26. Juni 2017

Vom Klimalarmismus zur sachlichen Klimadebatte

Temperaturdaten in Deutschland von 1881 bis 2017

Grafik: Deutscher Wetterdienst vom 26.07.2017

Die Julitage 2017 sind ziemlich verregnet in Deutschland. Ich bin sehr enttäuscht, wurde ich doch darüber aufgeklärt, dass die kapitalistische Industrialisierung unsere Erde (die wir nur einmal haben) überhitzt, geradezu verglüht. Und nun das. Regen Regen, Regen bei Höchstteperaturen von 16 °C. "Wann wirds mal wieder richtig Sommer?"

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) stellt kostenlos seine Messergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Grafik zeigt die Temperaturentwicklung der letzten 135 Jahre. Wir folgen dem Auf und Ab der schwarzen Mittellinie, d.h. dem Durchschnittswert von 30 Jahren. Es ist die eigentliche Klimakurve. Im Geiste legen wir eine Linie darüber, die die Industrialisierung repräsentiert. Seit 1881 entstand in Deutschland die Elektroindustrie, Automobil- und Luftfahrtindustrie, die Chemische Industrie. Die Wohnhäuser wurden voll beheizt. Einen besonderen Aufschwung nahm die Wirtschaft nach 1948, man denke an die Massenproduktion der Automobile oder an den rasanten Aufschwung des Luftverkehrs. Man sollte meinen, dass sich diese Entwicklung klimatisch in steigenden Temperaturen niederschlägt. Doch tatsächlich bewegt sich die Temperaturkurve überwiegend gleichmäßig wellenförmig seitwärts. Die Erwartungen des durchschnittlichen Zeitungslesers sind naiv. Eine derartige Übereinstimmung von Industrialisierung und Temperaturentwicklung gibt es nicht.

Auch ein zweiter Blick auf die Tendenzen der Wellenbewegungen bringt Ungereimtheiten. Bis 1921 lässt sich eine Tendenz zum Temperaturanstieg herauslesen. Doch danach kehrt sich diese für fünzig Jahre wieder ins Negative um. Zwischen 1970 und 2000 stiegen die Werte tendenziell, sogar über das Niveau der vorhergehenden Zeit, allerdings um dann bis heute wieder zu sinken. 2017 ist es etwa so warm wie 1921, und möglicherweise werden die Werte weiter sinken.

Mit Wissenschaft haben diese Betrachtungen nichts zu tun. Gewiss, Klima ist global, nicht regional und das Wetter ist regional sehr unterschiedlich. Ich führe nur vor, wie ein kritischer Blick auf die Tatsachen Skepsis über die in Stein gemeiselten Theorien der anthropogenen globalen Klimaerwärmung hervorruft. In der wissenschaftlichen Debatte mehren sich kritische Stimmen, die die alarmistischen Prophetien der Klimaaktivisten Stück für Stück hinterfragen und mit Widersprüchen konfrontieren. Hier seien einige Diskussionen gestreift.

Hiatus: Seit 1998 stockt der globale Temperaturanstieg. Was sich an den Temperaturdaten für Deutschland ablesen lässt, vollzieht sich auch bei den globalen Durchschnittsdaten. Sie sinken 1998 bis 2015 leicht.

Ozeanzyklen: Der Einfluss von Ozeantemperaturen, die zyklischen Schwankungen unterliegen, auf die globale Temperatur wird immer deutlicher erkannt. Sie können extreme Ausschläge erklären, z.B. den Hitzepeak von 2016. Sie können auch die Wellenbewegungen der globalen Durchschnittstemperaturen gut abbilden.

Klimasensitivität der Treibhausgase: Mittlerweile ist die Wirkung von Treibhausgasen weitgehend konsensuell akzeptiert, doch ihr quantitativer Einfluss immer rätselhafter. Der letzte IPCC-Bericht verzichtete auf einen Mittelwert, sondern flüchtete in einen ziemlich breiten Rahmen von Werten. Diese werden mit den Jahren immer niedriger angesetzt. Derzeit sind 2 °C (Temperaturanstieg bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration) im Gespräch; es waren auch schon mal 4,5 °C.

Extremwetter: Untersuchungen über die Entwicklung von Wirbelstürmen ergab, dass sich die zerstörerische Energie von Unwettern in den letzten Jahrzehnten eher abschwächt.

Dürren: Satelitenmessungen ergeben steigende Werte bei der Begründung der Erdoberfläche. Die Sahara schrumpft, die Sahelzone erfreut sich über vermehrten Niederschlag. In den nördlichen Breiten breitet sich die Vegetationszone aus.

Eisschmelze: Entgegen den sachunkundigen Presseberichten (etwa über das Abbrechen einer Eisfläche an der Antarktischen Halbinsel) nimmt die Eismasse am Südpol und in Grönland zu.

Die Themen ließen sich noch weiter ausspinnen. Zu praktisch allen alarmistischen Szenarien wurde geforscht, vom angeblichen Aussterben der Eisbären, dem Schwinden der Korallenriffe bis zum dem Versinken von Südseeinseln, und nicht eine Prophetie hat sich erhärtet. Der Blog Kalte Sonne sammelt solche kritischen Studien. Es ist eine wahre Fundgrube für fachlich Interessierte. Ich habe den Eindruck, dass sich immer mehr Wissenschaftler trauen, den politischen Vorgaben entgegenzutreten und diese mit den Tatsachen zu konfrontieren.

Leider halten die Parteien an der eingeschlagenen Energiepolitik fest. Es braucht wohl noch einige verregnete Sommer, bis die Wähler die steigenden Strompreise mit den Windrädern in Verbindung bringen und deren Nutzen an ihren eigenen Wetterbeobachtungen messen. Wohl dem, der rechtzeitig auf Distanz zu dem größten Unfug der neueren Geschichte geht.


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