierung solle gemäß der Genfer Vereinbarung im gegenseitigen Einvernehmen entschieden werden, sagte Oppositionssprecher Salem al-Meslet am Freitagabend in Genf weiter. Eine Beteiligung von Assad selbst und dessen Führungsriege schloss der Delegationsleiter der Opposition, Asaad al-Subi, aber kategorisch aus.

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15. April 2016

Our World in Data: Die Kindersterblichkeitsraten nehmen weltweit ab

Die Grafik von Max Roser zeigt die Entwicklung der Kindersterblichkeit für drei von mir ausgewählte Länder: Chile (orange), Burkina Faso (dunkelblau) und Somalia (hellblau). In allen, wie auch den übrigen Ländern sinkt sie, in Somalia, einem failed state, aber auffallend schwach. Global child mortality fell from 18.2% in 1960 to 4.3% in 2015.

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14. April 2016

Argentinien darf nach US-Urteil an den Kapitalmarkt zurück

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Argentinien kann nach 15 Jahren an die Kreditmärkte zurückkehren. Ein US-Bundesberufungsgericht in New York machte am Mittwoch den Weg frei für die Aufhebung von einstweiligen Verfügungen, die Zahlungen an gewisse Gläubiger verhindert hatten. Damit können die Bedingungen für die Ausgabe neuer Staatspapiere erfüllt werden. Ein Sprecherin des argentinischen Finanzministeriums erklärte anschliessend, eine neue Anleihe werde Anfang kommender Woche in die Wege geleitet. Mit diesem Geld würden am Freitag darauf weitere Gläubiger bezahlt. NZZ


14. April 2016

Die Armee Nigerias macht Fortschritte im Kampf gegen Boko Haram

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Versteckt in einem Artikel der Welt mit der Headline Der Mythos der Mädchen von Chibok finden wir die gute Nachricht: «Die Truppe ist kampffähiger, seitdem korrupte Militärs unter dem im März vergangenen Jahres gewählten Präsidenten Muhammadu Buhari ihrer Ämter enthoben wurden. Sie hatten Millionen Dollar für Waffen und Ausstattung auf ihre Privatkonten abgezweigt. Jetzt, endlich mit Munition und Waffen ausgestattet, erobern Soldaten ein Dorf nach dem anderen von Boko Haram zurück. 11.000 Geiseln wollen sie nach eigenen Angaben allein im vergangenen Monat aus den Fängen der Boko Haram befreit haben. 800 Kämpfer sollen sich in den vergangenen Tagen freiwillig gestellt haben.»

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13. April 2016

Mit diesem Schlag hatte der Clan nicht gerechnet

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Die Welt berichtet: Das Schweigen ist gebrochen. Dank Zeugenaussagen konnte die Berliner Polizei gegen arabische Clans vorgehen. Damit hatten diese nicht gerechnet: Wer gegen Clanmitglieder aussagt, riskiert sein Leben. Dank der Aussagen von Zeugen hatten die Fahnder nun acht Haftbefehle vorliegen. Mehrere konkrete Personen werden demnach verdächtigt, an einem gescheiterten Auftragsmord, einem Überfall auf das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) beteiligt oder im Besitz illegaler Waffen zu sein. Nach monatelangen Ermittlungen schlug die Polizei nun also zu. Berlin macht Ernst im Kampf gegen die Clans. Am 20. Dezember 2014 waren fünf maskierte und bewaffnete Männer in das Nobelkaufhaus eingedrungen, hatten Reizgas versprüht und Vitrinen zerschlagen – und Schmuck und Uhren im Wert von 817.000 Euro entwendet. Laut Polizeisprecher Redlich sollen die Festgenommenen sich außerdem des illegalen Waffenbesitzes schuldig gemacht haben. Laut einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) der Hauptstadt soll die Aktion von Dienstagnacht auch ein klares Signal an die anderen Großfamilien in Berlin sein, deren Mitglieder vor allem den Drogenhandel mit Kokain, Heroin und Haschisch kontrollieren. Die aber auch im Rotlichtgewerbe aktiv sind. So kassieren sie beispielsweise Schutzgelder von Zuhältern an der Schöneberger Kurfürstenstraße und von den Betreibern kleiner Wohnungsbordelle. "Einige Clan-Mitglieder führen aber auch eigene Bordelle, zumeist mit Frauen aus Osteuropa", berichtet ein Polizist. "Oftmals zieht bei den jungen Frauen aus Bulgarien, Polen und Tschechien die versprochene Aussicht auf einen Job in Deutschland. In Aussicht gestellt werden Jobs in Lokalen und Restaurants." In Berlin angekommen, werde den Frauen der Pass abgenommen und sie würden notfalls mit Gewalt zur Prostitution gezwungen. Zusätzlich würde ihnen gedroht, den Familien in der Heimat etwas anzutun, sollten sie sich den Wünschen ihrer "neuen Herren" widersetzen. Haupteinnahmequelle der arabischen Clans ist neben den Drogengeschäften aber vor allem die Schutzgelderpressung. Ermittlern zufolge gibt es kaum eine Shisha-Bar, deren Betreiber nicht Provision an die Clans bezahlen. Gleiches gilt für einige Nachtklubs. Das auf diese Weise erworbene Geld werde anschließend oft in legale Unternehmen gesteckt, so der Beamte weiter.

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